Bild: Emma Paillex / Unsplash
Die besten Tipps von British Columbia Insidern.

Vier Monate mit dem Schulbus durch British Columbia: Die Deutsche Lena von Andrian und ihr Freund Aaron reisen im knallgelben Gefährt durch die Provinz im Westen Kanadas. Das umgebaute Vehikel ist das „Tiny House“ mit Küche, Schlafecke und sogar einem kleinen Kamin. Der hilft, die beiden Abenteurer auch an kalten Tagen warm zu halten. „Ich liebe nämlich den Winter in BC. Die Natur wird durch Schnee und Eis noch etwas spektakulärer“, sagt Lena.

(Bild: Lena und Aaron / Privat)

Die 25-Jährige muss es wissen: Ihre Eltern sind vor gut acht Jahren nach Kelowna gezogen und haben dort die Myra Canyon Ranch gekauft. „Ich war damals 18 und gerade mit dem Abi fertig. Fürs Studium bin ich zwar in Deutschland geblieben, reise aber jedes Jahr mehrmals nach Kanada, besonders oft im Winter – klar, Weihnachten will man ja mit der Familie verbringen. Außerdem ist es einfach eine klasse Zeit: Alles ist festlich beleuchtet, man kann wahnsinnig viel draußen unternehmen und muss dafür nicht zu tief in die Tasche greifen“, sagt Lena. Die Wahl-Kanadierin verrät euch ihre Lieblings-Outdoor-Spots und günstige Geheimtipps für einen aufregenden Wintertrip durch British Columbia.

 „Meine Eltern haben die Ranch damals samt Ferienwohnungen und 16 Pferden übernommen. Und Reiten ist ein Abenteuer, das ich jedem empfehlen würde: Auf dem Pferderücken durch die verschneite Landschaft von BC  zu schweben, ist märchenhaft schön. Wer´s etwas gemütlicher haben möchte, kann auch in Sun Speaks, einem hübschen und sehr entspannten Skigebiet mit über 130 Abfahrten, das knapp 45 Minuten von Kamloops entfernt liegt, eine Hundeschlittenfahrt ausprobieren.“

 „Was ich persönlich total klasse finde: Fat Bikes! Die Mountain Bikes mit den extra-dicken Reifen sind seit ein paar Jahren ein großer Trend in BC und total erschwinglich. Im Winter werden sie zu einem Heidenspaß, weil man über jeden Belag fahren kann – auch über Schnee, Eis oder Matsch. Meine Eltern haben zudem zwei E-FAT-Bikes zum Verleih. Unsere Ranch führt über eine steilen Schotterweg direkt zum Myra Canyon. Die vier Kilometer bewältigt man mit dem E-Bike ganz locker in zwanzig Minuten.“

 Myra Canyon ist für Lena ein absolutes Highlight von BC: Dort schlängelt sich eine alte, stillgelegte Zugstrecke  am Rand des Canyons  entlang. Da der Canyon zerklüftet ist, wurden 13 riesige Holzbrücken, sogenannte Trestles hineingebaut. „Dank dieser Holzbrücken kann man heute die alte Strecke entlang wandern oder radeln, in den Canyon schauen und den Ausblick auf Kelowna, den See und das Okanagan Valley genießen,“ sagt Lena und empfiehlt einen Abstecher ins Tal: „Die Weinregion mit ihren hübschen Winzeranlagen ist das ganze Jahr über bezaubernd: Also unbedingt eine Winter-Wein-Tour mitmachen!“

(Bild: Tourism British Columbia)

Lena kommt aus dem Süden von München, dem bayerischen Voralpenland: Schnee und gute Ski-und Outdoor-Möglichkeiten kennt sie demnach gut. Trotzdem findet sie, dass British Columbia nochmal eine andere Liga sei. „Skifahren ist hier top, nicht nur in den bekannten Gegenden wie Whistler. Das muss man zwar auch mal gesehen haben. Ich persönlich fahre aber lieber in eines der kleineren Skigebiete. Die sind günstiger und sehr authentisch“, sagt die Wahl-Kanadierin. Baldy Mountain ist ihr absoluter Geheimtipp. Es gibt zwei Lifte, perfekten Pulverschnee und oft hat man die Piste für sich allein. Ähnlich gigantisch und null überlaufen sind SilverStar, Big White, Sun Speaks und Revelstoke.

(Bild: Tourism British Columbia)

In BC hat Lena auch das Schneeschuhwandern für sich entdeckt. „Das ist hier sehr beliebt und günstig. Leiht euch in einem Outdoorladen Schneeschuhe aus und wandert die vielen Trails ab: Im Cypress Provincial Park oder Manning Provincial Park gibt es wunderschöne Strecken,“ empfiehlt die 25-Jährige. Wer einen Adrenalinschub sucht, sollte ihrer Meinung nach auch noch Ice Climbing ausprobieren: „In Tumbler Ridge beispielsweise klettert man am Fuß der Rocky Mountains. Und da wir gerade von Eis sprechen: Schlittschuhlaufen ist kanadischer Nationalsport und darf natürlich auf keinem BC-Winterprogramm fehlen. Ich war vor kurzem bei meinem ersten Eishockey-Spiel und fand die Atmosphäre gigantisch. Kanadischer geht es kaum!“

(Bild: Mount Washington Alpine Resort/Slipstream Images)

Lena findet aber, dass man sich auch unbedingt selbst die Schlittschuhe anschnallen sollte: „Mein Geheimtipp ist der Ice Skating Canal im Apex Mountain Resort." Der Loop windet sich über einen Kilometer mitten durch den Wald. Tagesticket und Schlittschuhverleih kosten gerade mal zehn Euro. Fangt am Nachmittag an: Die Eisstraße ist abends herrlich beleuchtet, am Rand wartet oft ein Lagerfeuer und sogar eine kleine Hütte, an der man Punsch kaufen kann.“

(Bild: Tourism British Columbia)

„Apropos Punsch: Besucht unbedingt eines der vielen Winter Festivals, wie das Seismic Mountain Festival im Skigebiet SilverStar. Mit Sport-Events, Live-Musik-Acts und Djs geht die Post ab – und es gibt eben auch Punsch. Ein heißer Apple Cider wärmt einfach wunderbar,“ sagt Lena. Den könnten sie und ihr Freund Aaron zwar auch in  ihrer kleinen Küche im Schulbus zubereiten „aber ganz ehrlich, draußen, mitten in der Winterlandschaft von British Columbia, schmeckt alles noch ein bisschen besser.“

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