Bild: © Frédéric Batier/X Filme 2017
Serien-Tipps aus der Redaktion

Die finale Folge der zweiten Staffel "Babylon Berlin" läuft am Donnerstag im Fernsehen. Und neue Folgen lassen noch auf sich warten. Die ARD hat zwar bereits bestätigt, dass es eine dritte Staffel geben wird, und auch, dass die Regisseure und Autoren Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries bereits an den Drehbüchern arbeiten – aber der Starttermin steht noch aus.

Und jetzt? Jetzt brauchen wir andere Serien, die wir bis zum Start der neuen "Babylon Berlin"-Folgen gucken können.

Denn "Babylon Berlin" hatte so viel, was uns gefallen hat: die tolle 20er-Jahre Kulisse, die spannenden Charaktere, die ganze Atmosphäre. Welche Serien könnten das ersetzen? Wir haben sechs herausgesucht, die "Babylon Berlin" gerecht werden - auf ihre eigene Art. 

Für den zwielichtigen Protagonisten: Vicky empfiehlt "Berlin Station".

Gereon Rath ist einer der Guten. Oder nicht? Bei dem Kommissar aus "Babylon Berlin" ist man sich manchmal nicht sicher – ähnlich geht es dem Zuschauer bei Daniel Miller, CIA-Analyst und Hauptfigur in "Berlin Station". Auch wenn "Berlin Station" ein knappes Jahrhundert nach Babylon Berlin spielt, fesseln die Serien aus ähnlichen Gründen: ein Ermittler, mit dem man eigentlich sympathisieren will, dessen Charakter der Zuschauer letztlich aber nicht vollständig durchblickt – und genau deshalb nicht aufhören kann, ihm bei seiner Spurensuche zu folgen. Ein Verbrechen, das es aufzuklären gilt, koste es, was es wolle – in Berlin zu einer Zeit, in der Politik und Gesellschaft nach rechts rücken.

Wer aus diesen Gründen "Babylon Berlin“ geschaut hat, den wird auch "Berlin Station" begeistern. 

Für die 20er-Jahre-Atmosphäre: Franzi überbrückt die Zeit mit "Boardwalk Empire".

1920, Atlantic City. Enoch "Nucky" Thompson hat, was alle wollen: Alkohol. Und Macht. Denn in den Vereinigten Staaten greift die Prohibition um sich, Alkohol ist verboten – und wird trotzdem munter weiter ausgeschenkt. Nucky hat Gangster und korrupte Politiker um sich geschart und kontrolliert so nach und nach immer größere Teile des städtischen Lebens. 

"Boardwalk Empire" ist erstens der perfekte Ersatz für "Babylon Berlin", weil es die Stimmung der 20er transportiert - bis in die kleinsten Details von Kleidung, Musik und Tanz. Und zweitens, weil auch hier die Geschichte der Verflechtung von Verbrechen und Politik erzählt wird – sogar nach historischem Vorbild: Die Figur von Nucky Thompson basiert auf Enoch L. Johnson. 

Wer also an "Babylon Berlin" die historischen Anspielungen, die gewaltigen Bilder, den Soundtrack der 20er Jahre und die Kriminalgeschichte besonders mochte, findet in "Boardwalk Empire" einen würdigen Nachfolger.

Aber während die Charaktere in Berlin zu großen Teilen den Anspruch an sich selbst haben, moralisch zu handeln, kann man das über Nucky und Kollegen wirklich nicht sagen. Da erinnert "Boardwalk Empire" dann eher an "House of Cards".

Für das historische Setting: Selma mag "Downton Abbey".

Wer für knapp eine Stunde dem Alltag entffliehen will, trifft mit "Downton Abbey" die einzig richtige Entscheidung. Die mehrfach preisgekrönte Serie behandelt in sechs Staffeln das Schicksal einer britischen Adelsfamilie und ihres Personals, sowie wichtige historische Ereignisse. Beispielsweise den Untergang der "Titanic", den Ersten Weltkrieg und die Einführung des Frauenwahlrechts.

Die Serie ist für "Babylon Berlin"-Fans interessant, weil sie im Jahr 1912 anfängt und im Jahr 1925 endet – sie zeigt quasi die Vorgeschichte von Gereon Rath und Kollegen, wenn auch aus britischer Perspektive. Und wie schon bei "Babylon Berlin" merkt der Zuschauer, wie sich das gesellschaftliche Klima langsam aber sicher verändert. 

Downton Abbey erhielt 2011 sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde, weil die Serie die von Kritikern am besten bewertete Fernsehserie des Jahres war (BBC America). Mit einer hochkarätigen Besetzung, bestehend aus Schauspielerinnen und Schauspielern wie Maggie Smith, Hugh Bonneville, Michelle Dockery und Elizabeth McGovern, wird sie dem Weltrekord auf jeden Fall gerecht.

Für das gegensätzlichen Ermittler-Duo: Korinna empfiehlt "True Detective".

Gereon Rath und Charlotte Ritter aus "Babylon Berlin" haben euch gefallen? Ihr mögt krasse Ermittler-Duos? Dann schaut euch mal "True Detective" an. 

Von der Serie gibt es bislang zwei Staffeln, eine dritte ist bereits abgekündigt (Ha! Auch wie bei "Babylon Berlin"!). Jede Staffel erzählt eine abgeschlossene Geschichte, in der jeweils ein Fall gelöst wird. Ganz ehrlich: Die erste Staffel ist um Längen besser als die zweite. Aber die erste Staffel ist dafür auch ein absolutes Muss für Fans von Detektiv-Geschichten. 

In der ersten Staffel müssen zwei Polizisten, der Familienmensch Marty Hart (Woody Harrelson) und der geheimnisumwitterte Rust Cohle (Matthew McConaughey), in Louisana einen Serienmörder fassen. Die Grausamkeit und Zurschaustellung seiner Morde erinnern ein bisschen an die Serie "Hannibal". 

Die beiden Ermittler könnten kaum unterschiedlicher sein – und das macht ihre Dialoge so spannend. Auf jeden Fall keine Serie, die so nebenbei dahinplätschert. Gut zuhören und genießen. 

Für die düstere Crime-Atmosphäre: Baha schlägt "Peaky Blinders – Gangs of Birmingham" vor.

Arbeiter, die die Revolution vorbereiten, kommunistenjagende Polizisten und Veteranen, die traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehren: Das beschreibt nicht nur Berlin, sondern auch das graue, verrauchte England im Jahr 1919 ziemlich gut. Auf den Straßen des tristen, industriellen Birminghams findet sich die Shelby Family wieder.

Thomas Shelby (Cillian Murphy) macht mit seiner Familie das, was fast jeder zu der Zeit will: Geld. Das aber nicht unbedingt auf legalem Wege. Die Shelbys manipulieren Pferdewetten – bis sie beschließen, sich selbst ein Imperium aufzubauen. Dabei werden sie von Kommunisten, dem zornigen Inspector Chester Campbell (Sam Neill) und anderen Mafiabossen, gespielt von Tom Hardy oder Adrien Brody, bekämpft. Die Miniserie verleiht ein gutes Gefühl für das Leben der Menschen nach dem Ersten Weltkrieg und vermittelt nebenher einen Eindruck, der aufgeheizten, politischen Lage in England. Die Beschreibung kommt einem doch nach "Babylon Berlin" irgendwie bekannt vor, oder?

Für Kurzangebundene: Steffen rät zu "Bodyguard".

"Babylon Berlin" ist vorbei - und du sehnst dich nach einer spannenden Serie, die aber nicht gleich 12 Staffeln hat und dich ein Jahr auf das Sofa fesselt?

Dann ist "Bodyguard" die richtige Wahl.

Auch hier geht es um Verschwörungstheorien, Verbrechen und Politik - allerdings sehr viel schneller und moderner erzählt. 

Die Handlung: Wir folgen dem Kriegsveteranen und Polizisten David Budd. Er verhindert einen Selbstmordanschlag in einem Zug und steigt danach zum Personenschützer der Innenministerin Großbritanniens auf. Die arbeitet gerade an einem umstrittenen Sicherheitsgesetz. Es folgen: Intrigen, Sex, Action. Der starke Mann schützt die schwache Frau? Nein, es ist natürlich viel komplizierter. 

Die Grundidee ist nicht all zu originell, aber das macht nichts. Die Hauptfiguren wirken nicht platt. Die Serie ist voller Plot-Twists. Das Ergebnis: In Großbritannien war keine Serie in den vergangenen zehn Jahren erfolgreicher. 

Von "Bodyguard" gibt es sechs Folgen, die jeweils rund 40 Minuten dauern. Man guckt sie am besten am Stück an einem Samstagnachmittag – und dann ist man schnell über den Verlust von "Babylon Berlin" hinweg.



Streaming

Wird "Dogs of Berlin" so gut wie "Dark"? Hier ist der erste Trailer
Alles was wir bislang über die zweite deutsche Netflix-Serie wissen.

Am 7. Dezember kommt mit "Dogs of Berlin" die zweite deutsche Netflix-Serie raus. Schon jetzt können wir den Trailer sehen.

  • Er zeigt prügelnde Nazis,
  • es fliegen Molotov-Cocktails auf Polizeiwagen
  • und zwei Polizisten ermitteln in einem Mordfall.

Dazu gibt es Musik von Haftbefehl und Schüsse aus der Maschinenpistole – "Dogs of Berlin" setzt also ganz offensichtlich auf Action.

Was ist bereits zu "Dogs of Berlin" bekannt?

  • Im "Dogs of Berlin" erzählt die Geschichte der beiden Polizisten Erol Birkan und Kurt Grimmer. Sie versuchen den Mord an dem deutsch-türkischen Fußballstar Orkan Erdem aufzuklären.
  • Die Serie soll verschiedene Teile der Berliner Unterwelt zeigen: Drogenbanden, Marzahner Nazis, Mafia – alles dabei. Auch die Berliner Rap-Szene spielt eine Rolle. Dazu kommen mächtige Politiker, auch sie könnten in den Mord an dem Nationalspieler verwickelt sein.
  • Hinter der Serie steckt Christian Alvart. Von ihm stammte die Idee zur Serie, außerdem hat er das Drehbuch geschrieben und führt Regie.
  • Nach "Dark" ist "Dogs of Berlin" die zweite deutsche Netflix-Serie. Dabei soll es aber nicht bleiben: Erst kürzlich hat der Streaming-Gigant fünf neue deutsche Serien angekündigt.

Hier kannst du den Trailer sehen: