Bild: Travel Alberta / Mike Seehagel
Viel Raum für Kreativität

Kanada gilt als spannend, nett, aufgeschlossen – und als Sprungbrett für junge Kreative. Wir haben fünf erfolgreiche kanadische Entrepreneure gefragt, was sie an ihrer Heimat besonders lieben, wie Kanada sie inspiriert und welche Geheimtipps sie für ihre Regionen preisgeben können. 

Pianist Jan Lisiecki wurde in Calgary, Alberta, geboren und spielt jedes Jahr über 100 Konzerte in bedeutenden Konzertsälen wie der Carnegie Hall oder der Elbphilharmonie. Sein aktuelles Album ist Mitte September erschienen. 

Er liebt den Waterton Lakes Nationalpark, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. An dessen vielen Seen lassen sich oft Bisons und Bären beobachten.

(Bild: Christoph Köstlin / Deutsche Gramophon)

„An Alberta liebe ich die kontrastreiche Landschaft, die Weite der Provinz, die Herzlichkeit der Menschen und das Klima. Ich habe tatsächlich nichts gegen -30° Celsius, vor allem bei über 300 Sonnentagen im Jahr! Ich glaube, dass ein enger Zusammenhang zwischen Kunst und der Schönheit der Natur besteht. Die große Anzahl an international bekannten Musikern und Künstlern, die Kanada hervorgebracht hat, spricht dafür, dass das Land viel Inspiration bietet. Mir jedenfalls hilft die Stille, die Weite, die Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Ideen.

 „Neben beliebten und naheliegenden Zielen wie Jasper, Banff oder Lake Louise im Herbst oder Winter, ist der Waterton Lakes Nationalpark mein persönlicher Tipp. Er liegt im Süden Albertas an der Grenze zu den Vereinigten Staaten. Die Landschaft und die Aussicht dort sind atemberaubend – ein richtiger Zufluchtsort.“

 

Fotografin und Künstlerin Genevieve Trudel ist in Shawinigan-Sud in Québec aufgewachsen und lebt heute abwechselnd in der Stadt und auf dem Land.

Sie empfiehlt Kajak- und Kanutouren zur Erkundung von Québecs vielseitiger Natur.

(Bild: Genevieve Trudell)

„Kanada ist ein optisches Wunderland. Die Natur inspiriert und begeistert mich immer aufs Neue. Ich liebe die unterschiedlichen Jahreszeiten, weil sie in der Provinz Québec so ausgeprägt sind. Farben, Blätter und der Himmel sind so intensiv und verändern sich ständig, das heisst ich habe immer einen anderen Hintergrund für meine Bilder.  

 „Ein kanadisches Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte, ist es, eine Hütte im Wald zu mieten, besonders während des Indian Summer, dann sind die Herbstfarben spektakulär. Meine Lieblingsgegend Lac-a-l'Eau-Claire nahe dem La Mauricie Nationalpark liegt direkt am See. Vor allem im Herbst nutze ich die Szenerie gern für Foto-Sessions, wie man auf diesem Bild hier sehen kann.“

(Bild: Genevieve Trudell)

Modedesigner Lennard Taylor hat 2015 seine Boutique in Downtown Winnipeg eröffnet, tourt aber auch gerne mit Pop-Up-Stores durch Kanada. 

An Winnipeg liebt er die vielseitigen Sommer-Events wie Open-Air-Theater- und Jazz-Festivals.

 „Manchmal muss man seine Heimat verlassen, um festzustellen, wie sehr man sie liebt. Mir ging das so. Ich war als Teenager in Europa, um professioneller Fußballer zu werden. Der Traum ist aber durch eine Knieverletzung geplatzt und ich kehrte nach Kanada zurück – ohne Plan, wie es weitergehen sollte. Irgendwas Kreatives, das war die Idee. Kaum war ich wieder in Winnipeg, wusste ich, dass es Modedesign sein muss. 

Die Bekleidungsindustrie ist hier mit spannenden Boutiquen und Trendsettern sehr erfrischend. Ich empfehle Besuchern, sich zuerst einen „Design Quarter Winnipeg”-Plan zu holen, die liegen in Shops und Cafés aus. Verzeichnet sind die coolsten Spots der Stadt wie The Forks Market – alles in Laufnähe. Und: Winnipeg ist der perfekte Zwischenstopp auf dem Weg nach Churchhill, um Eisbären zu sehen.“ 

Jazz-Sängerin und Juno-Award-Gewinnerin Kellylee Evans lebt in Ottawa und hat vor Kurzem ihr sechstes Album „Come On“ veröffentlicht. 

Perfekt abschalten kann sie im Algonquin Park bei einer Wanderung entlang des Lookout Trails mit seiner spektakulären Aussicht. 

(Bild: Anne Staveley)

  „Ich komme ursprünglich aus einem Vorort von Toronto, Ontario. Seit ein paar Jahren lebe ich aber in Ottawa, Kanadas Hauptstadt – ich liebe die Stadt. Es gibt alles: Kunst, Kultur, Kulinarik, aber auch weite Freiflächen und so intensive Farben. Überhaut finde ich: Dieses Land inspiriert einfach. Man fühlt sich nie eingeengt: All das Grün und die Schönheit inspirieren mich für meine Musik. Deshalb liebe ich den Algonquin Park so sehr. Besonders schön zum Wandern ist es dort im Herbst, wenn sich die Farben der Blätter in knallrot oder orange verfärben. Und jedes Mal, wenn ich von einer Tournee nach Hause komme, fällt mir die Herzlichkeit der Menschen in unserem Land auf. Da ist einfach immer ein Lächeln auf ihren Gesichtern.“  

Bill Alexander ist Chefkoch im Little Chief Restaurant des Grey Eagle Resort & Casino in Calgary. Sein indigenes Erbe teilt er in vielen kulinarischen Variationen. 

Er empfiehlt, die indigene Kultur des Landes direkt mit den First Nations zu erkunden, die in ganz Kanada zahlreiche Touren und Erlebnisse anbieten.

(Bild: Patricia Crombi)

„Durch meine indigenen Wurzeln identifiziere ich mich weniger mit einem speziellen Ort in Kanada als vielmehr mit dem Land, den Traditionen und der Geschichte meiner Vorfahren. Die Natur liegt uns sehr am Herzen und Kochen ist ein großer Teil unserer Gemeinschaft. Für uns gibt es keinen Unterschied zwischen Essen, Kultur und Spiritualität: Das merkt man besonders bei traditionellen Pow wows wie beispielsweise in Ontario, wo ich aufgewachsen bin. Als indigener Koch fühle ich mich in einer einflussreichen Position: Ich kann mit Gerichten ganze Geschichten erzählen und erklären, was die indigene Kultur so speziell macht.“

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Haben wir Dich inspiriert? Ob Berge, Seen, Städte oder Meeresufer – von Halifax im Osten, Vancouver im Westen bis hoch nach Yellowknife im Norden, Kanada hat für jeden das richtige Ziel.

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