Bild: Marvel
Und sein Vorgänger war nicht gerade ein Glanzstück in authentischer Darstellung.

Hollywood hat einen schwierigen Umgang mit Schwarzen. In den großen Produktionen – "Blood Diamond", "Beasts of no Nation" – sind sie meist Sklaven, Drogenabhängige, Kriminelle. Erst in den vergangenen Jahren hat sich das Bild langsam gewandelt, Vorstandschefs, Geheimdienstleiter, Weltraumpilotinnen sind nun plötzlich auch schwarz.

Was aber bislang blieb: Afrika, dieser riesige, vielschichtige Kontinent war in Hollywood-Filmen immer nur eingedampft auf ein chaotisches Bürgerkriegsland voller Gier und Aids. 

Nun kommt "Black Panther" in die Kinos. Und zum ersten Mal gibt es wieder eine afrikanische Königsfamilie in einer großen Hollywood-Produktion – 30 Jahre nach "Der Prinz von Zamunda".

"Der Prinz von Zamunda" erschien 1988, Eddie Murphy spielt darin einen jungen Königssohn, der seine große Liebe in den USA finden will. Die Kostümdesignerin von "Black Panther", Ruth E. Carter, klagt nun, wie schwer es war, ganz ohne Hollywood-Vorbilder ein neues, modernes Afrika zu entwickeln. 

Im Interview mit dem Magazin "Cut" sagte sie, sie wollte nichts kreieren, "was aussieht, als ob afrikanische Stammesfürsten noch im Mittelalter leben". Außerdem nichts, was an Stereotype erinnert.

  • Zur Erinnerung: In "Der Prinz von Zamunda" trägt der König einen toten Löwen über die Schulter geworfen. Und die Dienerinnen im Palast erklären, dass sie dem Prinzen selbstverständlich auch "den royalen Penis" waschen.
(Bild: Paramount Pictures)
Was macht "Black Panther" so besonders?

Black Panther ist eine Comicfigur von Marvel. Der Panther wurde in den 60ern erfunden und gilt als erster afrikanischer Superheld. Mehr noch: In einer Zeit, in der Afrika für Armut und Rückschritt stand, wurde Black Panther als kraftvolles Vorbild geschaffen.

Hinter dem Kostüm steckt T'Challa, der König des kleines fiktiven Landes Wakanda. Das Land ist sehr reich und fortschrittlich, kein Dritte-Welt-Land – sondern Industrienationen wie den USA und Deutschland weit überlegen. Das ist der Trailer:

Am Donnerstag wird dieses moderne Afrika nun im Kino gezeigt – und es ist nicht nur ein Film über einen schwarzen Helden, es ist ein schwarzer Film.

  • Regisseur Ryan Coogler hat Wakanda als afrofuturistisches Land inszeniert, Chadwick Boseman spielt den Black Panther stolz und kraftvoll.
  • Die Filmmusik wird von einem Who is Who der Rapszene beigesteuert:

Und auch der Cast kann sich sehen lassen:

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Wie hat die Kostümdesignerin Carter das alles umgesetzt?

Da es beim "Prinz aus Zamunda" und anderen Hollywood-Produktionen wenig zu finden gab, musste sich Carter direkt in Afrika umschauen. "Alles musste modern sein, aber nicht nach Space-Age aussehen", sagte sie "Cut". "Wakanda ist anderen Ländern voraus, aber nicht gleich Ab-ins-Weltall-voraus."

Entsprechend habe sie traditionelle afrikanische Mode mit modernen Mitteln kreiert: Ein Hut der Zulu wird klassisch geflochten, Carter nutzte hingegen den 3D-Drucker.

(Bild: Marvel)

Carter glaubt, der Film kann helfen, den Blick auf Afrika zu verändern – auch wenn er fiktiv ist:

"Wakanda ist erfunden, aber es ist dennoch Teil des Kontinents, von dem wir abstammen. Also werden People of Color positiv auf ihre Heimat schauen – wir machen Afrika wieder chic."
"Black Panther" wird unseren Blick auf Afrika also verändern. Bis man den Kontinent wirklich auf Augenhöhe sieht, müssen aber noch viele moderne Hollywood-Filme kommen.

Auch in der Literatur wird Afrofuturismus längst behandelt:


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