Auch für Einsteiger!

Ein langes Wochenende steht bevor? Ein freier Tag mitten in der Woche und nichts ist los? Du hast das Verlangen, mal wieder raus in die Natur zu kommen? Dann geh' wandern. Ganz entspannt, ganz unpeinlich, weil es genug schöne Wege gibt, die auch Einsteiger schaffen.

Hier stellen sieben Autoren ihre Lieblingsrouten vor - und zeigen, dass es auch in Deutschland jede Menge spannende Strecken gibt.
Irene: Ab auf den Brocken
Warum?

Es klingt einfach gut: Wer auf dem Brocken war, kann prahlen, den höchsten Berg Norddeutschlands erklommen zu haben. Immerhin mehr als 1000 Meter streckt er sich in die Höhe. Und – das ist das Beste daran: Auch Menschen, die weder jede Woche vier Mal joggen gehen, noch Teleskopwanderstöcke an ihren Rucksack geklemmt haben, kommen ohne großen Muskelkater oben an. (Harzinfo)

Los geht‘s am besten in Torfhaus, auf Holzstegen über das Moor. An ihrem Ende folgt ein breiter Weg, der sich Stück für Stück durch den Wald Richtung Gipfel windet. In der Ferne dröhnt die Brockenbahn (eine Eisenbahn, die hochfährt - aber wer braucht das schon?), neben dem Weg lässt sich die Aussicht genießen auf, nun ja, der Blick auf Nebelschwaden.

Diese Bilder zeigen, warum ein Trip zum Brocken lohnt:
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Wer am Brocken einen grandiosen Weitblick erwartet, sollte sich Fotos anschauen. Live gibt es den Ausblick nur selten, man ist hier an einem der nebelreichsten Orte Europas. Charme hat dieser aber auf jeden Fall, das hat schon Goethe erkannt. Beim Wandern auf den Berg ließ er sich zu tanzenden Hexen auf dem Blocksberg in "Faust" inspirieren. 

Wie kommt man hin?

Von Hannover aus ist man in etwas mehr als einer Stunde mit der Bummelbahn in Bad Harzburg. Von dort aus fahren Busse nach Torfhaus, aber auch in alle möglichen anderen kleinen Orte. Wer möchte, kann zum Beispiel vom Gipfel aus Richtung Königshütte spazieren und entlang des gut ausgeschilderten Hexenstiegs eine Brocken-Umgehung starten. Dann braucht es aber zwei oder drei Tage.

Will man übernachten, gibt es im Harz neben kleinen Hotels mit Sauna auch Privatunterkünfte mit staubigen Hexen-Figuren, geklöppelten Gardinen und deftigem Frühstück. Buchen sollte man allerdings mit ein paar Wochen Vorlauf, vor allem im Sommer sind die günstigen Zimmer begehrt.

Eva: Quer durch die Wutachschlucht
Warum?

Der Wanderweg quer durch die Wutachschlucht (Wutachschlucht) ist einer der beliebtesten deutschen Wanderwege – wer einmal ihn einmal gelaufen ist, weiß warum. An vielen Stellen ist es eng, so eng, dass außer einem schmalen Wanderweg und der tosenden Wutach nichts mehr in die Schlucht passt. 

Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, das Licht magisch, die Hänge sind satt grün. Die Pflanzen wachsen hier wie bekloppt: Kein Wunder also, dass man hier eine Artenvielfalt findet, wie kaum irgendwo anders in Europa.

Das hat die Wutachschlucht zu bieten:
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Wer nur einen Tag Zeit hat, wandert am besten von der Lottenbachklamm nach Lenzkirch – 14 Kilometer geht es hoch und runter durch die Schlucht. Wer zwei Tage Zeit hat, kann die komplette Wutach erwandern.

Und wer sich das volle Programm geben will und es etwas herausfordernder will, stellt sich dem kompletten Schluchtensteig. Auf 119 Kilometern geht es in sechs Etappen quer durch den Schwarzwald. Dieser Weg ist allerdings nichts für blutige Wanderanfänger, denn es müssen einige Höhenmeter bewältigt werden.

Wie kommt man hin?

Mit dem Auto fährt man am besten nach Lenzkirch, Wutach oder Bonndorf – es gibt zahlreiche Wanderparkplätze. Und auch mit Bussen und Bahnen ist der Schwarzwald gut erreichbar.

Informationen zu Unterkunftsmöglichkeiten, Cafés (Stichwort: Schwarzwälder Kirschtorte) und Restaurants in der Gegend findet man auf vielen Website (Schluchtensteig).

Markus: Zeitreise im Neandertal
Warum?

Die schlechte Nachricht zuerst: Unter der Woche zieht es jede Menge Touristen und Schulklassen ins Neandertal in der Nähe von Mettmann und Düsseldorf. Doch, das ist die gute Nachricht, die alle habe ein konkretes Ziel: das Neanderthal-Museum (Neanderthal.de). Das steht ganz in der Nähe von dem Ort, an dem vor mehr als 160 Jahren der Neanderthaler gefunden wurde, ein ausgestorbener Verwandte des Menschen.  

Wer sich also mehr für die Natur als für Schädel interessiert, hat freie Bahn. Verschiedene, auch für Einsteiger schaffbare Wanderrouten führen am Museum, der Fundstelle und der Düssel vorbei, dem Fluss, dem Düsseldorf seinen Namen verdankt. Unterwegs erwartet einen sogar ein Freigehege, in dem Wisente leben (Wildgehege Neandertal).

So schön ist Wandern im Neandertal:
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Der wohl schönste Rundweg durchs Tal ist zwölf Kilometer lang, das schafft man in zweieinhalb bis drei Stunden (Wanderwege-NRW). Danach kann man dann ja immer noch ins Museum: Am Nachmittag sind vielleicht auch schon die Schüler weg.

Wie kommt man hin?

Mit dem Auto fährt man am besten direkt zum Neanderthal-Museum beziehungsweise auf einen empfohlenen Parkplatz ziemlich in der Nähe (Neanderthal.de). Genauso gut kann man in Hochdahl starten (Wanderwege-NRW). Beide Startpunkte sind auch vom Düsseldorfer Hauptbahnhof aus gut zu erreichen, per S- oder per Regiobahn fährt man eine Viertelstunde bis “Neanderthal” beziehungsweise “Hochdahl-Millrath”.

Katharina: Über den Teutoburger Wald blicken
Warum?

Einheimische wissen ihren "Teuto" schon lange zu schätzen, Besucher von anderswo sind immer wieder überrascht, wie schön grün und ruhig es doch ist. Wer hier wandert, sollte seine Route auf jeden Fall am Hermannsdenkmal entlang wählen. Der Hermann erinnert an die Varusschlacht zwischen Römern und Germanen im Jahr 9 nach Christus. 

Bei diesen Bildern willst du sofort in den Teutoburger Wald:
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Der Blick, den die Besucher vom Aussichtspunkt über den Teutoburger Wald haben, ist vielleicht nicht ganz so atemberaubend wie der über die Alpen. Dafür sind die Wanderwege mit ihren viel geringeren Höhenunterschieden sehr angenehm – auch für Einsteiger. Turnschuhe reichen.

Besonders empfehlenswert ist die Etappe Hermannsdenkmal - Externsteine - Leopoldstal, die etwa 15 Kilometer lang ist (Teutoburger Wald).

Wie kommt man hin?

Ohne Auto geht hier leider nicht so viel. Starten kann man zum Beispiel von Bad Driburg, Paderborn, Bielefeld oder Osnabrück - von dort aus lassen sich dann einzelne Wanderrouten anfahren und abends kann man typisch ostwestfälisch essen gehen. Wer günstig übernachten will, sollte es in einer der Jugendherbergen der Stadt versuchen.

Miriam: Königlicher Trip durch die Ammergauer Alpen
Warum?

Auf den Spuren des bayerischen Märchenkönig Ludwig II. kann man in den Ammergauer Alpen wandeln. Am besten startet man in Unterammergau (Ammergauer Alpen). Von dort aus wandert man durch die Schleifmühlklamm – vorbei an tosenden Wasserfällen und ehemaligen Schleifmühlen, die den Ort einst reich gemacht haben.

Die Pracht der Ammergauer Alpen:
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Weiter führt der Weg über einen breiten Forstweg zum Pürschlinghaus (DAV). Die typisch-bayerische Alm dienten dem Wittelsbacher König Max II. und seinem Sohn König Ludwig II. als Jagdhaus. Für hungrige Wanderer dagegen ist sie der perfekte Ort, um einen leckeren Brotzeitteller mitten im Bergpanorama zu genießen.

Von Pürschling ist es dann nur noch ein Katzensprung zum königlichen Schloss Linderhof (Schloss Linderhof), einer der Residenzen des bayerischen Märchenkönigs. Neben der mystischen Welt des Orients, die Ludwig II. zum Auftrag von Schloss Neuschwanstein inspirierte, wünschte er sich einen Nachbau der Schloss- und Gartenanlage von Versailles.

Wie kommt man hin?

Von München ist man per Regionalbahn über Murnau in etwa zwei Stunden in Unterammergau. Noch schneller geht es mit dem Auto über die A95. Dabei den richtigen Soundtrack fürs Auto und den Zug aufdrehen: “Heut kommt der Hans zu mir, freut sich die Lies. Ob er aber über Oberammergau oder aber Unterammergau oder aber überhaupt nicht kimmt, das ist nicht g’wiss.”

Übernachten kann man im benachbarten Oberammergau (Ammergauer Alpen). Im oberbayerischen Dorf sind die bayerische Tradition, Kultur und Brauchtum tief verwurzelt. Weltbekannt sind vor allem die alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele.

Angela: Alpenromantik am Fuß der Zugspitze
Warum?

Für Bayern ist völlig klar: Nirgends ist es schöner als in den Alpen – und nirgends wandert es sich besser. Zum Beispiel am Eibsee am Fuß der Zugspitze (Eibsee). Da ist es auch noch nicht so steil wie auf dem nahen Berg, der während der Wanderung immer wieder in den Blick rückt. Es gibt auf rund sieben Kilometern nur ein paar Hundert Höhenmeter zu überwinden, die Wanderung ist also auch was für Anfänger.

Was kann diese Landschaft toppen?
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Los geht es an der Zahnradbahn am Eibsee in Richtung Neuneralm und Höllentalklamm. Der Weg schlängelt sich durch Wälder und vorbei an wunderschönen Bergwiesen, auf denen grasenden Kühe und Schafe zu finden sind. Alpenromantik pur. Von der Neuneralm geht es weiter auf die Christl-Hütte und dann wieder zurück zum Ausgangspunkt. 

Zum Schluss wird es am anstrengendsten, da es steiler wird. Aber zur Abkühlung kann man nach der Wanderung ja einfach in den herrlich klaren Eibsee hüpfen und danach am Ufer das Bergpanorama genießen (den See kann man auf einem Weg auch noch umrunden).

Wie kommt man hin?

Für die Wanderung fährt man über den ICE-Halt Garmisch-Partenkirchen mit der Bayerischen Zugspitzbahn oder dem Eibsee-Bus nach Grainau (Achtung, der Bahnhof heißt Untergrainau). Von dort aus ist es nicht mehr weit zum See. 

Direkt zum See geht es mit dem Auto über die A7 Ulm-Kempten und weiter über Reutte/Ehrwald. Das Parken direkt am See kostet aber eine kleine Tagesgebühr von ein paar Euro. 

Matthias: Wandern? Natürlich im Watt!
Warum?

In Bayern wandert man auf Bergen, in Norddeutschland am Meeresboden. Zumindest bei Ebbe ist das so, wenn die Nordsee zum Watt wird und man spazieren geht, wo sich sonst Krebse, Krabben und Fische tummeln.

Bei gutem Wetter ist der Blick von dem sogenannten Hochsand aus einmalig. In der einen Richtung steht man schon im tiefen Wasser der Nordsee, in der anderen Richtung ist das Festland nur noch ein dünner Streifen in dunstiger Ferne. 

So schön ist es im Watt:
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Den Weg dorthin sollte man allerdings kennen oder sich führen lassen. Das Wattenmeer ist ständig in Bewegung, die Lage der Priele verändert sich mit jedem Jahr. Einfach geradeaus zu gehen ist keine Option. Weil man tiefe Priele und Muschelbänke umgehen muss, sollte man für die ganze Tour samt Pausen rund sechs bis acht Stunden einplanen.

Wie kommt man hin?

Ein guter Startpunkt ist die Badestelle Westerkoog, rund acht Kilometer nördlich von Büsum. Dort kann man kostenlos parken und kommt ohne Kurtaxe auf den Deich. Treffpunkt für geführte Wanderungen ist aber meist Wesselburen, Anbieter findet man im Internet.

Habt auch ihr Lieblingswanderwege? Verratet Sie uns per Kommentar.

Food

Es gibt schwarzes Eis – aber schmeckt es auch?

Es gibt Schokoladenpizza, blauen Wein und Kaffee in Waffeln – aber kaum ein Nahrungsmittel klingt gerade so aufregend wie schwarzes Eis.  

Eine kleine Eisdiele in Los Angeles, "Little Damage", hat sich vor Kurzem darauf spezialisiert, "Almond Charcoal" und "Black Rose" zu verkaufen – zwei eigens für den Laden kreierte Eissorten, die in ihrer Farbe an Erdöl erinnern. Aber überhaupt nicht so schmecken: Auf Instagram beschreiben Leute, die mal probiert haben, das schwarze Eis sei süß, mit einer Mandel- und einer Zartbitterschokoloade-Note