Futtern, Fotografieren und Feiern.

Zwischen dem 11.11. und Rosenmontag zieht so mancher Kölner Karnevalist von einer Sitzung zur nächsten. Doch was ist mit denjenigen, die in den gut drei Monaten zwischen Eskalation (11.11.) und totaler Eskalation (Rosenmontag) noch ein normales Leben führen? Was tun, wenn in Köln der Winter einbricht?

Wir haben zehn Vorschläge, wie du die kalten Tage in der Stadt am Rhein (und der schönsten Stadt der Welt!) verbringen kannst:
1. Der Klassiker: Erkunde die Rheinbrücken.
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Du denkst, der Rhein ist nur im Sommer schön? Dann bist du noch nie durch richtige Nebelschwaden gewandert. Sieben Brücken queren im Kölner Stadtgebiet den Rhein – und jede bietet ihren ganz eigenen Blick auf die Stadt. Also mummel dich ein und starte an der Hohenzollernbrücke, die direkt hinter dem Kölner Dom liegt. Von dort aus wanderst du die rechte Rheinseite entlang und gehst Richtung Süden an der Deutzer Brücke vorbei bis runter zur Südbrücke und schließlich zu den Poller Wiesen. Die Orte, wo du im Sommer auf einer Decke dein kaltes Bier genießt, sind vor allem in den frühen Morgenstunden in dicke Nebelwolken getaucht. Unglaublich schön!

2. Alternative Weihnachtsmärkte.

Wer einmal am Wochenende durch die Kölner Innenstadt musste, wird es nie wieder freiwillig tun – denn sie ist grundsätzlich hoffnungslos überfüllt. Viel schlimmer ist das zur Weihnachtszeit, wenn die Weihnachtsmarkt-Büdchen noch mehr Platz wegnehmen und gleichzeitig mehr Menschen in die Straßen locken. Und da hilft auch die wirklich hübsche Lichterkettenbeleuchtung am Weihnachtsmarkt auf der Domplatte nichts. Geht stattdessen auf einen der alternativen Weihnachtsmärkte in Köln.


Alternative Weihnachtsmärkte- und Basars gibt es in Köln zum Glück zu Hauf. Wer eher auf Geschenke-Suche ist, findet vielleicht auf dem "Supermarkt" etwas Schönes. Wer Weihnachtsmärkte hingegen primär als Glühweinquelle sieht, sollte unbedingt in die Kölner Südstadt. "Glühweinsaufen für den guten Zweck" kann man an der Lutherkirche in der Kölner Südstadt. Der Weihnachtsmarkt ist winzig. Neben Glühwein gibt es dort ein bisschen Streetfood und Kunsthandwerk.

3. Winter – endlich Zeit fürs Museum.

Du willst runterkommen vom vorweihnachtlichen Geschenkestress? Geh. Ins. Museum. Es gibt wenige Orte, die so viel Ruhe ausstrahlen, wie ein gutes Museum – abgesehen vom eigenen Bett. Wenn du aber im Wachzustand runterkommen willst, kannst du das in diesem Winter im Kölner Museum Ludwig tun. Das feiert in diesem Jahr sein 40. Jubiläum und hat für seine Ausstellung "Wir nennen es Ludwig" internationale Künstler wie Ai Weiwei ins Boot geholt. Wer eher auf Fotografie steht, sollte sich die"Master of Beauty"-Ausstellung ansehen. Sie zeigt Porträts von Künstlerinnen und Society-Ladies, die Fotograf Karl Schenker Anfang des 20. Jahrhunderts abgelichtet hat. Beide Ausstellungen laufen bis zum 8. Januar.

4. Lecker Pommes!

Solange wir noch das Jahr 2016 schreiben und du dich noch nicht um gute Vorsätze scheren musst, kannst du noch einmal so richtig reinhauen. Schließlich sehen wir alle in gefütterten Winterjacken aus wie kleine Michellin-Männchen – da macht die ein oder andere kulinarische Eskalation auch keinen Unterschied mehr. Wer sich in den vergangenen Wochen jedoch an klassischen Weihnachtsmarkt-Fastfood-Highlights satt gefuttert hat, sollte unbedingt mal das Kölner Frittenwerk ausprobieren. Da gibt’s Fritten, ja. Aber was für welche. Poutine. Mit frischen Soßen und Pulled Pork. Dagegen kann die gewöhnliche Pommes-Schranke nur abstinken.

5. Am Eijelstein gibt's Musik. Am Eijelstein gibt's Tanz.

Wenn es in Köln um coole Szeneviertel geht, ist schnell von Ehrenfeld und vom Belgischen die Rede. Eine Ecke, wo du definitiv einfach mal ziellos durchschlendern solltest sind die Straßen rund um den Eigelstein, etwa fünf Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Es ist eine Mischung aus Bahnhofsviertel, ranzigen Clubs und Bars und sehr hübschen, kleinen Altstadt-Gassen. Einige der Straßen hier sollen schon zur Zeit der Römer existiert haben. Im Eigelstein-Viertel und im nahe gelegenen Agnesviertel gibt es einige alternative Bars und Cafés, die jedoch noch nicht vor Gentrifizierung triefen – wo du also auf Stühlen sitzt und nicht auf Fritz-Cola-Kästen.

6. Aufwärmen im Textilcafé.

In der Nähe der Eigelstein-Torburg liegt das Textilcafé, ein gemütlicher Ort, wo du nicht nur gut essen und trinken, sondern auch Klamotten kaufen kannst. Die Tische im Café sind von Kleiderständern umgeben, sodass du dich theoretisch nach dem Mittagessen auch neu einkleiden könntest.

7. Sonnenuntergang mit Domblick.

Schon mal über 500 Stufen auf den Kölner Dom gestiegen, um dann festzustellen, dass sie Aussicht jetzt nicht allzu überragend ist? Tja, könnte vielleicht daran liegen, dass das Wahrzeichen der Stadt – der Dom – nicht zu sehen ist. Anstatt sich also zu Fuß durch enge Wendeltreppen und schwindelerregende Metallgitter-Konstruktionen zu quälen, hier ein Alternativvorschlag: Lauf einmal über die Hohenzollernbrücke zum LVR-Tower, der direkt gegenüber vom Dom liegt. Bezahl 3 Euro Eintritt, fahr mit dem Aufzug aufs Dach und genieß einen der absolut wunderschönsten Ausblicke auf die Stadt. Besonders im Winter kann man von dort ganz easy einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten, schließlich geht die Sonne früh genug unter, sodass man das Spektakel noch während der Öffnungszeiten des Towers beobachten kann.

8. Glühweintrinken ohne zu frieren.

Das Café Storch im belgischen Viertel, ist eine der wenigen Bars, die man dort noch als bodenständig bezeichnen kann. Keine überteuerten Preise, zusammengewürfelte Inneneinrichtung – alternativ, aber unverkrampft alternativ. Und: Du kannst hier Glühwein trinken, ohne, dass dir sämtliche Körperteile abfrieren. Außerdem gibt es hier jeden Montag die Dichterstunde – einen Poetry Slam. Einfach mal berieseln lassen und Glühweintrinken, während draußen die Straßen vereisen – genau das Richtige im Winter.

9. Trau dich mal nach Mülheim.

Was der Wedding für Berlin ist, ist Mülheim in etwa für Köln. "Mülheim ist im Kommen", heißt es schon seit Jahren – aber so richtig hat die Gentrifizierung hier noch nicht angesetzt. Gut so. Das Viertel auf der rechten Rheinseite ist bekannt für seine internationale Bevölkerung. Wie international es hier ist, wird vor allem auf der Keupstraße deutlich – die hauptsächlich von türkischen Cafés und Geschäften gesäumt ist. Im Winter gibt es hier nichts Schöneres, als sich bei einem leckeren Çay aufzuwärmen.

10. Tanz dir den Winter von der Seele.

Okay, zugegeben: Der Kölner Ebertplatz ist nicht gerade eine der Ecken, die man nachts besonders gerne aufsucht. Aber es kann sich lohnen. Wer den Winterblues satt hat und keine Lust auf schicke Drinks in hippen Bars hat, sollte nachts an den Ebertplatz – ins "African Drum". Diesen Laden hört man schon aus der Ferne, denn am Wochenende wird im "African Drum", was eigentlich ein afrikanisches Restaurant ist, ziemlich aufgedreht. Dieser Laden ist alles andere als hip, dafür kannst du die ganze Nacht zu nigerianischem Pop tanzen und dir vorstellen, wie es wäre, wenn draußen keine Minusgrade herrschen würden.


Future

Unser Podcast "Einfach machen": Wie sich Marcel nach einem Ortswechsel wieder aufrappelt

Marcel, der alles liegen gelassen hat, um als Schauspieler nach Hollywood zu gehen, rappelt sich nach seiner depressiven Phase in der vergangenen Episode wieder auf. Im Flugzeug nach New York macht er eine vielversprechende Bekanntschaft. Und sein Impro-Workshop ergattert eine Show in Manhattan. Doch am Ende weiß Marcel genau, was er jetzt ändern muss.