Hier ist die präsidiale Playlist – und alles für deinen Obama-Kino-Abend

Wenn ein Durchschnittsmensch seine Lieblingsfilme und -songs des Jahres 2018 bei Facebook verkündet, gibt es ein paar Likes, vor allem von Mama und diesem einen Kommilitonen, der eh alles mag. Wenn aber Ex-US-Präsident Barack Obama das tut, ist alles anders. Wie jedes Jahr kurz vor Silvester hat Obama auf seiner Facebook-Seite eine Liste veröffentlicht, die zeigt, was er besonders gerne geschaut, gelesen und gehört hat.

Die Bilanz: Nach gerade mal 20 Stunden wurde der Beitrag fast 40.000 mal geteilt, 135.000 Likes gab es obendrauf. Ganz offensichtlich kommt der Mann immer noch gut an.

Das kann auch daran liegen, dass Barack Obama für einen Mann Mitte 50 einen ziemlich hippen Geschmack hat. Oder weil der Unterschied zu Donald Trump einfach so verdammt krass ist. Der hat bislang noch keine Liste mit seinen Lieblingsbüchern veröffentlicht. Deswegen haben wir uns die Listen von Barack Obama mal genauer angeschaut.

Das sind Obamas Lieblings-Songs aus 2018: 

Klar, Beyonce und Jay-Z stehen ganz oben. Dass die Obamas Fans des wahren Königspaares der USA sind, ist schon länger bekannt (bento). Ansonsten ist der Mix des US-Präsidenten recht smooth und leicht Jazz-lastig. Mit Ausnahme vielleicht von drei Tracks, die einen aus der melancholisch-romantischen Regentagsstimmung der anderen Songs herrausreißen: 

  • Cardi B's "I like it" 
  • "My own thing" von Chance the Rapper
  • "Wow Freestyle" von Jay Rock feat. Kendrick Lamar

Das sind Obamas Lieblingsfilme aus 2018: 

1 Annihilation

2 Black Panther

3 BlacKkKlansman

4 Blindspotting

5 Burning

6 The Death of Stalin

7 Eighth Grade

8 If Beale Street Could Talk

9 Leave No Trace

10 Minding the Gap

11 The Rider

12 Roma

13 Shoplifters

14 Support the Girls

15 Won’t You Be My Neighbor

Ein bunter Mix aus Popcorn-Kino, preisgekrönten Indie-Filmen und Gesellschaftskritik also. Ob die Liste zufällig so gewäht wurde? Sie inszeniert Obama als kritischen, aber trotzdem lockeren Typen, mit dem man gerne ins Kino gehen würde – weil er sich über einen Actionstreifen ebenso freut wie über eine Schwarz-weiß-Doku. 

Zuletzt: Barack Obamas Lieblingsbücher 2018

Obamas Lieblingsbücher sind fast alle ziemlich Amerika-spezifisch und oft noch nicht auf Deutsch erschienen. Wer nicht gerade Nordamerikanistik oder Politikwissenschaften studiert hat, wird in der Leseliste Obamas vielleicht etwas länger nach Stoff suchen müssen. Wo es möglich war, haben wir den Namen der deutschen Übersetzung angegeben.

  • "Becoming - Meine Geschichte" von Michelle Obama ("Natürlich mein Favorit", schreibt Barack augenzwinkernd dazu)
  • "An American Marriage" von Tayari Jones
  • "Americanah" von Chimamanda Ngozi Adichie ("Liebe Ijeawele" von ihr ist auch toll, hier mehr dazu bei bento)
  • "The Broken Ladder: How Inequality Affects the Way We Think, Live, and Die" von Keith Payne
  • "Befreit: Wie Bildung mir die Welt erschloss" von Tara Westover
  • "Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist" von Hans Rosling
  • "Futureface: A Family Mystery, an Epic Quest, and the Secret to Belonging" von Alex Wagner
  • "Freiheit mit gesenktem Kopf" von Ngugi wa Thiong’o
  • "Ein Haus für Mr. Biswas" von V.S. Naipaul
  • "Wie Demokratien sterben" von Steven Levitsky und Daniel Ziblatt
  • "In the Shadow of Statues: A White Southerner Confronts History" von Mitch Landrieu
  • "Der lange Weg zur Freiheit" von Nelson Mandela
  • "The New Geography of Jobs" von Enrico Moretti
  • "Die Rückkehr" by Hisham Matar
  • "Okonkwo oder Das Alte stürzt" von Chinua Achebe
  • "Kriegslicht" von Michael Ondaatje
  • "Why Liberalism Failed" von Patrick Deneen
  • "The World As It Is" von Ben Rhodes (Obama-zentrierte Memoiren eines ehemaligen Mitarbeites des Weißen Hauses)
  • "American Prison" von Shane Bauer 
  • "Arthur Ashe: A Life" von Raymond Arsenault
  • "Asymmetrie" von Lisa Halliday 
  • "Freiheiten: Essays" von Zadie Smith 
  • "Florida" von Lauren Groff 
  • "Frederick Douglass: Prophet of Freedom" von David W. Blight
  • "Immigrant, Montana" von Amitava Kumar
  • "Die Großzügigkeit der Meerjungfrau: und andere Erzählungen" von Denis Johnson
  • "Leben 3.0" von Max Tegmark 
  • "There There" von Tommy Orange 
  • "Washington Black" von Esi Edugyan

Wir würden uns wünschen, auch so viel Zeit wie Barack Obama zu haben und ebenfalls nebenbei noch 29 Bücher im Jahr zu lesen. Aber dieser Luxus ist wohl nur ehemaligen Staatsmännern vorbehalten... 


Haha

Die schrägsten Wandkalender für 2019 – und für wen sie geeignet sind
Unterschätze nie den Sex-Appeal eines Karpfens.

Einen Wandkalender zu kaufen, ergibt in Zeiten von Smartphone und Smartwatch nur noch bedingt Sinn. Wer wissen will, welcher Tag es ist, und welcher Tag auf den aktuellen folgt, kann das nämlich auch dort nachschauen.

Dennoch verteidigt der Kalender auch weiterhin seinen Platz an deutschen Wänden. Vielleicht deshalb, weil er jeden Monat ein neues Anguckerle zu einem bevorzugten Oberthema bietet. Und so ein herrlich naheliegendes Weihnachtsgeschenk darstellt für den Onkel, über den wir eigentlich nichts wissen, außer, dass er Nagetiere und die Toskana mag. 

Doch während sich der Reiz von zwölf hochauflösenden Aufnahmen von Meerschweinchen unter Zypressen noch vergleichsweise schnell erschließt, kommt man bei anderen Kalendern schon ins Grübeln.

Wer möchte sich so etwas ein Jahr lang an die Wand hängen? 

Wir haben uns ein paar der interessanteren Exemplare genauer angeschaut – und vielleicht verstanden, was Menschen dazu bewegen könnte, ihr 2019 ausgerechnet mit diesem visuellen Wunderwerk auszurüsten. 

1 Der Dampflok-Kalender