Bild: Max Trautwein
Zehn Sachen, die du für "Work & Travel" unbedingt wissen solltest

"Work and Travel", – das kann die beste Zeit deines Lebens werden. Und doch sollte man aufpassen, dass das Abenteuer am anderen Ende der Welt nicht zum Albtraum wird.

Wir haben zehn Dinge aufgelistet, die du auf jeden Fall wissen solltest, bevor du die große Reise machst:
Coromandel Peninsula, eine Halbinsel im Norden Neuseelands.(Bild: Kevin Wedel)
1. Spare dir vorher ein Futter an

Je mehr Geld man vor dem Abflug spart, desto besser lässt es sich reisen. Man muss zwar nicht super reich sein, um "Work and Travel" zu machen. Auch mit einem überschaubaren Startkapital kannst du sofort einen Job suchen und erst einmal eine Zeit malochen, bevor es dann auf Entdeckungstour geht.

Trotzdem macht es Sinn, noch vor dem Start der Reise Geld zu verdienen. Denn in vielen Ländern braucht man für die Einreise bereits ein Rückflugticket und einen Nachweis über ein Grundbudget (2400 Euro für Neuseeland, 3200 Euro für Australien, 1600 Euro für Kanada, 2000 Euro für Japan). Dieses Geld kannst du dir auch von Bekannten oder Verwandten leihen, du musst nur den Kontoauszug vorweisen.

Junge Reisende erzählen: Das habe ich bei "Work and Travel" gelernt:
1/12

Unterschätze nicht die Kosten für Essen, Unterkünfte und Aktivitäten! Mit Geld ist es einfach lustiger und angenehmer. Die Seite "Auslandsjobs.de" gibt eine gute Übersicht, wie teuer das Reisen und Leben letztlich ist.

Ist man Struktur gewohnt, kann "Work and Travel" eine Herausforderung sein
2. Sei flexibel

Du hast dir eine Reiseroute zurechtgelegt? Nice! Aber die kannst du gleich wieder an den Nagel hängen. Wenn Backpacker eines schnell lernen, dann dass es stets anders kommt als gedacht: Eine Straße ist kurviger, eine kleine Wanderung länger oder es ist einfach schöner an einem Ort als erwartet.

Das Gute: Es ist überhaupt nicht schlimm – denn man hat ja Zeit. Wer mehrere Monate im selben Land unterwegs ist, darf sich auch mal ein wenig treiben lassen. Doch wenn du Struktur gewohnt bist, kann "Work and Travel" eine Herausforderung sein - die Ziellosigkeit und Ungewissheit kann gerade am Anfang bedrückend sein.

Diese Orte solltest du in Australien gesehen haben:
1/12
3. Kümmer dich aktiv um Arbeit

"Und wenn ich pleite bin, arbeite ich eben." Oft hört man unter Backpackern diesen Satz. Arbeit zu finden ist leider in der Praxis nicht immer so einfach. Zwar gibt es gerade in Australien und Neuseeland viele Jobs in der Landwirtschaft, im Obstanbau oder in Restaurants – aber die findet man nicht von alleine.

Daher der Tipp: Lieber vier Wochen früher suchen, bevor der letzte Euro ausgegeben ist. Dabei ist es wichtig, ein wenig mit der Ernte und der Arbeit zu reisen und mit anderen Reisenden zu sprechen – sie wissen am besten, wo es gerade etwas zu verdienen gibt.

Kevin Wedler beim Wwoofing: Er hilft einem Imker bei der Arbeit mit Bienen.(Bild: Kevin Wedler)

Häufig hat man in kleinen Agenturen, im Hostel oder direkt bei einer Farm Glück. Mit WWoofing auf Farmen kann man auch gut erste Erfahrungen sammeln und vielleicht wichtige Kontakte knüpfen. Beliebt sind "Working Hostels", wo man sich ein Bett mietet und dafür einen Job vermittelt bekommt.

Egal, wie du deine Jobs schließlich findest: Hauptsache du hast einen Job bevor das Geld knapp wird – sonst ist die Stimmung im Keller und vielleicht auch die Reise zu Ende.

4. Bleib für einen Job auch mal länger an einem Ort

Mal hier eine Woche arbeiten, dann weiterreisen und dort ein paar Tage Geld verdienen. So stellt man sich "Work and Travel" vor, aber so läuft es meist nicht. Auch am anderen Ende der Welt haben die Arbeitgeber gerne Planungssicherheit. Wer daher nicht gerade als Erntehelfer oder für eine Zeitarbeitsfirma tätig ist, wird sich darauf einstellen müssen, für längere Zeit am selben Ort zu bleiben: Verträge über vier oder sogar acht Wochen sind keine Seltenheit.

Eine Alternative in großen Städten oder Touristen-Hochburgen können Gelegenheitsjobs sein. Diese sind dann eventuell überdurchschnittlich gut bezahlt, aber dauern meist nur wenige Tage.

Ein Braunbär am Straßenrand in Kanada.(Bild: Kiki Kreuder)
5. Beiß dich durch und gib nicht zu schnell auf

Backpacking und "Work and Travel" kann auch anstrengend werden: Du bist das Ende der Nahrungskette, und dort weht ein rauer Wind. Jeder hat wenig Geld und ist zu fast jedem Job bereit. Und wer seinen Job nicht gut macht, wird ersetzt – so einfach ist das. Also: Durchbeißen!

6. Autokauf – ja, aber

Mit dem eigenen Fahrzeug reist es sich gerade in Ländern wie Australien am einfachsten und damit auch am besten. Zwar kann man auch mit den Überlandbussen, mit anderen Reisenden oder per Anhalter von A nach B kommen. Wer das Geld jedoch hat, sollte sich auf jeden Fall den fahrbaren Untersatz leisten.

Egal, ob Bulli mit Schlafmöglichkeit oder kleiner Toyota – beim Kauf ist Vorsicht geboten: Alle Wagen, die für das Backpacker-Budget in Frage kommen, sind alt und haben ihre beste Zeit lange hinter sich. Reparaturen sind da programmiert – schließlich investiert jeder Eigentümer nur das Nötigste.

Schon an den Kauf solltest du nicht blauäugig herangehen. Achte darauf, wie vertrauenswürdig der Verkäufer wirkt! Frag lieber zweimal nach und informiere dich vorher ein wenig über Autos. Einige Händler haben sich darauf spezialisiert, junge Backpacker übers Ohr zu hauen.

Auf jeden Fall solltest du den Wagen von einer unabhängigen Werkstatt untersuchen lassen. Diese 100 Euro sind sinnvoll investiert! In einigen Ländern kann man auch überprüfen, ob das Auto mal gestohlen wurde. Ein Restrisiko fährt natürlich immer mit: Dir muss klar sein, dass für deine Karre jeder Kilometer der letzte gewesen sein kann!

Backpacker-Leben in der Byron Bay, an der australischen Ostküste.(Bild: Jakob Höfker)
7. Selber planen ist am besten

Noch bevor es losgeht, musst du dich fragen: Einfach drauflos reisen und selbst organisieren, oder buchst du ein Orga-Paket von einem kommerziellen Anbieter?

Solche Agenturen helfen beim Buchen, beim Visum und halten Jobangebote und einen Ansprechpartner vor Ort bereit. Das lassen sie sich allerdings teuer bezahlen – häufig eine überflüssige Investition, die das Startkapital empfindlich belastet. Denn all das kannst du auch günstiger selbst machen.

Kleiner Tipp: Frag mal im Freundes- und Bekanntenkreis nach, wer jemanden in deinem Reiseland kennt. Mit so einer Anlaufstelle kann man sich die teure Organisation aus Deutschland sparen.

Whale Beach an den Northern Beaches von Sydney, Australien. (Bild: Jakob Höfker)
8. Achte beim Rucksackpacken auf das Zwiebelprinzip

Ein Rucksack ist groß und schwer – der Platz jedoch überschaubar. Neben nützlichen Sachen wie Taschenlampe, einem kleinen Messer und dem nötigsten Camping-Equipment müssen vor allem Klamotten reinpassen.

Die Auswahl fällt meistens nicht leicht. Wichtig hier: das Zwiebel-Prinzip. Also Kleidung mitnehmen, von der du bei kaltem Wetter mehrere Lagen übereinander anziehen kannst. Du solltest auch robuste Klamotten einpacken, nur für seltene Momente etwas Besseres. Vor allem: Stell dich darauf ein, dass du dir die Shirts, Pullis und Hosen über die kommenden Wochen leidtragen wirst – und vermutlich auch verschleißen wirst.

Die Backpacker-Küche ist rustikal, einfach und nicht immer lecker
9. Genieß ein letztes Luxusessen vor der Reise

Die Backpacker-Küche ist rustikal, einfach und nicht immer lecker. Genieß also die letzte Mahlzeit daheim, die auf einem richtigen Herd gekocht wurde. Spätestens, wenn du nach einem langen und anstrengenden Tag hungrig im Regen über dem Gaskocher hängst, wirst du das Backpacker-Leben verteufeln.

Das Gute: Man gewöhnt sich dran – irgendwie. Und noch besser: Man wird erfinderisch. Wie koche ich etwas Leckeres und lebe gleichzeitig trotz hoher Lebensmittelpreise relativ günstig? In Australien kannst du zum Beispiel frisches Obst am Straßenrand kaufen. Das ist oft günstiger als im Supermarkt.

Blick auf die Byron Bay an der australischen Ostküste. (Bild: Jakob Höfker)
10. Geh auf Menschen zu

Reisen heißt offen zu sein. Wer schüchtern, eingebildet oder verschlossen ist, muss daran arbeiten – aber keine Sorge: Dafür ist deine "Work and Travel"-Zeit perfekt geeignet. Wer nicht mit anderen Menschen ins Gespräch kommt, der verpasst das Beste.

Du bist schon offen und sprichst gerne mit Fremden? Sehr gut! Trotzdem solltest du dich darauf einstellen, dass "Work and Travel" auch einsam sein kann. Gerade der Anfang ist oft hart: Alleine im fremden Land, weit weg von daheim, mit Jetlag und Planlosigkeit.

Aber: Es wird besser werden, du wirst Leute kennenlernen, kürzere und längere Freundschaften schließen.

Mehr Reisen:

bento-Newsletter Stories

Jede Woche unsere
besten Stories per Mail


Today

So verrückt feierte die Schweiz ihren neuen Gotthard-Tunnel
Nackte Tänzer zu einer Tunneleröffnung?

Eine schluchzende Verkehrsministerin, viel Stolz und nackte Brüste? Es geht doch nur um einen neuen Zugtunnel! Falsch.