Bild: Paramount Pictures
Und warum du dich nicht trauen wirst, im Kino zu knistern oder zu rascheln.

Falls du an diesem Wochenende in "A Quiet Place" gehst, dann kauf' dir besser kein Popcorn und auch keine Nachos. Du wirst dich eh nicht trauen, während dieses Films zu rascheln oder zu knistern. Im Horror-Thriller von John Krasinski kann nämlich jeder Laut tödlich sein.

In dem Film wird die Welt von insektenartigen Monstern überrannt, die sich mit Vorliebe von Menschenfleisch ernähren. Die Kreaturen sind blind, werden aber schon von leisen Geräusche magisch angezogen. Innerhalb kurzer Zeit haben sie den Menschen als gefährlichstes Raubtier des Planeten abgelöst.

Das Motto in dieser neuen Welt lautet: Stay silent, stay alive.

Nach diesem Mantra lebt auch die Familie Abbott. Vater Lee (Co-Autor und Regisseur John Krasinski), Mutter Evelyn (Emily Blunt) und die drei Kinder kommunizieren fast ausschließlich in Gebärdensprache. Besonders schwierig ist diese Situation für Tochter Regan (Millicent Simmonds) – da sie gehörlos ist, bekommt sie im Ernstfall gar nicht mit, wenn Gefahr droht.

Jeder kennt Horror nach Schema F: Ein mordlustiger Irrer jagt wandelnden Klischees nach, die nach und nach möglichst blutig getötet werden. Wer Sex hat oder schwarz ist, geht zuerst drauf. Mehr als stumpfes Popcorn-Kino traute das Genre sich jahrzehntelang nicht zu. Dabei kann Horror so viel mehr als das.

In modernen Horror-Filmen kommt der Schrecken nicht mehr nur von außen, sondern von innen. 

Die vergangenen Jahre haben uns eine ganze Reihe vielschichtiger Horrorfilme beschert:

  • "It Follows" greift die gestörte Beziehung des Genres zum Thema Sex auf: Nachdem sie mit ihrem Freund geschlafen hat, wird die jugendliche Heldin auf Schritt und Tritt von einer übernatürlichen Erscheinung verfolgt.
  • In "Der Babadook" scheint das unnachgiebige Monster stellvertretend für die Depression der sozial isolierten Protagonistin zu stehen. 
  • "Get Out" thematisiert Alltags-Rassismus in den USA und die widersprüchliche Faszination der weißen Elite über afroamerikanische Kultur.

An diesen Trend schließt "A Quiet Place" nahtlos an. Auch hier werden etablierte Horror-Klischees vom ersten Moment an auf den Kopf gestellt. Wo klassischer Horror auf Lautstärke setzt, arbeitet Krasinski mit Stille. 

Im ganzen Film werden nicht mehr als zehn Sätze gesprochen, und auch Musik kommt nur sporadisch zum Einsatz. 

In dieser Atmosphäre ist jedes Geräusch auf der Leinwand überdeutlich hörbar. Und jedes Geräusch sorgt für Anspannung, denn jedes Geräusch könnte das letzte sein. Schon ein einziger Fehltritt kann tödliche Konsequenzen haben – das macht der Film bereits in den ersten Minuten unmissverständlich klar. Von da an nimmt die Spannung bis zum schockierenden Finale immer weiter zu.

Doch es ist nicht nur die monströse Bedrohung, die Familie Abbott sprachlos macht. Unausgesprochene Konflikte belasten die Vater-Tochter-Beziehung zwischen Lee und Regan. Er hat Angst, seine Familie auf Dauer nicht beschützen zu können und setzt alles daran, Sohn Marcus (Noah Jupe) für diese Aufgabe vorzubereiten. Auf Regan wirkt es, als würde der Vater ihren Bruder vorziehen. Sie fühlt sich aufgrund ihrer Gehörlosigkeit nutzlos und ungeliebt. "Du liebst sie doch noch, oder?“, fragt Marcus (Noah Jupe) seinen Vater in einem ruhigen Moment. "Dann solltest du's ihr sagen!“

Solche Sätze erwartet man nicht in einem Horrorfilm, aber hier funktionieren sie fantastisch. 

Scheinbar mühelos strickt "A Quiet Place" eine Geschichte, die gleichermaßen berührt und beängstigt. Beim Publikum kommt das an: In den USA schaffte der Film auf Anhieb den Sprung an die Spitze des Kino-Charts. Am 12. April 2018 startet "A Quiet Place“ nun auch in den deutschen Kinos. Für Fans des Genres ist er Pflichtprogramm – aber auch, wenn ihr mit Horror gar nichts anfangen könnt, solltet ihr hier mal eine Ausnahme machen. Gut möglich, dass ihr am Ende sprachlos zurückbleibt.


Gerechtigkeit

Frankreich macht Assad für Angriff mit Chemiewaffen verantwortlich
Merkel schließt eine deutsche militärische Beteiligung aus.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron macht den syrischen Machthaber Baschar al-Assad für einen Angriff mit Chemiewaffen verantwortlich. Dem Fernsehsender TF1 sagte er, Frankreich habe Beweise dafür, dass die syrische Regierung für den Einsatz des Giftgases verantwortlich sei: 

"Wir haben den Beweis, dass in der vergangenen Woche (...) Chemiewaffen eingesetzt wurden, mindestens Chlorgas, und dass sie von dem Regime Baschar al-Assads eingesetzt wurden." (Zeit Online)
Um welchen Angriff geht es?