Der Serien-Showdown.

Leonard, Sheldon, Howard und Raj sind die wohl berühmtesten Nerds der Welt. Seit fast zehn Jahren unterhalten die seltsam-charmanten Jungs aus "The Big Bang Theory" das Publikum. Doch die vier haben in den vergangenen Jahren harte Konkurrenz bekommen: Auch in der HBO-Serie "Silicon Valley" buhlen sozial unbeholfene Genies um die Gunst des Publikums.

Wer hat die cooleren Nerds? Der Serien-Showdown mit "The Big Bang Theory" und "Silicon Valley".

Im Video: das ungekürzte Intro von "BBT"

Runde 1: Der Plot-Check

In "The Big Bang Theory" leben zwei hochgradig nerdige Physiker, ein Ingenieur und ein Astrophysiker recht unbedarft in der klassischen Comics-Battlestar-Galactica-Bubble – bis sie die bodenständige Schauspielerin/Kellnerin Penny kennenlernen. Die ungleichen Freunde bringen einander ständig in Schwierigkeiten und meistern allerlei verrückte Abenteuer. Zum Beispiel, als Sheldons "World of Warcraft"-Account gehackt wird und sie die gestohlenen (virtuellen) Objekte zurückholen müssen. Oder als sie beim Beobachten eines Meteoriten in der Wüste aus Versehen Space Cookies essen. Genau von diesen Geschichten lebt die Serie. Abgesehen von langsam aufkeimenden Romanzen gibt es keinen fortlaufenden Handlungsstrang.

In "Silicon Valley" sieht das schon ganz anders aus. Hier haben die Nerds ein konkretes Ziel vor Augen: Programmierer Richard Hendricks entwickelt einen Komprimierungs-Algorithmus. Doch anstatt seine App an Investoren zu verkaufen, arbeitet er mit seinen Kollegen daran, sein neu gegründetes Tech-Unternehmen "Pied Piper" voranzubringen. Als kleines Start-up ist die Truppe dabei regelmäßig in der Underdog-Rolle. Besonders unterhaltsam: Der Zynismus, mit dem hier die Technologie-Branche auseinander genommen wird.

Die Runde geht an... "Silicon Valley". Während "Big Bang Theory" sich von Lacher zu Lacher hangelt, punktet "Silicon Valley" zusätzlich zum Nerd-Humor mit einer durchweg interessanten Rahmenhandlung. 1:0!

Im Video: der Trailer zu "Silicon Valley"

Runde 2: Der Stimmungs-Check

"The Big Bang Theoryfunktioniert nach dem klassischen Sitcom-Prinzip, inklusive Lachspur: In jeder Folge stehen die Nerds vor einem mehr oder weniger alltäglichen Problem, das dann bearbeitet wird, bis am Ende der Ausgangszustand weitestgehend wieder hergestellt ist. Mal müssen die Freunde dem anstrengenden Sheldon entkommen, der aufgrund einer Erkältung unausstehlich ist; mal entbrennt ein Kleinkrieg um einen Parkplatz auf dem Unigelände.

Klingt erst mal unspannend, wird aber durch die völlig überdrehten Charaktere und ihre verschrobenen Angewohnheiten ziemlich witzig. Wenn zum Beispiel der überängstliche Sheldon kurzerhand einen Roboter baut, um seine Wohnung nicht mehr verlassen zu müssen, ist das ein Schmunzeln wert – vor allem, wenn Mitbewohner Leonard dann Robo-Sheldon zur Arbeit kutschieren muss.

Im Video: Robo-Sheldon auf dem Weg zur Arbeit

In "Silicon Valley" ist die Rahmenhandlung von größerer Bedeutung. Die Serie zeichnet ein überzogenes, aber gar nicht mal unrealistisches Bild der Tech-Branche in Kalifornien. Kluge Köpfe können hier alles gewinnen oder alles verlieren – so auch die nerdigen Serienhelden. Als wäre das noch nicht genug, haben sie außerdem mit ihren persönlichen Unzulänglichkeiten, Spleens und Phobien zu kämpfen. Wenn der hilflose Start-up-Gründer Richard versucht, sein Firmenkonzept zu erklären, weiß man nicht, ob man lachen oder sich in einem Erdloch vergraben möchte. Auch "Silicon Valley" überspitzt mit Genuss, geht aber subtiler an die Sache ran, als "The Big Bang Theory".

Die Runde geht an... "Silicon Valley". "The Big Bang Theory" ist wie eine Tüte Gummibärchen – jederzeit leicht genießbar. "Silicon Valley" dagegen ist eine ausgewogene, vollwertige Mahlzeit. 2:0!

Runde 3: Der Besetzungs-Check

Nach fast zehn Jahren auf Sendung sind die Nerds aus "The Big Bang Theory" selbst so was wie Superhelden geworden. Gerade der neurotische Sheldon Cooper hat wohl einen ewigen Platz im Herzen der Fans (und den wird er auch nicht mehr abgeben. Wer die Serie kennt, weiß, dass Sheldon sehr eigen ist, wenn es um seinen Platz geht). Schauspieler Jim Parsons wurde für die Rolle mit vier Emmys und einem Golden Globe ausgezeichnet.

(Bild: Giphy )

Die anderen Nerds sind nicht minder liebenswert. Allerdings bleiben sie alle recht eindimensional. Die simple, überzogene Darstellung der Figuren macht eine echte Weiterentwicklung schwer. Das führt dazu, dass die neunte Staffel der "Big Bang Theory" sich bis auf einige Details nur wenig von der ersten unterscheidet.

Im Gegensatz lernen die Nerds in "Silicon Valley" durchaus dazu. In jeder Folge geht es ein Stück voran. Gerade der unsichere Richard, grandios gespielt von Thomas Middleditch, gewinnt als Chef des Start-ups langsam an Selbstvertrauen. Bei all ihren Eigenheiten bleiben die Charaktere in "Silicon Valley" meist realistisch und verständlich. Dadurch werden sie mit der Zeit mindestens ebenso sympathisch wie die "Big Bang Theory"-Crew.

Die Runde geht an... "The Big Bang Theory". Ganz klar: „Silicon Valley“ hat die stärkeren Charaktere. Gegen die ikonischen Nerds aus der "Big Bang Theory" kommen sie aber (noch) nicht an. Die Jungs und Mädels aus "The Big Bang Theory" bleiben einfach besser in Erinnerung – Sheldon sei Dank. 2:1.

(Bild: Giphy )
Runde 4: Der Suchtfaktor

Normalerweise arbeiten weder "The Big Bang Theory" noch "Silicon Valley" mit Cliffhangern. Die einzelnen Folgen sind klar voneinander abgegrenzt.

Dennoch lädt "The Big Bang Theory" durch die Leichtigkeit zum Binge-Watching ein. Man kann die Serie problemlos im Hintergrund laufen lassen ohne den Faden zu verlieren. Und ehe man sich versieht, ist die Staffel rum.

(Bild: Giphy )

Bei "Silicon Valley" ist es der rote Faden, der zum Weiterschauen animiert. Hat man sich erst mal mit Richard und den anderen Nerds solidarisiert, will man auch wissen, wie es mit ihnen und ihrem Start-up weitergeht.

Die Runde geht an... beide. Hier liegen "The Big Bang Theory" und "Silicon Valley" gleichauf. Beide eignen sich zum Suchten, legen es aber offensichtlich nicht darauf an, die Zuschauer um den Schlaf zu bringen. Ein Punkt für jeden, 3:2!

(Bild: Giphy )
Runde 5: Der Background-Check

"The Big Bang Theory" wurde von zwei echten Hollywood-Legenden erdacht: Chuck Lorre produzierte bereits erfolgreiche Sitcoms wie "Dharma & Greg", "Mike & Molly" und "Two and a Half Men". Sein Partner Bill Prady schrieb unter anderem für "Eine schrecklich nette Familie" und "Gilmore Girls".

Für "Big Bang Theory" konnten die beiden auch immer wieder Gast-Stars aus Popkultur und Wissenschaft gewinnen. So durften die Nerds schon Apple Co-Gründer Steve Wozniak, Comic-Legende Stan Lee und sogar den brillanten Physiker Stephen Hawking am Set begrüßen. "Star Trek"-Darsteller und Internet-Persönlichkeit Wil Wheaton spielt sich selbst in einer wiederkehrenden Nebenrolle.

"Silicon Valley" wurde von Mike Judge, John Altschuler und Dave Krinsky erdacht. Judge erfand in den Neunzigern auch die beliebten Animationsserien "Beavis and Butthead" und "King of the Hill". Mit hintergründiger Comedy kennt er sich also aus. Aber reicht das, um im Serien-Showdown die geballte Star-Power der "Big Bang Theory" zu überbieten?

And the winner is...
(Bild: Giphy )
… Gleichstand mit 3:3!

"The Big Bang Theory" und "Silicon Valley" haben zwar ähnliche Themen, gehen sie aber völlig unterschiedlich an.

Wer einfach was zum Lachen sucht und Spaß an den zahlreichen Gast-Stars hat, der ist mit "The Big Bang Theory" gut bedient. Wer es trotz Nerdhumor ein bißchen subtiler und realistischer mag, wird "Silicon Valley" bevorzugen. Beides hat seine Berechtigung – und seine Fans.

Wo kann ich die Serien sehen?

"The Big Bang Theory", eine Serie des Senders CBS, zählt inzwischen mehr als 200 25-minütige Episoden in neun Staffeln. Die zehnte steht bereits in den Startlöchern. "The Big Bang Theory" ist bei Netflix, Amazon, Maxdome und vielen weiteren Streaming-Diensten verfügbar. (Eine Übersicht findest du bei werstreamt.es).

"Silicon Valley" läuft mittlerweile in der dritten Staffel. Eine vierte ist für 2017 bestätigt. Bis jetzt gibt es 28 ca. 25-minütige Folgen. Die Serie ist unter anderem bei Amazon und Maxdome im Programm.

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