Bild: Imago

"Festhalten" ruft Robert und tritt aufs Gaspedal: Mit Karacho brettern wir über mehrere dicht aufeinander folgende Straßenwellen, die die Einheimischen hier liebevoll "sechs Schwestern" nennen. Der Wagen hebt kurz ab und fliegt für einen Moment über die nordirische Landstraße

Mein Herz erholt sich schnell von dem Gepolter. Denn wenn ich aus dem Fenster schaue, glitzert mir auf der einen Seite der tiefblaue Ozean entgegen, auf der anderen Seite ziehen grüne Hügellandschaften vorbei. Eben hat es aufgehört zu regnen, durch die Wolken glitzert die Sonne hindurch. Wir befinden uns auf der Coastal Route in der nordirischen Grafschaft Antrim

Wir sitzen zu dritt im Auto, das Radio haben wir aufgedreht: Es sind die letzten Wochen unseres Auslandsjahrs auf der grünen Insel, bald geht es zurück in die Heimat. Aber zwei Wochen haben wir uns noch Zeit genommen, um einen Roadtrip um die irische Insel zu machen. 

Unser nächster Stopp ist die Straße der Riesen, die der Legende nach einst den irischen Riesen McCool mit dem schottischen Riesen Benandonner verband. Tatsächlich zeugen die 37.000 Basaltsäulen von einem Vulkanausbruch vor rund 60 Millionen Jahren.

Wer in Irland ein Auto mieten will, darf keine Angst haben, auf der "falschen"  Straßenseite zu fahren. Dafür sind die Straßen aber meistens angenehm leer und die Strecke ist so schön, dass wir regelmäßig anhalten, um die rauen Klippen oder sanften Hügellandschaften zu bestaunen. 

Im Schnelldurchlauf – so schön ist die Autoroute durch Irland:
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Mit dem Auto gelangen wir auch an abgelegene Orte, die mit dem Bus oft nur schwer zu erreichen sind. Die Menschen hier freuen sich umso mehr über Touristen und begrüßen uns freundlich mit "Bout 'ye, darlin'" und "What's the craic, mate?". Mit einem unserer Airbnb-Hosts in der Grafschaft Mayo bleiben wir bis zum Zapfenstreich im einzigen Pub des Ortes – am Ende kennen wir alle Gäste und singen gemeinsam inbrünstig irische Lieder, die von der Geschichte und Tradition der Insel erzählen. 

Musik ist hier ein großer Teil des Soziallebens.

In Galway schläft mein Freund Robert sogar eine Nacht kostenlos, weil er abends für uns und die anderen Hostel-Gäste Gitarre spielt. Jeder, der in dem Hostel mittwochs musiziert, muss nichts für die Übernachtung zahlen.

Eine Irland-Route, die sich anbietet: von Nordirland in die Republik Irland an der Küste entlang. 

Die 1380 Kilometer kann man innerhalb von zwei Wochen schaffen – oder sich drei Wochen Zeit nehmen und es entspannter angehen lassen.

1. Coastal Route
(Bild: Miriam Dahlinger)

Loslegen sollte man am besten in Nordirlands Hauptstadt Belfast. Im Titanic Quarter wird man in die Zeit zurückversetzt, als das berühmte Unglücksschiff eine ganze Industrie nach Belfast brachte. In Belfast erzählt außerdem die Peacewall von den "troubles", dem Konflikt zwischen Loyalisten und Nationalisten. 

Von dort aus folgt man der Coastal Route, vorbei an kleinen Hafenorten, verwunschenen Ruinen, der Seilbrücke in Carrick-a-Rede und dem Unesco-Weltkulturerbe Giant's Causeway. Schlafen kann man gut in Bushmills – dort steht auch eine der ältesten Whiskey-Destillerien der Welt. 

2. Teelin

Über die Grenze geht es weiter in die Republik Irland. In dem 250 bis 300 Einwohnerort Teelin wird noch gälisch gesprochen und gelehrt

Schwindelfreie sollten bei guten Wetter unbedingt wenige Kilometer weiter zu den Klippen von Slieve League fahren. Slieve League gelten als die höchsten Klippen Europas. Vom höchsten Punkt blickt man 609 Meter nach unten auf den tosenden Atlantischen Ozean.

3. Achill Island
(Bild: Miriam Dahlinger)

Auf die größte irische Insel zog sich einst schon Heinrich Böll zum Schreiben seiner "Irischen Tagebücher" zurück. Die Insel ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden und mit dem Auto gut zu erreichen.  

Wir treffen dort auf Margie, eine Frau mittleren Alters, die uns kurzerhand die Ruinen des Dorfes Slievemore zeigt. Sie erzählt, dass die Bewohner der knapp hundert traditionellen Stein-Cottages während der Großen Hungersnot zwischen 1845 und 1852 starben oder nach Amerika auswanderten.

4. Connemara Nationalpark

Der nächste Stopp auf unserer Reise ist der Nationalpark in Connemara. Zwar regnet es während unserer Wanderung durch den Nationalpark ununterbrochen, trotzdem bewundern wir die reiche Flora und Fauna der Umgebung. Abends wärmen wir uns in dem wohl ungewöhnlichsten Hostel unserer Reise auf. 

Das Old Monastery Hostel quillt vor Kunst und Büchern nur so über. Im Bad gibt es nur Diskolicht und einen Kamin, vor dem man seine nassen Schuhe trocknen kann. Und morgens erwartet uns ein kostenloses Frühstück mit selbstgebackenem Brot, frischer Porridge und selbstgemachter Marmelade.

Essen und Trinken

Nicht nur in den Küstenorten findet man an jeder Ecke "Chippies", in denen man Fish und Chips bestellen kann. 

Generell ist die irische Küche eher Kartoffel- und fleischlastig. Typische Gerichte sind zum Beispiel Irish Stew, ein Eintopf, den fast jede irische Familie ein bisschen anders kocht und das Familienrezept von Generation zu Generation weitergibt. Oder der Shephard’s Pie – ein Gericht aus Kartoffeln und Hackfleisch.

Abends trifft man sich in Irland selbstverständlich im Pub. Dort bestellt man ein Pint Guiness oder ein Bulmers. Wer sich nicht als Tourist outen will, fragt aber nach einem Bushmills Whiskey – entweder "on the rocks" oder "hot" mit heißem Wasser und Honig.

5. Galway und der Burren
(Bild: Miriam Dahlinger)

In der wunderschönen Stadt Galway schlendern wir durch die bunten Geschäfte und kaufen uns den berühmten Claddagh-Ring. Er stammt aus Galway und zeigt zwei Hände, die ein Herz mit einer Krone halten. Das Herz symbolisiert Liebe, die Hände Freundschaft und die Krone Treue.

Der Claddagh-Ring(Bild: Miriam Dahlinger)

Ab Galway lohnen sich Tagesausflüge an die berühmten Klippen von Moher und den Burren Nationalpark. Der Burren bedeutet "steiniger Ort" und ist ein deutlicher Kontrast zu der sonst so grünen irischen Landschaft. Die steinige, karge Umgebung erinnert an eine Mondlandschaft und beherbergt allerhand seltene Blumen und Pflanzen.

6. Cape Clear Island
(Bild: Miriam Dahlinger)

Hier ist das Highlight eigentlich schon die Überfahrt von Baltimore nach Cape Clear Island. Das Auto lassen wir für zwei Nächte in Baltimore stehen, denn auf der Fähre sind keine Fahrzeuge erlaubt. Auf der Fahrt mit der Cailin Oir Ferry kommt man dafür ganz dicht an Delfinen, Seemöwen und mit etwas Glück sogar an Walen vorbei.

In Cape Clear angekommen, fühlt man sich dann sofort entschleunigt: Mobilfunknetz und Supermärkte sucht man auf der einsamen Insel vergeblich, stattdessen trifft man auf freilaufende Schafe und Kühe. Und weil es auf Cape Clear außer ein paar Pubs und einem kleinen Tante-Emma-Laden nichts gibt, hat man endlich richtig viel Zeit zum Entspannen. 

Was kostet der Spaß?

Ein paar Zahlen zu (Nord-)Irland im August – Preise können sich selbstverständlich ändern:

Anreise: Hin und Rückflug nach Dublin, z.B. von Hamburg für 157 Euro oder von Berlin nach Belfast für rund 77 Euro hin und zurück. 

Mietwagen: Kleinwagen um 160 Euro pro Woche

Unterkünfte: Zimmer für 2 auf Airbnb ab 25 Euro pro Nacht, Hostelzimmer ab 15 Euro pro Person 

7. Cashel


(Bild: Miriam Dahlinger)

Der Rock of Cashel ist eins der berühmtesten irischen Wahrzeichen. Schon im Altertum wurde er als Sitz von Feen und Geistern verehrt.

Der Legende nach soll der Nationalheilige der Iren, St. Patrick, den Ort zum Bischofssitz gemacht habe. Heute kann man dort verschiedene mittelalterlichen Ruinen besichtigen.  

8. Dublin 

Den perfekten Abschluss der Rundreise finden wir in Irlands Hauptstadt Dublin. Wer genug Natur erlebt hat, besucht zum Beispiel die Bibliothek des Trinity College – Irlands größte, schönste und eindrucksvollste Bibliothek mit 4,5 Millionen Büchern und einer großen Sammlung an historischen Handschriften und Drucken. Einen Besuch wert ist auch das Kneipenviertel Temple Bar. Besonders lustig und nicht so touristisch ist der Ukulele Tuesday im Stag's Head.

Für wen es nie genug Natur sein kann, nimmt den superschönen Wanderweg von Dun Loaghaire nach Brey, direkt vor der Haustür Dublins.

(Bild: Miriam Dahlinger)

Noch mehr Tipps für Dublin:

Am Ende unserer Rundreise haben wir viel gesehen: hohe Klippen, abgelegene Strände, pittoreske Häfen, Live-Musik und Kaminfeuer im Pub. Die Insel endgültig zu verlassen, fällt uns nun noch schwerer, aber der nächste Roadtrip ist ja schon geplant:


Art

Wie es aussieht, wenn Barbie raucht, kokst und kotzt

B

arbie macht immer auf perfekt: Sie ist sehr schlank, trägt akkurates Make-up und mühevoll gelocktes Haar. Und manchmal, wenn ihr danach ist, verzichtet sie auf ihre Kleidung in kleiner Größe und spaziert einfach nur in einem gut sitzendenden Bikini durch die Gegend.