Bild: Katharina Hölter/ bento

Wer "Stadt der Liebe" hört, denkt sofort an Paris. Dabei liegt sie eigentlich in Italien: Verona ist der Schauplatz von Shakespeares "Romeo und Julia": Verfeindete Familien, wilde Parties und Liebe bis in den Tod – romantischer wird es nicht!

Also hängen an jeder Straßenecke Plakate, Bäckereien verkaufen Spezialitäten mit einem Abbild des berühmten Paares und Restaurants tragen ihre Namen.

Das ist natürlich Kitsch und Lockmittel für Touristen. Wo ihr in Verona wahre Liebe spürt, erfahrt ihr in unseren Dos and Don'ts.

Dos: Das solltest du in Verona auf jeden Fall machen

(Bild: Katharina Hölter/ bento)

Zum Castel San Pietro wandern

Mal ehrlich: Wer nach Italien fährt, will ja vor allem das hier: kleine Cafés, in denen Italiener ihren Espresso an der Bar trinken, kleine verwinkelte Gassen mit Geschäften, die erst öffnen, wenn die Nachmittagshitze vorüber ist, und Menschen um sich, die wild gestikulieren und auf ihren Rollern um die Kurven düsen. Und dafür ist man in Verona genau richtig. 

Einen Überblick bekommst du am Fuße des Castel San Pietro. Dazu musst du von der Innenstadt aus die Etsch überqueren, am besten über die historische Brücke Ponte Pietra, dann geht es einige Stufen hinauf, vorbei an kleinen Wohnungen und Balkonen, der Aufstieg dauert nicht länger als 15 Minuten. Am schönsten ist es dort kurz vor Sonnenuntergang. 

Das Beste: In Verona ist man an solchen Orten ungestörter als in Städten wie Rom oder Florenz. Wahrlich romantisch hier, und ein guter Ort, um seine Lieblingsmenschen Liebsten im Arm zu halten und hinunter in die Stadt zu blicken. Also: Pack dir einen Wein und ein kleines Picknick ein, lern den Rosen-Monolog und rauf da.

(Auch ein guter Aussichtspunkt: Ponte di Castelvecchio, der liegt auf Innenstadtseite und ist nicht ganz so hoch)

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Für ein sehr gutes Eis auch mal die Innenstadt verlassen 

Das ist natürlich immer die erste Frage bei einem Trip in eine italienische Stadt: Wo gibt es das beste Eis? Generell gilt ja meist: Richtig schlecht ist das Eis nirgendwo. 

Aber "sehr gut" ist es ja erst, wenn die Eismasse wie ein cremiger Joghurt zwischen Gaumen und Zunge zerfließt und Erdbeere auch nach Erdbeere schmeckt und Vanille auch nach Vanille. Solch ein Eis findest du zum Beispiel bei Eiscafé Gelateria Ballini am Piazza San Tomaso. Lieblingssorte: Feige mit Karamell.

Tipp für den Abend: In der Osteria ai Portegheti nebenan kannst du dir auch gleich einen Aperitivo gönnen. Auf der Piazza treffen sich viele junge Leute, sitzen auf den Stufen vor den Bars, holen sich noch eine Pizza und lassen so den Tag ausklingen.

(Auch die Traditionseisdiele Gelateria Savoia direkt am Piazza Bra in der Innenstadt verkauft sehr gutes Eis – hierbei handelt es sich aber keinesfalls mehr um einen Geheimtipp.)

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Einen Tagesausflug zum Gardasee unternehmen

Wer ein Wochenende in Verona verbringt, kann sich ruhig einen Tag am Wasser gönnen – ohne, dass es stressig wird. Der Gardasee liegt nur rund 30 Kilometer entfernt.

Wer sich nicht so lange mit der Fahrt dorthin aufhalten will, sollte den richtigen Bus wählen: Die Nummer 185 hält zum Beispiel in Bardolino oder Garda. Die 164 braucht bis zu diesen Orten viel länger. Die Ruhe am See genießen und sich dabei ein bisschen bewegen kann man am besten auf einem Tretboot.

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Lasagne unter den Lauben essen

Was verleiht dir nach einer 10.000-Schritte langen Tour durch die Innenstadt wieder Kraft? Was lässt dich deinen Partner noch verliebter anschauen? Was lässt dich zufrieden ins Bett gehen? Richtig gute italienische Pasta!

Die gibt es zum Beispiel bei der Osteria Sottoriva. Die Bedienung kündigt zwar schon an, dass der Service bei heißem Wetter etwas langsamer ist, aber wen stört es, bei so einer Umgebung: Hier sitzt man unter Lauben, kann Einheimische beim Flanieren beobachten oder mit ihnen gemeinsam Pasta an den eng aneinander stehenden Tischen essen!

Die Karte ist klein und oft ist so viel los, dass du ein wenig auf deinen Tisch warten musst. Alternativen: Das Pompiere, Trattoria dall’Amelia, oder die Osteria da Ugo.

Don'ts: Das kannst du dir in Verona sparen

Verzichte auf den Opernbesuch

Viele reisen nach Verona, um in der Arena (einem römischen Amphitheater) eine Oper zu schauen. Das kostet nicht viel – teils nur 25 Euro – dafür sitzt man allerdings dicht gedrängt auf den oberen Rängen. Feste Plätze gibt es auf den Steinstufen nicht, Ordner sind dafür da, um die Gäste einzuweisen. Der schönste Moment ist, wenn die Gäste nach jeder Pause ihre vorher verteilten Kerzen anzünden. 

Aber ganz ehrlich: Hier muss man schon ein großer Opern-Fanatiker sein, um das Spektakel bis zum Ende durchzuhalten. Wenn du dich doch traust, solltest du gewappnet sein:

Die Stücke gehen oft weit bis nach Mitternacht, Einlass ist aber bereits um 19 Uhr. Nimm dir auf jeden Fall ein weiches Kissen mit, bei heißem Wetter einen Ventilator oder Eisspray und geh niemals mit hohen Schuhen. Damit sind die Stufen hinauf kaum zu bewältigen. Aua.

Eine Alternative, die gemütlicher ist und kürzer dauert: ein Event auf dem Theatersommer in Verona besuchen. Hier ist der Zeitplan für dieses Jahr.

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Beim Caffè Wallner nicht die pinken Macarons essen

Jeden Verona-Besucher zieht es früher oder später zum Caffè Wallner. Das Café ist ist DER Ort für Dolci  – also süße kleine Spezialitäten, die gleichzeitig einen Zucker- und Glücksschock auslösen können. Schokocroissants oder Mini-Espressotassen aus Schokolade, gefüllt mit Crême, gehören zu den Klassikern und sind definitiv ihre Kalorien wert. 

Aber es gibt auch französische Macarons. Zum Beispiel pinkfarbene mit bunten Streuseln. Die schmecken wie ultrasüßes Rosenparfüm. Das hält man nicht aus. 

(Bild: Katharina Hölter/ bento)

Zum Balkon von Julia gehen

Kommen wir zurück zu Romeo und Julia. Um nachzuempfinden, wie Julia auf ihrem Balkon auf ihren Romeo gewartet hat, gibt es in Verona die entsprechende Touristenattraktion: "Casa di Giulietta" in der Via Cappello. (An dieser Stelle der Hinweis: Die Geschichte von Romeo und Julia hat es so nie gegeben.)

Zu sehen gibt es eine Julia-Statue und unzählige Touristen, die ihr an die Brust fassen. Ja richtig, das soll nämlich Glück bringen. Auf so ein Brustgrapscher-Urlaubsfoto kann man aber genauso gut verzichten, wie an der Wand zum Eingang des Hofes eine Liebesbotschaft mit Kaugummi festzukleben. Gib sie lieber gleich persönlich deinem Schwarm. 

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