Bild: © Frédéric Batier/X Filme 2017
Nur für einen geht es tragisch aus.

Info / Spoiler: Babylon Berlin

Spoilerwarnung! In diesem Beitrag besprechen wir die aktuell verfügbaren Folgen und verraten alles. 

Hinweis: "Babylon Berlin" läuft auf Sky freitags um 20.15h. Auf den Streaming-Angeboten "Sky Go", "Sky on Demand" und "Sky Ticket" sind die aktuellen Folgen allerdings schon immer sieben Tage vorher verfügbar. Wir richten uns mit unseren Beiträgen nach der Verfügbarkeit bei diesen Streaming-Diensten.

Die Folgen kurz umrissen:
  • Charlotte Richter erfriert fast im Kühlraum des Armeniers, bevor sie ihm Informationen über den Gold-Zug verrät. 
  • Fritz wird erschossen und Greta ist danach bereit, für die Kommunisten Benda anzugreifen. 
  • August Benda und Gereon Rath bringen den halben Generalstab für den Aufbau einer Schatten-Armee vor Gericht und lange sieht es aus, als könnten sie Erfolg haben – dann aber doch nicht. 
  • Bruno Wolter und seine Militär-Freunde planen ein Attentat auf Gustav Stresemann und Aristide Briand, Friedensnobelpreisträger für die Verträge von Locarno, und so gegen die demokratische Regierung zu putschen. 
  • Gereon Rath verhindert das Attentat und rettet die Weimarer Republik – zumindest für den Moment.

Du bist noch nicht so weit? Hier geht es zu den Folgen 11 & 12

Stark: Charlotte rettet sich selbst.

Mit Charlotte hat "Babylon Berlin" eine beachtliche Frauenfigur geschaffen: taff und selbstständig, liebenswert und fürsorglich – eine starke Frau, die trotzdem nicht vom 21. ins frühe 20. Jahrhundert "reingeschrieben" wirkt, sondern genau in dieses Berlin in diese Zeit passt. In den aktuellen Folgen steht sie alleine einem Dutzend Männern gegenüber, allen voran dem Armenier, der sich ihr als Edgar vorstellt und von ihr Informationen über den Gold-Zug abpressen will. 

Am Ende gelingt ihm das auch – aber nicht bevor Charlotte links und rechts Typen ausknockt, mit Tritten zwischen die Beine und Feuerlöschern und Krallen und Zähnen, nicht bevor sie fast erfriert und nur aus purer Willenskraft nicht in die Bewusstlosigkeit abdriftet, und nicht ohne, dass sie am Ende lebend wieder aus der ganzen Nummer rauskommt

(Bild: © Frédéric Batier/X Filme 2017)
Unaufgeregt: Gereon rettet die Demokratie. 

Dieser Gereon Rath ist schon ein ganz besonderer Zeitgenosse. Er ist so still und fast unauffällig, dass man in den ersten Folgen öfter mal vergessen hat, dass er der Protagonist des Ganzen sein soll. Aber es ist genau dieses Unscheinbare, Besonnene, Unaufgeregte, was ihn zu einer Hauptfigur macht, die eben anders ist, eigen. 

(Bild: © Frédéric Batier/X Filme 2017)

Praktisch im Alleingang rettet er die Demokratie, indem er (wie genau, das hab ich noch nicht ganz verstanden) die Puzzleteile der "Operation Prangertag" zusammensetzt, sich Zugang zum Theater verschafft, ganz ruhig in geklauter Uniform einen laaaaaangen Gang entlang geht, im Saal einen der Scharfschützen ausfindig macht und das Attentat und damit den Putsch verhindert, ohne dass es die Öffentlichkeit mitbekommt.

Danach erwartet er kein Lob, keinen Orden, kein Schulterklopfen. Hätte Benda nicht gesagt, "ist Ihnen bewusst, dass Sie einen Staatsstreich verhindert haben?", es wäre fast nicht aufgefallen.

(Bild: © Frédéric Batier/X Filme 2017)
Düster: Antisemitismus im Aufmarsch. 

Eine Serie, die im Berlin der späten 1920er spielt und sich im politischen Milieu bewegt – da war schon zu befürchten, dass alle halbe Minute der erhobene moralische Zeigefinger durchs Bild fährt. Aber das hat "Babylon Berlin" dann doch deutlich besser gelöst, als der durchschnittliche Mittelstufen-Geschichtsunterricht, geduldig und über viele Folgen hinweg. 

Der Antisemitismus schleicht sich ganz langsam ein, hier und da, nicht zu dick aufgetragen. Wenn Fritz vor Gretas Augen erschossen wird und seine Kommunisten-Freunde ihr wieder und wieder sagen, dass die "Judensau" August Bendas als Chef der politischen Polizei das angeordnet hat, dann kann man irgendwie nachvollziehen, dass sie traurig und wütend und ihrer Liebe beraubt, irgendwann einknickt und sagt: "Sag mir was ich tun soll und ich mach es – egal was." 

Greta arbeitet bei Benda als Dienstmädchen.(Bild: © Frédéric Batier/X Filme 2017)

Auch wenn man ihr gerne über den Abgrund der Geschichte hinweg zurufen würde, dass Benda so ziemlich der beste Mensch Berlins ist und dass, selbst wenn das nicht so wäre, seine Religionszugehörigkeit mit dem ganzen Rest nichts zu tun hat. 

Wer nochmal? Das sind die Hauptdarsteller:
1/12
Ausbaufähig: Cliffhanger, bitte! 

Insgesamt, das kann man zwei Folgen vor Ende der beiden Staffeln sagen, ist "Babylon Berlin" auf jeden Fall gelungen und vielen Erwartungen gerecht geworden. Die Serie bietet fein gezeichnete Figuren, einen anspruchsvollen, aber klug über alle Folgen hinweg konstruierten Plot, tolle Bilder und einen grandiosen Soundtrack, ein sehenswertes Stadtporträt Berlins

Trotzdem fiebert man nicht auf die nächsten Folgen hin wie etwa bei "Game of Thrones". Klar, man freut sich drauf, aber man hat keinen Drang sie sofort zu sehen, man denkt nicht schon mittwochs, Gott sei Dank ist bald Freitag und es kommt wieder "Babylon Berlin". Und das liegt nicht daran, dass die Serie an sich nicht spannend ist, sondern einfach daran, dass sie fast jede Woche die besten Cliffhanger einfach hergibt

(Bild: © Frédéric Batier/X Filme 2017)

Die Momente, wenn zu Beginn in Folge 13 Charlotte aufwacht und auf das Bild blickt, das auch in den Pornofilmen ganz am Anfang zu sehen war (Motiv: Pferd mit Gasmaske), oder wenn am Anfang von Folge 14 ein Ingenieur, der im Prozess gegen den Generalstab ein wichtiger Zeuge sein könnte, auf offener Straße erschossen wird, werden einfach so vor den Opening Credits hergeschenkt. 

Dabei sind das doch genau die Momente, die einen auf die Stuhlkante rutschen lassen. 

Selbst in der vorletzten Woche gibt es am Ende keinerlei Cliffhanger. Stattdessen enden wir mit Raths und Bendas Niederlage und Bruno Wolter, der raucht und in die Ferne blickt. 

Schade. 

Na, wie gut kennst du dich in der Zeit aus?


Haha

Wenn du deinen Job als Kampfpilot so richtig ernst nimmst

Aufklärungsflüge können für Kampfpiloten ziemlich langweilig sein. Also hat sich ein Pilot der US-Navy wohl gedacht, den Begriff wörtlich zu nehmen – und einen riesigen Penis in den Himmel über Okanogan im US-Bundesstaat Washington gemalt. 

Das Ding war groß genug, dass es Anwohner vom Boden aus sehen konnten. Und fleißig fotografierten: