Bild: Walt Disney Germany/dpa
Die Folgen wären weitreichend. Achtung, Spoiler!

Unter Marvel-Fans kursiert schon seit Monaten eine große Frage: Wie wird der Titel des vierten Avengers-Film lauten? Denn es wird ein riesiges Geheimnis um den Titel gemacht und er kann – gerade für Fans der Comic-Hefte – viel über den weiteren Verlauf des gesamten Marvel Cinematic Universe verraten. Jetzt kursiert eine neue und sehr beliebte Theorie über den Filmtitel. Sie hätte weitreichende Folgen für das Marvel Cinematic Univere – wenn sie denn zutrifft.

Wie geht die Theorie?

Der Theorie zufolge wird der Titel des vierten Films "Avengers: Annihilation" lauten. Wie ein Reddit-User herausfand, wurde im zweiten Avengers "Age of Ultron" wahrscheinlich sogar schon ein Hinweis darauf gegeben. Denn Scarlet Witch (gespielt von Elizabeth Olsen) sagt in einer Szene zur künstlichen Intelligenz Vision (gespielt von Paul Bettany), "I looked in your head and saw annihilation". Annihilation bedeutet "Vernichtung".

Auch zum düsteren Ende des dritten Teils der Filmreihe könnte der Titel "Annihilation" passen. In "Avengers: Infinity War" vernichtet  Thanos mit einem Fingerschnippen die Hälfte der Menschheit.

Was bedeutet "Annihilation"?

Wortwörtlich "Vernichtung" - also ein treffender Titel für den Abschluss der dritten Phase des Marvel Cinematic Universe. Da scheint es fast egal, ob damit gemeint ist, dass Thanos doch noch alle Avenger besiegt, oder umgekehrt.

Allerdings gibt es auch ein Marvel-Comicevent aus dem Jahr 2007 mit dem gleichen Titel. Die Geschehnisse haben nur wenig mit der bisherigen Handlung der Filme zu tun. Sie könnten aber Hinweise darauf geben, wie es weitergeht.

Was passiert in den "Annihilation"-Comics?

Das Event spielt im Weltall und verknüpft mehrere Helden und Bösewichter miteinander.

Neben unserer Welt gibt es noch eine sogenannte Negativzone. Dort regiert der Superschurke Annihilus. Mit einer riesigen Armee kommt er in unsere Welt und verleibt sie sich Planet für Planet ein. Milliarden von Lebewesen sterben, auf der Erde bekommt man davon aber nichts mit, die hiesigen Heldinnen und Helden sind gerade mit dem "Civil War" beschäftigt.

Also stellen sich kosmische Helden wie Richard Rider, der Silver Surfer, Drax, Phyla-Vell und Star-Lord Annihilus entgegen.

Was könnte das mit "Avengers 4" zu tun haben?

  • Annihilus verbündet sich im Event mit Thanos, bevor dieser ihn verrät und Galactus ins Boot holt. Galactus, der Weltenfresser genannt, ist ein Schurke, der noch mal eine Stufe härter ist.
  • Besiegt wird Annihilus mit Hilfe der Quantum-Bänder, einer starken kosmischen Waffe.
  • Auch die Alienrassen der Skrull und der Kree spielen in dem Event eine große Rolle.

Ob Annihilus – oder gar Galactus – Teil des Films werden, ist unklar. Aber der Titel könnte nahelegen, dass vor allem Captain Marvel wichtig wird. Der Captain-Marvel-Film läuft nur einen Monat vor Avengers 4 in den Kinos an.

  • Vielleicht verschmelzen Thanos und Annihilus im Film zu einer Figur. 
  • Vielleicht bekommt Captain Marvel die wichtigen Quantum-Bänder, die ursprünglich ihrem Vorgänger Mar-Vell gehörten. Die Bänder sind derart mächtig, dass sie Zeitreisen und Teleportation erlauben – auch in die Quantum-Ebene, in der sich Ant-Man derzeit befindet. 
  • Und gerade Zeitreisen und der Sprung in die Quantum-Ebene könnten der Schlüssel sein, Thanos zuvorzukommen und die in "Avengers: Infinity War" getöteten Heldinnen und Helden zu retten.

Eines steht mit "Annihilation" auf jeden Fall fest: Das MCU läutet damit seine neue galaktische Zeit ein. Denn Phase 4 soll seinen Schwerpunkt von der Erde hinaus ins Weltall verlegen. 

Mit dem Verkauf von Fox an Disney kehren auch einige Figurenrechte zurück, vor allem die der "Fantastic Four" und die ihres ärgsten Gegners Galactus. Und wenn Galactus wirklich zurückkehrt, wäre Thanos nichts als ein kleines Vorspiel gewesen.


Gerechtigkeit

29-jähriger Deutscher wird in der Türkei zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt
Sechs Fragen und sechs Antworten zu dem Prozess

Patrick K. ist 29 Jahre alt, im März machte er Urlaub in der Türkei, ging wandern. So erzählen es seine Eltern. Jetzt soll Patrick fast sieben Jahre hinter Gittern bleiben. Der Vorwurf der Türkei: Er soll Mitglied einer Terrororganisation sein. 

Was wird ihm genau vorgeworfen?

  • Das türkische Gericht wirft K. die Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor. Demnach soll er sich der Kurdenmiliz YPG angeschlossen haben, die der PKK nahesteht.
  • Ein Zeuge habe ihn im Januar in einem syrischen Krankenhaus gesehen, wo er eine YPG-Uniform getragen und als Arzt gearbeitet haben soll. 
  • Die Staatsanwaltschaft verwies außerdem auf eine angebliche Mail, in der Patrick K. Kontakt mit der YPG aufgenommen haben soll. "Ich werde für Euch kämpfen", soll er darin in gebrochenem Englisch geschrieben haben. "Ich bin auch Tourist in Kilis und werde gehen, um euch zu helfen."
  • Er habe laut Anklageschrift ausgesagt, er wäre in Deutschland von zwei Personen dazu verleitet worden, sich der YPG anzuschließen. Erst nach seiner Festnahme habe er erfahren, dass es sich bei der YPG um eine Terrororganisation handelt.

K. sitzt bereits seit mehr als acht Monaten in einem Gefängnis in der osttürkischen Provinz Elazig.

Was sagt Patricks Familie dazu?

Die Anschuldigungen seien "Unsinn", sagte seine Familie. Zu dem Zeitpunkt, zu dem er angeblich im Krankenhaus gesehen worden seien soll, habe sich ihr Sohn in Deutschland aufgehalten, sagte seine Mutter. Außerdem sei er gelernter Schreiner und Tischler und habe später als Kurierfahrer gearbeitet, als Arzt habe er in der Türkei nicht gearbeitet. Er sei dort lediglich zum Wandern gewesen.

Wie sieht das Urteil genau aus?

  • Wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation hat ihn das türkische Gericht zu sechs Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. 
  • Weil Patrick K. das Sperrgebiet betreten habe soll, soll er außerdem für ein Jahr und acht Monate ins Gefängnis. Dieser Teil ist aber laut seins Anwalts zur Bewährung ausgesetzt.

Wie geht es Patrick?

Vor dem Gerichtstermin hatte K.s Mutter Claudia S. der Deutschen Presse-Agentur gesagt, ihr Sohn habe große Angst auch gesundheitlich gehe es ihm nicht gut. Er kämpfe seit Wochen mit einer Mittelohrentzündung und habe drei Zähne verloren. 

Wie sind die Reaktionen auf das Urteil?

Patricks Familie sei geschockt, sagte eine Freundin. "Patrick wurde verurteilt für nichts, das war eine üble Überraschung". Seine Mutter könne derzeit nicht reden.

Patrick selbst sei "sehr traurig", sagte sein Anwalt Hüseyin Bilgi. Der Richter habe das Urteil nicht begründet, in der Türkei sei es aber üblich, detaillierte Urteilsbegründungen nachzureichen. 

Der Deutsche Kurden-Verband zeigt sich entsetzt und nennt das Urteil "erschütternd und demütigend". "Der einzige Beweis für diesen Vorwurf ist, dass K. während seines Wanderurlaubs im kurdischen Grenzgebiet aufgegriffen wurde", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Mehmet Tanriverdi.

Patrick K. ist nicht der erste Deutsche in türkischer Haft.

Das Verhältnis zwischen Berlin und Ankara ist nach einer Serie von Festnahmen deutscher Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mehr als angespannt. Aus "politischen Gründen" sind derzeit fünf Deutsche in Haft. 

Wie geht es jetzt weiter?

Anwalt Bilgi will das Urteil anfechten. Wie es mit Patrick K. weitergeht, wird wohl vor allem von den diplomatischen Bemühungen abhängen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) besucht derzeit die Türkei. Er wollte auch die schwierige Menschenrechtslage in der Türkei ansprechen, sagte Altmaier am Donnerstag. Die Deutschen in türkischer Haft dürfte er dabei nicht aussparen.

Mit Material von dpa