Bild: Maren Schwarz

An einem Donnerstagmorgen am Flughafen JFK (New York City) wird mir zum ersten Mal richtig klar: Ich werde für acht Wochen alleine seinAm anderen Ende der Welt. In Australien und Asien. Ohne Freunde. Ohne Familie. Mein Anschlussflug nach Sydney hatte Verspätung, und während ich wartete, spürte ich sie: Angst. Aufregung. Und zwei kleine Tränen, die mir die Wange herunter laufen. 

Ich hatte viereinhalb Jahre keinen Urlaub gemacht. Und ich war immer von Freunden umgeben. 

Bis ich für drei Monate beruflich alleine in einer anderen Stadt war. Von meinem Freund frisch getrennt. Ich genoss die Freiheit und vor allem die Anonymität der Fremde in vollen Zügen. Ich war auf einmal bereit, die Welt zu sehen. Und zwar alleine. 

Ist das nicht...?

Bevor es los ging und auch danach kamen meine Freunde immer wieder mit denselben Fragen zu mir: 

  • Hast du keine Angst, so allein unterwegs zu sein? 
  • Wie hast du Entscheidungen getroffen?
  • Warst du auch einsam? 

Ich beantworte sie immer gerne. Denn sie scheinen die grundsätzlichen Sorgen widerzuspiegeln, die jeder hat, wenn er alleine irgendwo sein muss oder darf. Dabei macht das enorm viel Spaß – wenn man sich nur traut, den ersten Schritt zu machen. Aber von vorne:

Wie ist es, alleine zu reisen?

In diesen acht Wochen konnte ich machen, worauf ich Lust hatte. Ohne Verpflichtungen, ohne jemandem Rechenschaft schuldig zu sein, ohne Dinge mit anderen abzusprechen. Ich konnte verdammt noch mal einfach tun und lassen, was ich wollte. Ich war nie freier in meinem Leben. 

Deshalb war es das Beste, was ich bisher erlebt habe.

Neben dem Freiheitsgefühl, fühlte ich mich vor allem immer wahnsinnig stark. Und erwachsen. Das Gefühl, alles selbst zu regeln, für sich selbst verantwortlich zu sein und komme was wolle alles alleine anzupacken, macht einen unglaublich selbstbewusst.

Denn alleine Reisen lässt keine Zeit zum Jammern. Ob es darum geht, allein schwere Koffer zu schleppen, das Gepäck zum Schalter zu bringen, Check-Ins zu meistern, über Übergepäck zu verhandeln oder alleine im Flieger zu sitzen – es hilft nur eins: Probleme direkt anpacken und selbst lösen! 

Wie hast du wichtige Entscheidungen getroffen?

Während ich alleine unterwegs war, gab es nur eine Person, an die ich denken musste: mich. Das ist zwar ein egoistisches, aber auch ein wahnsinnig gutes Gefühl. 

Dafür wurde ich aber auch mit allen wichtigen Entscheidungen alleine gelassen. Das hat mir am Anfang Angst gemacht. Was, wenn ich eine falsche Entscheidung treffe? Zum Glück habe ich schnell realisiert, dass es kein richtig oder falsch gibt – denn die wenigsten Entscheidungen haben dramatische Folgen. 

Ich hatte zum Beispiel ein ungutes Gefühl als ich Hong Kong in Richtung Tokio verlassen hatte. Zum einen hatte ich das Gefühl von der Stadt nicht alles gesehen zu haben. Zum anderen wusste ich nicht, wo ich fünf Tage später hinfliegen sollte. Freitag wollte ich Japan verlassen – Mittwochabend saß ich immer noch unwissend an der Hostel-Bar. Plötzlich hörte ich mich sagen: 

"Ich werde zurück nach Hong Kong fliegen. Ich bin dort irgendwie noch nicht fertig."

Meine Freunde dort sagten, dass das keine gute Idee sei, ich wäre ja schon dort gewesen. Ich war mir auch unsicher, ob ich eine Stadt wirklich zweimal besuchen sollte. Den Flug habe ich trotzdem gebucht, weil der Drang diese Stadt noch ein weiteres Mal zu besuchen groß war. Hatte ich Angst, es später zu bereuen? Oh ja. 

Doch schon als ich in Hong Kong ankam, wusste ich, dass es richtig war. Und ich hatte auch beim zweiten Mal eine großartige Zeit dort. Und auch wenn es mir nicht gefallen hätte, hätte ich einfach innerhalb eines Tages irgendwo anders hinfliegen können. Was soll schon passieren?

Wie flexibel sollte ich sein?

Aus Erfahrung weiß ich: Extrem flexibel! Denn vor so einer Reise weiß man ja oft gar nicht, was einen erwartet. Was man gut oder schlecht findet. Ob man vielleicht doch Sehnsucht nach der Heimat hat und abreisen mag. Oder ob es einem an einem Ort so gut gefällt, dass man andere gar nicht sehen mag. Oder man seine Reise verlängert. 

Ich habe mir aus genau diesem Grund beispielsweise den Rückflug bis zuletzt offen gelassen. Ich wusste ja nicht, wann und vor allem von wo ich zurück nach Deutschland fliegen wollte. Ich wartete unterwegs irgendwie auf den richtigen Moment.

Und dann?

Meine letzte Station war Hanoi (Vietnam) – danach hätte ich eigentlich noch 5 Tage Zeit gehabt, ein weiteres Land zu sehen. Doch irgendwie hatte ich nach acht Wochen auch genug, ich freute mich auf alles, was Zuhause auf mich wartete. Also habe ich nach einem Rückflug geschaut. Und da war er, der perfekte Flug: perfekte Uhrzeit, perfekte Länge, perfekte Airline. In drei Tagen würde er von Hanoi nach München gehen. Ich war bereit.   

Egal wie ausgeklügelt der Plan ist, er wird sich unterwegs ändern. Weil du dich ändern wirst. Und weil du andere Sichten auf Dinge bekommen wirst. 

Warst du so richtig als Backpacker unterwegs?

Nein. War ich nicht. Wollte ich nicht. Musste ich nicht. Für mich war von Anfang an klar, dass ich die Reise komfortabel gestalten wollte. Also war ich mit einem Koffer statt riesigem Rucksack unterwegs. Dafür habe ich viele böse Kommentare bekommen, aber das war mir egal.

Denn: Für mich war es am besten so. Und das ist das einzige was zählt. Wenn ich wollte, war ich im Hostel im Einzelzimmer oder sogar im Airbnb. Wenn mir die öffentlichen Transportmittel zu stressig waren, habe ich ein Uber genommen. 

Kleine Goodies machen deine Reise leichter – und helfen dir dich wohl zu fühlen und Stress zu vermeiden. Und darum geht es im Urlaub oder?

Meine Top 3 Wohlfühl-Goodies:

  1. Mobiles Internet 
  2. Ab und zu ein Einzelzimmer im Hostel
  3. Westliches Frühstück

Ist man alleine auf Reisen?

Ich liebe es alleine zu sein. Sonntags alleine im Café? Mein Liebstes. Nach der Arbeit alleine in einem Restaurant essen zu gehen? Großartig. Jetzt kommt das große ABER: zu Hause alleine zu sein ist etwas anderes, als in einem fremden Land alleine zu sein.

Denn in seinem gewohnten Umfeld weiß man, dass man seine Freunde innerhalb von 10 Minuten sehen könnte, wenn man möchte. Auf meiner Reise war ich deshalb, bis auf einmal, nur in Hostels unterwegs. 

Ich habe mir immer Unterkünfte gesucht, über die ich im Internet schon lesen konnte, dass dort die Menschen sehr aufgeschlossen sind. Das ist wichtig, denn nur so lernt man witzige und interessante Leute kennen. Anfangs war ich in Einzelzimmern, später auch in Dorms, also Mehrbettzimmern. Alleine war ich letztendlich, egal ob Einzelzimmer oder Dorm, dann nur  sehr, sehr selten.

Wieso? Ich hatte durchweg immer das Glück, dass nette Menschen direkt am ersten Tag im Hostel auf mich zu kamen und mich einluden, mit ihnen zu Essen oder Feiern zu gehen. Ich hatte mit meinen neuen Bekanntschaften aufregende Party-Nächte, nette Dinner-Verabredungen oder Sight-Seeing-Touren

Hostel "Bedgasm", Tokyo (Japan)

Und wenn man doch mal einsam ist?

In den zwei Monaten erinnere ich mich tatsächlich an ein paar wenige Situationen, ich denen ich einsam oder traurig war. Meistens war das der Fall, wenn ich mich von meinen Bekannschaften verabschieden musste. Das fühlte sich jedes Mal schlimm an – obwohl ich diese Leute erst sehr kurz kannte. 

Meistens hat es mir dann geholfen, mit meiner besten Freundin Anne in Deutschland zu skypen. 20 Minuten reden und alles war vergessen. 

Es gibt aber auch andere Methoden gegen das Gefühl von Einsamkeit

Als ich in Hong Kong ankam, war ich in einem mittelmäßigen Hostel, in einem Dorm mit sechs weiteren Frauen, die alle nicht gerade kommunikativ waren. Ich habe schnell gemerkt, dass ich hier keinen Kontakt aufbauen werde. Als ich mein Leid meiner Freundin geklagt habe, hatte sie einen Tipp für mich:

Sie sagte, ich solle BumbleTinder oder eine andere Dating-App herunterladen. Einfach so, zur Ablenkung. Um vielleicht mit dem ein oder anderen zu schreiben. Ohne sich mit jemandem zu treffen. 

Ich war skeptisch und auch schon in Deutschland der allergrößte Gegner solcher Apps. Ausprobiert habe ich es trotzdem. Und tatsächlich: Es hat funktioniert. Nachdem ich mit ein oder zwei Leuten gechattet hatte, hatte ich das Gefühl, jemanden treffen zu können, wenn ich wollte. Und alleine dieses Gefühl hat gereicht, mich besser und weniger alleine zu fühlen. 

Manipulation at its best – aber manchmal geht es eben nur so.

Das Schwierigste auf meiner Reise alleine durch die Welt war mich immer wieder Menschen verabschieden zu müssen.
Autorin Maren Schwarz

Hattest du Angst?

Ehrlich gesagt nein. Ich hatte Respekt vor der Reise, denn es war etwas, das ich so noch nie zuvor gemacht habe. Und wir wissen alle: neue Situationen können manchmal schwierig sein, da der Mensch sehr gerne an Gewohnheiten festhält.

Deshalb habe ich mir auch unterwegs ein paar Gewohnheiten bzw. Rituale angewöhnt, die die neuen Terrains nicht mehr ganz so neu erscheinen liesen. 

Das waren meine Rituale:

  1. Vor jedem meiner Flüge habe ich bewusst im Hostel meinen Reise-Rucksack fürs Flugzeug gepackt. Dann habe ich mir meine Glücksbringerkette angezogen. Beides Routinen, die mir signalisiert haben, dass ich jetzt zum Flughafen fahre. Das hat mir geholfen, die Situation bewusster wahrzunehmen und zu erleben. 
  2. Während ich am Flughafen auf meinen Flug gewartet habe, habe ich meine Gedanken zum letzten Reiseabschnitt festgehalten, mir Notizen gemacht und die Zeit genutzt, Revue passieren zu lassen. So konnte ich mit dem bereisten Land "abschließen" und dann im Flieger ein neues Kapitel beginnen.
  3. Sobald ich in einem neuen Land ankam, war mein erster Gang am Flughafen zum Stand eines Mobilfunkbetreibers – Internet is life! Und: Ich wusste immer direkt wo ich hinlaufen musste, wenn ich aus dem Flugzeug ausgestiegen war. 

Mein größtes Learning: Sei nicht so streng mit dir

Ich habe es lange und hart lernen müssen: Ich darf mit mir selbst nicht so hart sein. Ich muss mir auch Schwächen eingestehen dürfen. 

Auch wenn auf deiner Reise nicht alles perfekt läuft oder beim ersten Anlauf klappt, ist das nicht schlimm. Das passiert jedem. Damit du vielleicht weniger streng mit dir selbst bist, hier 

Meine größten Fails beim alleine reisen

  • Ich kam nach einem Horrorflug mit Stunden Verspätung nachts um 1 Uhr in Tokyo (Japan) an und wusste, dass mein Hostel nur bis 23 Uhr geöffnet hatte. Also habe ich eine grauenvolle Nacht am Flughafen verbracht (ich wurde von einer Frau ohne Grund so lange und so laut angeschrien, dass fünf japanische Polizisten sich um mich versammelten). Als ich morgens aufgewacht bin, habe ich gesehen, dass das Hostel mir gemailt hatte, dass sie für mich extra länger an der Rezeption bleiben würden...
  • Ich habe mich in Hanoi (Vietnam) in ein nicht-offizielles Taxi gesetzt und der Fahrer wollte mich richtig abziehen. Die Kurzversion: Ich bin mitten auf einer Landstraße aus dem Taxi ausgestiegen, habe den Fahrer angebrüllt und meinen Koffer selbst aus dem Kofferraum geholt. Er fand das, sagen wir, nur mittellustig. Glücklicherweise kam ein echtes Taxi vorbeigefahren, der Fahrer hat mich und meinen Koffer geschnappt und wir sind schnell los.
  • Ich wollte vor allem in Hong Kong und Tokyo wie die Locals leben – und habe am Ende doch so viel Touristen-Zeug gemacht. Aber hey – Sehenswürdigkeiten heißen auch nicht ohne Grund so. 

Haha

Diese Beauty-Maske leuchtet in 7 Farben – aber macht sie die Haut wirklich schöner?
Eins ist zumindest sicher: Damit bist du Star auf jeder Party.

Schönheit kommt nicht von ungefähr. Die meisten von uns haben deshalb ein paar Hilfsmittel im Badezimmerschrank. Manche bleiben dabei möglichst gern an der Natur. Andere setzen auf High Tech.

Diese goldglänzende Maske gehört definitiv in die letztere Kategorie: Sie bestrahlt die Haut mit LED-Lampen in ganzen sieben verschiedenen Farben und soll so gegen alle nur denkbaren Hautprobleme helfen: Akne! Narben! Falten! (oder wie die Packungsbeilage es nennt: senile Plagen). Da sie dabei auch noch so unwiderstehlich funky aussieht, konnten wir gar nicht anders, als sie zu auszuprobieren.

Wie der Test so lief, siehst du im Video.