Was der Regisseur und die Schauspieler über den Dreh sagen.

In Disneys Zeichentrickfilm "Aladdin" aus dem Jahr 1992 reihte sich ein Klischee über den Nahen Osten an das andere – so wird es Disney seit Jahren vorgeworfen. Um das bei der neuen Realverfilmung, die 2019 erscheinen soll, zu verhindern, hat das Produktionsteam daher einige Vorkehrungen getroffen.

Was wird dem "alten Aladdin" vorgeworfen?

Der Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1992 soll rassistisch sein und ein Klischee nach dem anderen bedienen. Der Islamwissenschaftler Ulrich Marzolph von der Uni Göttingen schreibt in einer seiner Arbeiten

"Der Disney-Film ist die technisch perfekte visuelle Realisierung einer voreingenommenen und wenig um Objektivierung anhand tatsächlicher Verhältnisse bemühten Sichtweise, für die der amerikanische Literaturwissenschaftler Edward W. Said 1978 den Terminus Orientalismus geprägt hat." 

Puh. Ein hartes Urteil.

Er schreibt weiter, dass im Film einige "implizit wertende Eingriffe" vorgenommen werden, die "nur als impertinente amerikanische Anmaßungen" verstanden werden können. (Marzolph, S. 455)

Konkret nennt er folgende Beispiele:

  • Die orientalischen Machthaber werden dargestellt als hilflos tölpelhaft (der Sultan) oder berechnend, böswillig und extrem machtgierig (Dschafar).
  • Jasmin ist zwar eine aktive Heldin (wie in "1001 Nacht" vorgesehen), wird dann aber unnötig sexuell und knapp bekleidet dargestellt.
  • Der Hauptmann der Palastwache, der an sich schon sehr grob, laut und nicht sonderlich intelligent dargestellt wird, heißt Rasul. Rasul ist zwar ein geläufiger Name, aber das arabische Wort "rasul" bedeutet "Gesandter (Gottes)" und ist die gebräuchliche Bezeichnung für Muhammad, den Stifter der Religion des Islam
  • Das Anfangslied des Filmes enthält eine "unmißverständlich rassistische Tendenz" (so heftig, dass der Text für die Video-Veröffentlichung des Films geändert wurde), mit Zitaten wie, dass das Land, aus dem Aladdin kommt (also irgendwo in der Nähe des Jordans) "barbarisch" sei oder beschrieben wird mit den Worten: "wo sie dir das Ohr abschneiden, wenn sie dein Gesicht nicht mögen". 

Zur (Mini-)Verteidigung des Disney-Stoffes führt aber auch Marzolph an, dass die Vorlage "Aladin und die Wunderlampe" ursprünglich von einem Franzosen geschrieben wurde. Der Orientalist Antoine Galland lieferte Anfang des 18. Jahrhunderts mit "Les mille et une nuits" die erste Übersetzung von "1001 Nacht" – und fügte die Aladin-Geschichte kurzerhand hinzu. Dabei bediente er sich verschiedener mündlicher Überlieferungen aus der arabischen Welt und seiner französischen Landleute.

Die Übersetzung von "1001 Nacht" von Galland ist insgesamt umstritten, weil er viel den seiner Zeit üblichen Sichtweisen und Trends anpasste. (Marzolph, S. 450f.)

Wie will sich Disney jetzt vor neuen Rassismus- und Klischee-Vorwürfen bei "Aladdin" schützen?

Indem der Konzern es jetzt besser macht. Das Magazin "Entertainment Weekly" hat mit verschiedenen Mitgliedern des Produktionsteams von "Aladdin" gesprochen. 

  • Mena Massoud, der Aladdin spielt, betont zum Beispiel die Diversität des Ensembles: Er selbst ist ägyptisch-kanadisch, Naomi Scott (Jasmin) ist kaukasisch-indisch, Nasim Pedrad (Dalia, Jasmins Beraterin, eine Rolle, die es im Zeichentrickfilm nicht gab) ist iranisch-amerikanisch und Marwan Kenzari (Dschafar) ist Niederländer mit tunesischer Abstammung. Damit soll die Vielfalt der Welten des Nahen Ostens und Südasiens repräsentiert werden. Schon beim Casting wurde extrem darauf geachtet: Es gab einen Castingaufruf, bei dem explizit nach Schauspielern aus dem Nahen Osten gesucht wurde. (bento)
  • Unterdessen ließ sich Produktions-Designerin Gemma Jackson von der marokkanischen, persischen und türkischen Kultur, viktorianischen Gemälden und Iznik-Keramiken inspirieren.
  • Regisseur Guy Ritchie sagte gegenüber "Entertainment Weekly", dass er am Set von einer "Armee von Kulturberatern" unterstützt wurde. 

Hier kannst du dir den Teaser zur Realverfilmung von "Aladdin" anschauen: 

Diese Schauspieler sind bei "Aladdin" dabei: 

...Mena Massoud. Massoud hat ägyptische Wurzeln und wuchs in Kanada auf. Er hat unter anderem in "Jack Ryan" mitgespielt.
Die Schauspierlin hat britisch-indische Wurzeln. Zuletzt hat sie der pinke "Power Ranger" in der 2017-Realverfilmung.
Rapper, Prinz von Bel-Air, Men in Black, Date Doctor und Deadshot. Jetzt halt auch ein Dschinn. ;)

Der tunesisch-niederländische Schauspieler wird in "Aladdin" der Bösewicht sein. 

1/12

Eigentlich war der Kinostart bereits für November 2018 angesetzt. Leider müssen sich die Fans noch eine Weile gedulden. 

"Aladdin" wird voraussichtlich am 24. Mai 2019 in den Kinos starten. 


Fühlen

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