Was junge Leute bei "Work and Travel" gelernt haben

Noch einmal, bevor es im Leben anstrengend wird, die Freiheit des Reisens spüren. Neue Kulturen kennen lernen, Menschen aus aller Welt treffen und dazu beeindruckende Landschaften entdecken.

Wenn das Geld nach Schule, Ausbildung oder Studium knapp ist, entscheiden sich viele für eine Kombination aus Reise und Arbeit und planen ein “Work and Travel”-Abenteuer.

Australien, Kanada oder Neuseeland locken seit Jahren Backpacker an. Die meisten kommen begeistert wieder: reisen, sich mit Arbeiten die Reisekasse aufbessern und das alles für nicht nur drei oder vier Wochen, sondern für mehrere Monate.

Diese Orte solltest du in Neuseeland besuchen:
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Fünf junge Leute erzählen von ihren guten und schlechten "Work and Travel"-Erfahrungen:

(Bild: Kevin Wedler)

Kevin Wedler, 22, "Work and Travel" in Neuseeland

"Mit der ‚No Worries’-Einstellung der Neuseeländer muss man klar kommen. Die 'Kiwis' sind super freundlich, einige Deutsche haben mit deren Mentalität aber ein Problem: Wenn man ein Bett zum Schlafen angeboten bekommt, sollte man sich nicht über den Staub beschweren.

Ich würde jedem mit auf den Weg geben, dass bei 'Work and Travel' nicht immer alles super ist. Darauf sollte man sich einstellen! Positive und negative Erfahrungen gehören dazu. Direkt nach der Ankunft habe ich mich zum Beispiel nicht wohl gefühlt: Jetlag, fremde Stadt, alleine und ein wenig Heimweh – da habe ich voreilig entschieden, nur für fünf Monate zu bleiben.

Aber auch sonst gehören solche schlechten Erfahrungen einfach dazu. Etwa, als ich beim Wwoofing wie eine billige Arbeitskraft behandelt wurde und es nur geschüttet hat. Aber: Das nächste Hoch kommt bestimmt. Und das ist dann umso schöner!"

(Bild: Theresa Raulf)
Theresa Raulf, 21, "Work and Travel" in Australien

"Ich war hinterher zufrieden, dass ich überhaupt einen Job gefunden hatte. Mit dem Früchtepflücken hat es nicht geklappt – ich habe dann in Melbourne gekellnert.

Ganz wichtig ist, dass man sich nicht mit anderen Reisenden vergleicht. Es gibt immer andere, die noch viel mehr gesehen und erlebt haben, als man selbst. Ich hatte dann das Gefühl, dass meine Reise nicht spektakulär genug war – das ist natürlich Quatsch.

Man sollte sich nicht vom Erlebten der anderen blenden lassen. Trotzdem sollte man offen sein und von den Tipps lernen. Das ist eine schwierige Gratwanderung.“

(Bild: Max Trautwein)

Max Trautwein, 22, "Work and Travel" in Australien

"Ich kann 'Work and Travel' jedem empfehlen. Trotzdem gibt es unterwegs auch viele Baustellen, auf die man sich einstellen sollte: Zum Beispiel die Beziehung mit der Freundin zu Hause, die ziemlich strapaziert wird.

Auch mit dem Reisepartner kann es nicht immer einfach sein. Man sollte sich daher überlegen, ob man wirklich mit dem besten Freund loszieht – die Freundschaft könnte danach kaputt sein. Man lernt sich gegenseitig und die jeweiligen Macken einfach ganz neu kennen.

Später habe ich in einer Bananenkarton-Fabrik Arbeit gefunden, aber mein Reisepartner saß weiterhin im Hostel. Das hat der Stimmung und der gemeinsamen Reisekasse nicht gut getan. Man sollte sich auf jeden Fall auf Rückschläge einstellen. Trotzdem: Die acht Monate in Australien waren die besten meines Lebens!"

(Bild: Kiki Kreuder)

Kiki Kreuder, 35, "Work and Travel" in Neuseeland und Kanada

"Generell sollte man sich darauf einstellen, dass das Leben in Kanada, aber auch in Neuseeland, recht teuer ist – vor allem die Lebensmittel. Da zahlt man in Kanada schon mal fünf Dollar für fünf Scheiben Käse.

Wirklich überrascht war ich von den vielen Deutschen in Neuseeland. Ihnen aus dem Weg zu gehen, ist fast unmöglich. Man muss sich schon bemühen, auch mit anderen Nationalitäten in Kontakt zu kommen. In Kanada sind die Deutschen einfach weiter verstreut.

Egal, ob Deutsche oder nicht, man sollte auf die anderen Reisenden zugehen. So bekommt man die besten Tipps und lernt die wichtigen Dinge der 'Work and Travel'-Zeit: Toleranz, Flexibilität und Offenheit."

(Bild: Jakob Höfker)

Jakob Höfker, 19, "Work and Travel" in Australien

"Zwar ist 'Work and Travel' eine super Erfahrung, aber nach der Schule unterschätzt man es völlig. Ich hatte mir zwar Gedanken gemacht, aber am Ende doch überhaupt keine Ahnung, wie das in der Praxis läuft. Man muss alles selbst organisieren und bekommt von niemandem etwas geschenkt. Vor allem muss man irgendwie aus der Masse von Backpackern herausstechen.

Ich bin in Melbourne mit 30 Lebensläufen von Cafés, zu Restaurants, zu Bars gerannt – am besten spricht man mit dem Manager. Letztlich habe ich mich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Für mich war es dabei überraschend, dass das Wort eines Australiers nicht viel zählt. Mal wurde mir ein WG-Zimmer versprochen, mal ein Job – gehört habe ich von beiden nie wieder.

Hier findest du 10 Tipps, wie deine "Work and Travel"-Reise unvergesslich wird:

Die australische Mentalität ist da ganz anders als die deutsche. Weil jeder überfreundlich ist, weiß man nie genau, woran man ist. Das kann ganz schön nerven.

Das Planen ist bei 'Work and Travel' auch so eine Sache. Eigentlich kann man es gleich ganz sein lassen. Planen funktioniert nicht. Damit umzugehen, musste ich erstmal lernen. Ich habe dann irgendwann gar nicht mehr geplant."

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