Bild: epa/ Neil Munns
"Prynhawn da" heißt Guten Tag. Noch nie gehört? Hier gibt es sieben Infos zur Nation, die im EM-Halbfinale steht.
1. Du wusstest nicht, dass es zum Frühstück Seetang gibt.

Was ist das für eine grün-braune Pampe? "Laverbread" ist ein traditionelles Gericht der Waliser, das zum Frühstück serviert wird. Es handelt sich dabei nicht um Brot, sondern um gekochtes Seegras, das man zusammen mit Eiern, Schinkenspeck und Herzmuscheln isst.

Wer von dem dunklen Brei würgen muss, hat noch einige andere Auswahlmöglichkeiten. "Bara Brith" wird aus Teig zubereitet, der von anderen Backaktionen übrig geblieben ist und mit Früchten verfeinert. Außerdem sind "Welsh Cakes" eine Spezialität – bestehend aus Mehl, Butter, Zucker, Eiern und Früchten. (focus.de)

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2. Du wusstest nicht, dass "Bore Da" Guten Morgen heißt.

Waliser sagen zwar auch "Good Morning" wie der Rest Großbritanniens. 19 Prozent der Bevölkerung sprechen aber auch noch Walisisch, die zweite offizielle Amtssprache. Deshalb sind zum Beispiel auch alle Straßenschilder englisch und walisisch beschriftet. Wer noch mehr Begriffe lernen möchte: Prynhawn da = Guten Tag, Diolch = Danke, Bendigedig = Toll. (wales.com)

3. Du wusstest nicht, dass Waliser Humor haben

In der walisischen Stadt Conwy bringt tatsächlich ein eigener Hofnarr die Bewohner zum Lachen. Russel Erwood arbeitete zuvor als Entertainer und Zauberer und verliebte sich bei einem seiner Auftritte in die 14.000 Einwohner-Stadt. Er zog aus Bristol weg und wagte einen Neuanfang. Gleich bekam er von den Anwohnern den Spitznamen "Hofnarr" verpasst, wie er im Interview mit SPIEGEL ONLINE erzählte. Irgendwann um Weihnachten 2014 habe ihn dann die örtliche Handelskammer angesprochen, ob er nicht auch offiziell Hofnarr werden wolle. "Mein Job besteht darin, meine Stadt zu einem bunteren, glücklicheren, angenehmeren Ort zu machen."

4. Du wusstest nicht, dass Wales die wohl längste Seilbahnrutsche Europas hat.

Sie ist rund 1700 Meter lang und befindet sich im Snowdonia-Nationalpark. Mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde rast man in die Tiefe. (Zipworld)

Im Flug schwebt man dann zum Beispiel über einen idyllischen Bergsee und hat die walisische Hügellandschaft unter sich. Schon beim Anschauen des Videos steigt der Puls.

In der Slideshow: So idyllisch und aufregend ist der Snowdonia-Nationalpark
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5. Du wusstest nicht, dass es ein Dorf namens LLanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch gibt.

Das wiederum befindet sich auf der Insel Anglesey, die für drei Jahre das Zuhause von Prinz William und Herzogin Kate war. William arbeitet von 2010 bis 2013 als Rettungspilot bei der "Search and Rescue"-Einheit auf einem Stützpunkt der Insel. Der Prince of Wales höchstpersönlich war bestimmt auch mal zu Besuch – das ist nämlich Williams Vater Prinz Charles. (welt.de)

6. Du wusstest nicht, dass Wales schon mehrere berühmte Bales hervorgebracht hat.

Sowohl der derzeit beste Fußballspieler des Nationalteams, Gareth Bale, als auch Hollywood-Schauspieler Christian Bale ("The Dark Night") sind gebürtige Waliser. Verwandt sind die beiden aber nicht.

Fußballer Bale gilt neben Portugals Cristiano Ronaldo als einer der teuersten Spieler aller Zeiten. Real Madrid soll für Bale im Jahre 2013 mindestens 91 Millionen Euro an Tottenham Hotspur bezahlt haben. Ronaldo kostete 94 Millionen. (handelsblatt.de)

(Bild: Giphy )
7. Du wusstest nicht, dass der Nationalsport nicht Fußball, sondern Rugby ist.

Dass es Wales bis ins Halbfinale der EM schafft, hätten die meisten Fußballkenner nicht vermutet – und statt dessen eher auf England gesetzt. Doch die Konkurrenz aus Großbritannien ist bereits im Achtelfinale ausgeschieden.

In Wales ist Rugby noch wesentlich erfolgreicher. 26-mal gewann Wales das Rugby-Turnier Six-Nations, vergleichbar mit einer Europameisterschaft. Lediglich England hat einen Titel mehr. (orf.at)

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Gerechtigkeit

Warum Christiane gegen das Stiertreiben in Pamplona protestiert

Einmal im Jahr kommen Hunderttausende Touristen in die nordspanische Stadt Pamplona, wenn am 6. Juli das "San Fermines"-Fest beginnt. Acht Tage lang werden dann zur Erheiterung der Zuschauer und Einwohner Stiere durch die Engen Straßen in die Stierkampfarena getrieben.

Der besondere Kick besteht für die meisten Zuschauer darin, bei der Hatz nicht von einem der Stiere zertrampelt zu werden: Jedes Jahr machen "Fail-Videos" die Runde, auf denen Abenteuerlustige von einem der Bullen attackiert werden oder bei der Flucht verunglücken. Am Ende landen die Tiere immer in der Arena, wo sie von euphorischen Teilnehmern aufgespießt werden, bis sie durch einen Stich ins Rückenmark erlöst werden.

Die über vierhundert Jahre alte Tradition findet nicht nur Zuspruch: Seit Jahren demonstrieren Aktivisten in sehr expliziter Art und Weise gegen die Treibjagd. Eine von ihnen ist die 30-jährige Christiane Schulze. Die gebürtige Leipzigerin lebt seit sechs Jahren in Barcelona. Wir haben mit ihr über den blutigen Protest gesprochen.