Bild: bento

Georgien ist eines dieser Länder, die mich am Ende eines langen Tages vor Begeisterung kaum einschlafen lassen:

Weil man hier morgens vom Läuten der Kuhglocken geweckt werden kann, sich mittags als Anhalter auf der Ladefläche eines Trucks durch die Gebirgslandschaft schaukeln lässt und am nachmittag im eigenen Jeep fleht, dass einem auf der engen Gebirgsstraße mit der tiefen Schlucht auf der einen Seite und dem Wasserfall auf der anderen Seite jetzt bitte bitte kein Gegenverkehr kommt.

Die aggressiven Autofahrer sind nämlich das weitaus größere Problem als die zahlreichen Kühe, Schweine und Ziegen, die einem auf den Straßen begegnen. 

Was sich empfiehlt: Einen Geländewagen mit Versicherung mieten. Sich dem scheinbar regellosen Verkehrsfluss anpassen. 

Und immer mit einer Vollbremsung rechnen.
(Bild: Mathias Vatterodt)

Abgesehen von solch alltäglichen Bedrohungen ist Georgien aber ein sicheres Reiseland – was überrascht, wenn man bedenkt, dass der kurze Krieg mit Russland um die Teilgebiete Abchasien und Südossetien weniger als zehn Jahre her ist. Die beiden Regionen sollte man bis heute meiden. Und statt dessen in der Mitte des Landes mit der Reise beginnen:

1. Tiflis (Tblisi) und Mtskheta

Von Dortmund kommt man schon ab 100 Euro nach Kutaisi und zurück. Hier leiht man sich einen Geländewagen aus und fährt 230 Kilometer Richtung Tiflis (Tblisi), Georgiens Hauptstadt. 

Auf dem Weg kommt ihr an Mtskheta vorbei, einer UNESCO Weltkulturerbe Altstadt voller Sakralbauten und auf jeden Fall einen Abstecher wert.  

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Tipp: Die Jvari-Kirche auf der anderen Seite des Flusses im Sonnenuntergangslicht betrachten. 

In Tiflis schlendert man am besten entlang des Flusses und durch die engen Gassen. Ein ausgezeichnetes Restaurant mit einer beeindruckenden Aussicht auf die Stadt und der darüber thronenden Narikala Festung ist die "Tiflis Veranda“: Rotwein, gutes Essen und Panorama-Ausblick!

Essen und Trinken in Georgien

Das georgische Nationalgericht ist zweifelsohne „Mzwadi“. Der Schaschlik-Spieß wird mit vorher eingelegten Fleischwürfeln bestückt und über offenem Feuer gegrillt. Weit verbreitet ist auch das Khachapuri – ein überbackendes Käsebrot, das mit dick aufgetragener Butter serviert wird.

Eins darf auf einer eingedeckten Tafel in Georgien niemals fehlen: der Wein. Im ganzen Land wird Wein angebaut und mittlerweile sind georgische Weine auch international gefragte Exoten. 

2. Borjomi

Der Kurort Borjomi ist wegen seines Mineralwasser und durch zahlreiche Heilquellen berühmt. Auf dem Gelände des Likani-Kurparks gibt es zahlreiche Quellen, deren heilendes Wasser zur Behandlung von allerlei Krankheiten eingesetzt wird, von Magen-Darm-Erkrankungen über Stoffwechselstörungen bis hin zu Nervenleiden. 

Wer den Urlaubern und Kur-Touristen in der Stadt ausweichen will, kann sich in den wenige Kilometer entfernten Borjomi-Kharagauli-Nationalpark verkriechen. Bei mehrtägigen Wanderungen kann man mit Glück auch Bären sehen.

3. Vardizia und der kleine Kaukasus

Unweit der türkischen Grenze liegt das Höhlenkloster Vardzia, das man nach zweistündiger Fahrt von Borjomi aus erreicht. Bereits von weitem sind die in Fels gehauenen Höhlen des Klosters zu erkennen, der Anblick dieser Anlage verschlägt einem schnell die Sprache. 

Zur Blütezeit waren in den Berg bis zu 2.000 Säle und Kammern eingelassen, die durch ein enges Gewirr von Gängen und Treppen miteinander verbunden waren. 

Dort lebten über 800 Mönche, die vor allem eins liebten: Den Wein. 
4. Batumi und die Schwarzmeerküste

Nach einigen Tagen in den Bergen ist Entspannung am Schwarzen Meer angesagt. Die Strände können zwar nicht mit denen am Mittelmeer mithalten, dennoch lassen sich zwischen Batumi und Poti zahlreiche schöne Badegelegenheiten zum Faulenzen finden. 

Tipp: Ein kleiner gemütlicher Campingplatz bei Batumi liegt direkt am Schwarzen Meer, ist günstig und gemütlich und hat einen sauberen Strandabschnitt.

Die 100.000-Einwohner-Stadt Batumi ist die wichtigste Hafenstadt Georgiens, die in den letzten Jahren einen echten Investitionsboom erlebt hat. 

Daraufhin ist an der Uferpromenade eine Skyline mit futuristischen Gebäuden gewachsen, die nachts in den buntesten Farben beleuchtet wird. 

Am besten kann man das Spektakel vom 250 Meter hohem Ferias-Berg beobachten. Rauf kommt man mit einer Seilbahn. 

5. Svanetien

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Svanetien im Großen Kaukasus ist die mit Abstand schönste Region im Land. Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen ist die Stadt Mestia, die bereits auf 1500 Meter über dem Meeresspiegel liegt. 

Die freundlichen Mitarbeiter des Svaneti Tourism Center geben Auskunft und Kartenmaterial zu Ausflugsmöglichkeiten der Region. 

Besonders empfehlenswert ist die Drei-Tage-Wanderung von Mestia über Iphari nach Ushguli. Die Wege sind zwar nicht immer gut markiert, jedoch sind diese in der Offline-Karten-App Maps.me eingezeichnet. 

Ein Bergführer ist damit nicht zwingend notwendig. Auf der Wanderung geht es über Wildblumenwiesen und Bergpässen, durch Gebirgsbäche und vorbei an einigen Gletschern des Kaukasus. Eine unglaubliche Wanderung. 

Offroad-Begeisterte und mutige Zeitgenossen können sich dann auch die 72 Geländefahrt-Action zwischen Ushguli und Lentheki geben:

Was kostet der Spaß?

Die beste Reisezeit für Georgien geht von  Mai bis September. Es lohnt sich im Voraus Flüge zu buchen, denn Georgien ist im Kommen.

Anreise: Hin- und Rückflug von Dortmund nach Kutaissi mit Wizz Air für 105 Euro, von Berlin nach Tblisi ca. 290 Euro

Mietwagen inkl. Offroad-Spaß: Mitsubishi Pajero für 500 Euro für zwei Wochen

Unterkünfte: Zimmer schon ab 10 Euro. 15 Euro für Halbpension mit deftigem Essen. In den Städten etwas teurer. Tipp: Unbedingt bei Familien übernachten. Diese Unterkünfte sind am Wegesrand ausgeschildert.


Fühlen

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