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Noch zwei Wochen bis Heiligabend. Weihnachten kommt eben immer schneller, als man denkt. Dies ist ein Text für alle, deren Gefühle bezüglich der Feiertage sich ungefähr so beschreiben lassen:

(Bild: Giphy )

(Und natürlich auch für alle, die noch ein bisschen zusätzliche Weihnachtsstimmung abgreifen wollen.)

Wir stellen fünf unterschätzte Städtchen vor, in denen auf jeden Fall der Funke überspringt:
Sophia: Rothenburg ob der Tauber
(Bild: Daniel Karmann/dpa)

Warum?

Rothenburg ob der Tauber ist die Personifizierung süddeutschen Kleinstadt-Kitschs: Mittelalterliche Fachwerkhäuser drängen sich in enge Kopfsteinpflaster-Gassen, umgeben von einer Stadtmauer, auf die alle umliegenden Städte neidisch sind – dazu ein Burggarten, von dem aus man ins dicht bewachsene Taubertal hinab blickt.

Wenn im Dezember dann noch überall Lichterketten leuchten und an gefühlt jeder Ecke ein Glühwein- oder Crêpes-Stand steht, ist die Weihnachtsstimmung perfekt. Anders als in den den meisten Kleinstädten stehen die Buden des Rothenburger Weihnachtsmarkts – genannt Reiterlesmarkt – nämlich nicht nur auf dem Marktplatz, sondern ziehen sich durch die kleinen Gassen hindurch vom Rathaus bis zur Kirche.

Komm, ein Glühwein geht immer. In der Slideshow findest du eine Dosis weihnachtlichen Zauber:
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Wo liegt's?

Rothenburg ob der Tauber liegt in Mittelfranken, ziemlich genau zwischen Nürnberg und Heilbronn. Bekannt ist die Kleinstadt vor allem für das Taubertal Festival, das jedes Jahr im August stattfindet. Übrigens: Wer genug von Altstadt und Weihnachtsmarkt hat, kann auch einen Spaziergang durch eben dieses Taubertal machen.

Wie komme ich hin?

Das ist leider der Nachteil der Kleinstadt-Idylle: Sie ist schwer zu erreichen. Von den nahegelegensten ICE-Bahnhöfen Würzburg oder Nürnberg fährt man noch jeweils eine gute Stunde mit der Bimmelbahn. Einfacher ist die Anreise mit dem Auto: Rothenburg liegt direkt an der A7.

Nike: Lüneburg
(Bild: Philipp Schulze/dpa)

Warum?

Kopfsteinpflaster, enge und verwinkelte Gassen, Backstein-Altbauten und kleine Lädchen mit Markisen über der Tür: Wer durch Lüneburg bummelt, fühlt sich gerade an kalten Tagen wie im Winter-Miniaturwunderland.

Die Stände des Weihnachtsmarktes verteilen sich in vielen Ecken der alten Stadt – und unter den beleuchteten Giebeln lässt sich gemütlich Glühwein trinken. Für Fantasievolle gibt es die Märchenmeile mit ihren Puppenhäusern, jedes von ihnen erzählt auf Knopfdruck eine Geschichte.

Und wer bis dahin nicht schon im fröhlichen Weihnachtshimmel schwebt, der sollte in einem der vielen Cafés in der Schröderstraße eine heiße Waffel bestellen. Oder über den historischen Christmarkt schlendern – und sich beim Anblick der vielen ausgestellten traditionellen Trachten in eine andere Welt träumen.

Wo liegt’s?

Die Hansestadt Lüneburg liegt in Nordniedersachsen, etwa 50 Kilometer südlich von Hamburg, am Rand der wunderschönen Lüneburger Heide. Studenten lieben das mediterrane Flair von Lüneburg. Die Universitätsstadt ist auch wegen ihrer Kneipendichte beliebt: Es ist die zweitgrößte in ganz Europa.

Wie komme ich hin?

Lüneburg hat einen Bahnhof, der auch vom Fernverkehr angesteuert wird. Vom Bahnhof aus sind es nur noch wenige Minuten bis in die Innenstadt. Wer lieber Auto fährt: Vom Nordwesten aus ist Lüneburg über die A39 zu erreichen, vom Süden über die B4. Aus dem Osten führt die B216 nach Lüneburg.

Marc: Quedlinburg

Warum?

Man kann sich zu Weihnachten im Schneematsch durch überfüllte Fußgängerzonen schieben, man kann sich daheim vergraben, man kann sich mit Plörre-Glühwein zwischen Klappbuden-Weihnachtsmärkte stellen. Oder man fährt nach Quedlinburg.

Die historische Altstadt sieht aus wie eine glückliche Variante von “Game of Thrones”, mittelalterliche Höfe reihen sich an Fachwerkhäuser. Enge Gassen führen hinauf zu einem kleinen Schloss, das Kopfsteinpflaster reibt angenehm unter den Stiefeln. Zur Weihnachtszeit sind leuchtende Sterne zwischen die Häuser gespannt, in den Höfen eröffnen Handwerker ihre Läden – man glaubt sofort, dass hier auch der Weihnachtsmann einkaufen würde.

Wo liegt's?

Quedlinburg liegt am Rande des Harzes – und damit ziemlich nahe am Herzen Deutschlands. Das Städtchen gehört zu Sachsen-Anhalt, aber auch von Thüringen, Niedersachsen und Hessen ist es nur eine kurze Fahrt.

Wie komme ich hin?

Der Bahnhof wird von überall angefahren und liegt nahe am Zentrum. Besser ist allerdings die Anreise per Auto: Aus Richtung Westen über Braunschweig mit der A395 und B6, aus Osten von Magdeburg aus mit der A14 und von Bernburg die B6 und von Süden über Kassel via A71 und dann ab Nordhausen mit der B4.

Annika: Aachen
Warum?

Aachen ist genau der richtige Ort um sich durch die Adventszeit zu naschen: Die Lebkuchenstadt ist berühmt für ihre Printen. Durch die kleinen Gassen der Altstadt ziehen sich zahlreiche Geschäfte mit Leckereien. Besonders zu empfehlen ist die Printenbäckerei Klein in der Franzstraße: In dem Familienunternehmen kann man nicht nur von den handgemachten Printen kosten, es werden auch einstündige Führungen durch den Produktionsprozess angeboten. Wer danach noch nicht satt ist, kann in dem großen Werksverkauf des Schokoladenherstellers Lindt noch mal richtig zuschlagen.

Wo liegt's?

Aachen liegt im Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden, knapp 90 Kilometer westlich von Köln. Vor allem in der Vorweihnachtszeit ist die Stadt voller Touristen, die den berühmten Aachener Weihnachtsmarkt besuchen wollen. Wer kein Problem mit Menschenmassen hat, ist hier genau richtig, um sich in Weihnachtsstimmung bringen zu lassen.

Wie komme ich hin?

Der Aachener Hauptbahnhof wird von zahlreichen Schnellzügen aus ganz Deutschland angefahren. Einmal angekommen, lässt sich das historische Zentrum der Stadt mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten wie dem Aachener Dom, dem Rathaus oder dem Elisenbrunnen ganz einfach fußläufig erreichen.


Käthe: Mainz
(Bild: Fredrik von Erichsen/dpa )

Warum?

Weil du hier in umfunktionierten Riesen-Weinfässern deinen Glühwein schlürfen kannst. Eng aneinander geschmiegt sitzt du mit deiner dampfenden Tasse in der runden Holzhütte – perfekt für die kalten Tage. Außerdem schmeckt der Glühwein in Rheinland-Pfalz – dem Wein-Bundesland-Nummer-Eins – besonders fruchtig. Hier bieten die Winzer nur das Beste an.

Der beleuchtete Mainzer Dom und ein Sternenhimmel aus Lichterketten auf dem Marktplatz sind die perfekten Motive für deine nächsten Instagram-Beiträge. In der Krippe vor dem Dom sind die Figuren lebensgroß – auch für alle Heiden ein optisches Highlight.

Nicht weit vom Weihnachtsmarkt entfernt liegt der Rhein. Wer das Gedränge zwischen den Weihnachtsmarktbuden nicht mehr ertragen kann, kann hier wieder durchatmen. Wenn es dunkel ist und die Lichter entlang der Promenade erstrahlen, wird es einem weihnachtlich warm ums Herz.

Wo liegt's?

30 Autominuten von Frankfurt und zehn von Wiesbaden entfernt.

Wie komme ich hin?

Bei so viel gutem Glühwein sollte man nicht das Auto benutzen. Der Hauptbahnhof in Mainz liegt sehr zentral. Von dort aus sind es etwa zehn Gehminuten bis zum Dom. Wer den Weg über den Schillerplatz nimmt, kann hier auf einem kleineren Weihnachtsmarktableger schon mal das erste Getränk zu sich nehmen.

Und jetzt:
(Bild: Giphy)

Gerechtigkeit

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Was diese Frau als 14-jähriges Mädchen erlebt, ist grausam. Jahrzehntelang schwieg sie über ihre Vergewaltigung. Jetzt nutzte Michelle Thomson ihre Position als Abgeordnete im schottischen Parlament, um über das Tabu-Thema aufzuklären.