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"Game of Thrones" muss man gesehen haben? Nö.

"Game of Thrones", "House of Cards", "Orange is the New Black", "The Walking Dead", "Stranger Things". Ständig erzählt einem jemand, welche Serien man unbedingt schauen muss. Ständig kommen neue Staffeln heraus.

Und als Zuschauer steht man vor der schweren Entscheidung: Welche Serie soll ich bloß gucken?

Denn eine Serie zu schauen ist immer auch ein Investment. Man investiert Nerven, Gefühle – und vor allem Zeit. 26 Staffeln "Doctor Who" bingt sich schließlich nicht an einem Abend.

Umso wichtiger also, dass man von Serien nicht enttäuscht wird.

Um euch vor diesem Schicksal zu bewahren, haben wir sechs Serien herausgesucht, die du dir – wenn es nach unseren Redakteurinnen und Redakteuren geht – getrost sparen kannst. 

Auch, wenn deine Freunde vielleicht etwas anderes behaupten.

1Basti brach aus "Prison Break" aus

"Prison Break" startet – das behaupten zumindest viele – richtig stark. Ich habe schon in den ersten Folgen meine Zweifel gehabt, dass die gut durchtrainierten Models – ääh – Knastis mich lange begeistern können. Wer dem abstrusen Plot von auf Körpern tätowierten Gefängnis-Bauplänen aber doch etwas abgewinnen kann, wird spätestens in Staffel 3 so richtig enttäuscht. 

"Warum ist Staffel 3 so scheiße?" fragen viele Nutzer in Serienforen – die Antwort ist einfach: Weil die Serie gut ankam, wurde die Handlung maßlos gedehnt und gestreckt, um immer mehr davon senden zu können. Und dann kam der Autorenstreik von 2008. Und so darf man in Staffel drei dabei zusehen, wie die Handlungen der lieb gewonnen Ausbrecher nicht mehr von ihren Erfinderinnen und Erfindern, sondern (wahrscheinlich) von einer Bande nicht sehr gut dressierter Affen geschrieben werden. Ein Desaster, das ehrlich betroffen macht. Vor allem, wenn man nach dem starken Auftakt gespannt war, wie es weitergeht.

2Vicky wollte bei "Elite" gar nicht erst einsteigen

Die Serie "Gossip Girl" faszinierte mich als 14-Jährige. Die spanische Netflix-Serie "Elite" sollte angeblich genauso sein – nur besser. In der Serie dürfen drei Schüler, die nicht reich sind, aus etwas abstrusen Gründen auf eine Privatschule gehen, auf der alle reich sind. Sie werden gedisst, weil sie keinen Pool zu Hause haben, ein "armer" Schüler verliebt sich in eine "Reiche", und um die Klischees zu komplettieren hat der "arme" Schüler natürlich einen Bruder, der gerade aus dem Knast kommt. Und ihn in Schwierigkeiten bringt.

Klingt alles bekannt? Ja – Elite ist eine Mischung aus Gossip Girl und OC., California. In schlecht. Was mir vor zehn Jahren bei Gossip Girl und OC nichts ausmachte, nervte bei dieser Serie schon nach kurzer Zeit: Alles ist vorhersehbar und trieft vor Klischees.

Um das zu überspielen, setzten die Autoren auf zwei bewährte Stilmittel: Einen blutigen Mord, der völlig konstruiert wirkt, und Sexszenen, die ebenso ausführlich wie irrelevant für die Handlung sind. Nach vier Folgen klickte ich weg. 

3Leni kann auf "Mr. Robot" verzichten

Ein genialer, aber psychisch instabiler Hacker, der einen bösen Mega-Konzern und damit die Weltwirtschaft stürzen will: Mr. Robot ist der Serie gewordene 14-Jährige, der sich eine Anonymous-Maske aus China bei Ebay bestellt hat und abfällige Kommentare unter YouTube-Videos von Justin Bieber schreibt.

Tatsächlich wird Hacken in der Serie zwar verhältnismäßig korrekt dargestellt – im Gegensatz zu den meisten anderen Serien und Filmen, bei denen es ein beliebiger Brillenträger mit 30 Sekunden auf die Tastatur Einhämmern ins Atomkraftwerk schafft.

Das ändert aber nichts daran, dass es wenig raffiniert ist, Episoden wie Dateinamen zu nennen (Folge 3 heißt dann "eps1.3_da3m0ns.mp4" – urgh) oder die böse, böse Firma "E Corp" (wie EVIL, verstehste?) und die Hackergruppe "fsociety" (wie FUCK SOCIETY, huiuiui). Vielen Dank, aber ich hätte auch so verstanden, wer hier die Bösen sind. Und dann kommt "Mr. Robot" auch noch mit dem lahmsten Plot-Twist seit der Enthüllung, dass Dan "Gossip Girl" ist, um die Ecke. Ciao!

4Käthe hält sich aus "Game of Thrones" raus

Wenn ich an "Game of Thrones" denke, dann an abgetrennte Köpfe, gespießt auf einen Pfahl. Irgendwer hat gerade schon wieder jemanden abgeschlachtet oder ihm ein Körperteil abgeschnitten – gab es da nicht die Stelle mit dem Penis? 

Ich habe wirklich versucht, die Faszination für diese Brutalität zu verstehen. Immer wieder die ersten Folgen geguckt – mehrmals. Abgebrochen, neu gestartet, von Kollegen bequatschen lassen, wieder angefangen. Aber was soll ich mit einer Serie, bei der ich die Hälfte der Zeit sowieso nicht hingucke. Kaum hat man sich an eine Figur gewöhnt, stirbt sie auch schon wieder. Alle fürchten den Winter, mich lässt der ziemlich kalt.

5Emily braucht keinen "Black Mirror" in ihrem Leben

Von "Black Mirror" habe ich vielleicht zwei oder drei Folgen gesehen. In der futuristischen Serie geht es darum wie sich Medien und Technik auf die Menschheit auswirken – und das wird ziemlich drastisch dargestellt: Da ist die Helikopter-Mutter, die ihrer Tochter einen Chip ins Gehirn implantiert, mit dem sie kontrollieren kann, was ihr Kind sieht, macht und hört – bis ihre Tochter anfängt, sich selbst zu verletzen. Oder die Frau, die mittels künstlicher Intelligenz ein menschenähnliches Abbild ihres verstorbenen Mannes erzeugt.

Grundsätzlich hat mir das Konzept gefallen, dass jede Folge eine Story für sich ist, da ich kein besonders konsequenter Serien-Gucker bin. 

Aber: Die Thematik ist mir einfach zu negativ und düster. Man wird ja ohnehin schon jeden Tag mit Klimawandel, Digitalisierung, Bevölkerungswachstum und so weiter konfrontiert. Wenn ich dann am Abend im Bett liege und noch eine Serie schaue, möchte ich dabei auch mal abschalten können. "Black Mirror" ist da für mich leider die falsche Wahl.

6Baha war von "Firefly" abgeschreckt

Ich habe anfangs nicht verstanden, warum die Serie nach nur einer Staffel abgesetzt wurde. Was klingt cooler als Cowboys im Weltraum? Ich hatte Han Solo aus "Star Wars" vor Augen. Als ich mir allerdings die erste Folge von "Firefly" ansah, sah ich nur eine billige Kopie.

Nathan Fillion soll der Ersatz-Solo sein. Alles, was er macht, ist erfolglos mit Schrott dealen und dabei Reisende auf sein Schiff aufnehmen, die ganz zufällig neue Protagonisten werden. Das Traurige ist, dass Nathan Fillion kein schlechter Schauspieler ist. Nur bekam er von Regisseur und Autor Joss Whedon ein schlechtes Skript.

Das trifft genauso auf Morena Baccarin, Adam Baldwin oder Alan Tudyk zu. Klasse Schauspieler, gefangen in eindimensionalen, langweiligen Rollen, die aufgesetzte Konversationen führen. 

Joss Whedon hat mit "Toy Story" wirklich einen der schönsten Filme meiner Kindheit geschaffen. Das ist aber auch das einzige, was er hinbekommen hat: Spätestens mit "Firefly" beweist er, dass er kein Gefühl für Tiefe, Konversation, Handlung und Bildeinstellung hat.


Today

Schwangere Frau sollte abgeschoben werden – so rechtfertigt sich die Landrätin
Vier Fragen, vier Antworten

Nachdem sich eine schwangere Frau gegen ihre Abschiebung am Flughafen Hannover gewehrt hat, wurde sie von den Behörden einfach stehen gelassen. Die verantwortliche Landrätin rechtfertigt sich jetzt.

Was ist passiert?

Die 29-jährige Iranerin befand sich Mitte Oktober im Uniklinikum Mainz. Die Ärzte stellten erhöhte Zuckerwerte bei ihr fest. Da die Frau im vierten Monat schwanger war und dies zu Komplikationen führen kann, wurde sie stationär behandelt.

In der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober holten etwa ein Dutzend Beamten der Ausländerbehörde die Frau aus dem Krankenhaus und brachten sie zum Flughafen in Hannover (bento).

Zusammen mit ihrem Mann und ihrem anderthalb Jahre alten Sohn sollte sie in ein Flugzeug nach Zagreb in Kroatien steigen, wo sie den ersten Asylantrag gestellt hatten.

Die Familie weigerte sich in das Flugzeug zu steigen. Der Pilot lehnte deswegen ab, sie zu transportieren.

Daraufhin fuhren die Beamten die 29-Jährige mit ihrem Sohn zum Hauptbahnhof Hannover, zahlten ihr ein Handgeld von 100 Euro und forderten sie auf, alleine mit dem Zug zurück nach Bingen, bei Mainz, zu fahren und sich in ihrer Unterkunft zu melden.