Bild: Philipp Heigel
Die schönsten Ziele sind nicht weit weg

Im Urlaub wollen wir am liebsten ganz weit weg. Exotisch, einzigartig, eindrucksvoll und entspannend soll es sein – und am besten soll es auch bei Instagram ankommen. Hashtag: Fernreise. 

Dabei kann das Besondere so nah sein – nämlich in Deutschland. Naturliebhaber finden nicht nur in Vietnam, Kolumbien oder Portugal einzigartige Landschaften. Deutschland kann ohne Zweifel mithalten. 

Das zeigen Philipp Heigel (27) und Max Muench (25), ganz unabhängig voneinander, auf Instagram. Als Landschaftsfotografen reisen sie seit einigen Jahren durch die Welt, vor allem aber sind sie viel in Deutschland unterwegs. An Orten, die viele von uns so wahrscheinlich noch nie gesehen haben – von denen einige womöglich noch gar nichts wussten.

Wir haben die beiden gebeten: Erzählt uns von euren Reisen in Deutschland. Verratet uns die drei schönsten deutschen Orte, die ihr je gesehen habt. Erklärt uns, wie wir hinkommen!
Philipp Heigel, 27(Bild: Philipp Heigel)
Philipp empfiehlt: Herzogstand in Bayern
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Meinen Trip in die Bayerischen Voralpen werde ich nie vergessen – es hat einfach alles gepasst. Angefangen am Walchensee, der zum Verweilen und Schwimmen einlädt, wanderten wir in den Abendstunden auf den Berg Herzogstand.

Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen wir nach zwei Stunden an, aßen am Lagerfeuer und schliefen unter freiem Himmel. Wir standen extra früh auf, um auch den Sonnenaufgang zu erleben: ein einzigartiger Blick über den Kochelsee in Richtung München und auf der anderen Seite bis hin zum Walchensee, umrandet von den Voralpen.

Mehr über Philipp

  • Er kommt aus Koblenz und hat als Jugendlicher schon viel fotografiert und gefilmt.
  • Mit vier Freunden gründete er als Bassist die Metalcore Band "Days of Despite"
  • Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann und steht nun kurz vor dem Abschluss als Betriebswirt. 
  • Neben Reisen nach Slowenien, Portugal oder Österreich ist er viel in Koblenz' Umgebung, Süddeutschland und an der französischen Grenze unterwegs.

Anfahrt: Ich empfehle die Anreise mit dem Auto. Mit dem Zug lässt sich Kochel am See oder Garmisch-Partenkirchen erreichen. Und wer nicht hoch wandern möchte, kann mit der Herzogstandbahn auch auf den Gipfel fahren.

Übernachtung: Wer nicht unter freiem Himmel schlafen will, der kann in einer offenen Hütte auf dem Herzogstand übernachten. Ansonsten gibt es einige Hotels und Airbnbs in Kochel am See.

Max Muench, 25(Bild: Max Muench)
Max empfiehlt: Rakotzbrücke im Kromlauer Park in Sachsen
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Die alte Basaltbrücke liegt in einem Azaleen- und Rhododendronpark, dem Kromlauer Park. Wie aus einer fantastischen Welt erstreckt sich die kreisrunde Brücke über den Rakotzsee – und umrandet einen alten Basaltstein, der aus dem Wasser ragt. Eine Kulisse wie aus "Herr der Ringe", perfekt für einen Spaziergang.

Geheimtipp: Gerade im Herbst ist das warme Licht des Laubs einzigartig. Wenn man früh morgens kommt, liegt mit Glück Nebel auf dem dem See. Dann sieht der Ort richtig verwunschen aus.

Mehr über Max

  • Er kommt aus Chemnitz und lebt seit sechs Jahren in Berlin. 
  • Seit er drei Jahre alt war, spielte er Klavier
  • Nach einer Ausbildung zum Pianisten studierte er Musikproduktion an der HDPK in Berlin
  • Vor drei Jahren tauschte er das Piano gegen die Kamera.
  • Seit 2015 bereiste Max mehr als 40 Länder
  • Auf einer Reise im Harz lernte er den Fotografen Max Fischer kennen. 
  • Beide sind Gründungsmitglieder des Fotografen-Kollektives "German Roamers".  

Anfahrt: Am besten mit dem Auto, da der Park schlecht an öffentliche Verkehrsmittel angebunden ist, weil er kurz vor der polnischen Grenze liegt. Vor Ort ist ein großer Parkplatz. 

Übernachtung: In der Kreisstadt Weißwasser ist man am nächsten dran. Etwas weiter weg kommt man auch in Cottbus oder Bautzen unter. 

Philipp empfiehlt: Burg Eltz in Rheinland-Pfalz
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Viele wissen gar nicht, wie aufregend Deutschland sein kann.
Philipp Heigel

Die Burg Eltz war eines meiner ersten Ziele. Umkreist von der Eifel und der Elz, einem Nebenfluss von der Mosel, konnte die Burg nie erobert werden.

Und so stolz tritt die Höhenburg auch bis heute auf. Ich war schon vor Sonnenaufgang auf dem Aussichtspunkt gegenüber von der Burg, die noch vom Nebel im Tal umgeben war. Das fühlte sich wie eine Zeitreise in die Vergangenheit an. Hat man mehr Zeit, lohnen sich auch die Traumpfade in der Region Rhein-Mosel-Eifel – das Eltzer Burgpanorama führt an der Burg vorbei. 

Geheimtipp: Am eindrucksvollsten ist die Burg ganz ohne Touristen. Deswegen quält euch früh aus dem Bett, es lohnt sich. 

Anfahrt: Die Burg lässt sich am besten direkt mit dem Auto erreichen. Vor Ort ist ein großer Parkplatz. 

Übernachtung: In direkter Umgebung eignet sich eine Pension in Wierschem als Unterkunft. 

Max empfiehlt: Gespensterwald in Mecklenburg-Vorpommern
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Es gibt nichts Schöneres, als an einem noch unbekannten Ort aufzuwachen.
Max Muench

Direkt an der Küste gelegen, in Nienhagen, wandert man am Strand entlang des Gespensterwaldes. Das Besondere an dem Wald: die Bäume. Lang und kahl stehen sie dort, haben nur in den Baumkronen Blätter. Die Kombination aus rauer See, Strand und Wald ist etwas ganz besonders – und lässt den Wald bei Dunkelheit mystisch werden. 

Anfahrt: Wer nicht mit dem Auto kommt, kann von Rostock einen Bus nach Nienhagen, und somit direkt zum Wald, nehmen. 

Übernachtung: Zelten als Mutprobe im Wald sollte man lieber lassen, denn er liegt in einem Naturschutzgebiet. In der Nähe sind aber direkt Campingplätze, und Rostock ist auch nicht weit entfernt. 

Philipp empfiehlt: Eibsee in Bayern
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Ein Sonnenaufgang über den Bergen ist unbezahlbar.
Philipp Heigel

Würde ich es nicht besser wissen, könnte der Eibsee auch in Kanada liegen. Und sowieso ist dieser See an der österreichischen Grenze sehr exotisch: türkises kristallklares Wasser, dicht bewaldet und inmitten der Alpen.

Das ist eine ganz besondere Atmosphäre. Im Sommer kann man in dem See schwimmen oder mit einem Boot die acht kleinen Inseln erkunden. Für noch mehr Bewegung lohnt sich auch eine Wanderung auf die Zugspitze

Philipps Geheimtipp: Nehmt euch die Zeit und geht um den See herum – erst dann könnt ihr die acht kleinen Inseln richtig sehen. Nehmt einfach den Eibsee-Rundgang.

Anfahrt: Mit dem Auto ist der Eibsee am schnellsten zu erreichen. Mit dem Zug fährt man nach Garmisch-Partenkirchen, um von dort mit dem Eibsee-Bus oder der Zugspitzenbahn zum See zu gelangen. Wer hoch hinaus will, kann sich von der Zugspitzenbahn auch auf die Zugspitze bringen lassen.

Übernachtung: Direkt am Eibsee ist nur ein Hotel gelegen, in Grainau oder Garmisch-Partenkirchen gibt es aber weitaus mehr Unterkünfte und Campingplätze. 

Max empfiehlt: Naturpark Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale
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Die Natur ist übermächtig und gewaltig. Wir sollten uns bewusst werden, dass wir nur ein kleiner Teil dessen sind.
Max Muench

Vielleicht mag der ein oder andere den Naturpark kennen, denn hier findet jährlich das "SonneMondSterne Festival" direkt an der Bleilochtalsperre statt.

Der weitläufige Park erstreckt sich über kilometerweite Wälder, durchzogen von der Saale, von Stauseen und Talsperren. Deswegen wird das Gebiet auch "Thüringer Meer" oder "Land der Tausend Teiche" genannt. Für Panoramablicke lohnt sich ein Blick von oben, am besten von der Aussichtsplattform Bleilochtalsperre oder von der Ziemestalbrücke.

Anfahrt: Ich würde empfehlen, mit dem Auto anzureisen, da das Gebiet sehr weitläufig ist. Mit dem Zug fährt man nach Hof und kommt von dort mit dem Regionalverkehr weiter. 

Übernachtung: Es gibt einige Camping- und Zeltplätze in dem Park. Will man außerhalb sein Zelt aufschlagen, muss man damit rechnen, vielleicht vom Förster fortgeschickt zu werden, weil einige Waldstücke in Privatbesitz sind. Ansonsten kann man in Hotels oder Airbnb-Wohnungen in Hof unterkommen.


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Das kennst du nur, wenn du auf dem Schützenfest arbeitest

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temlos durch die Nacht, bis ein neuer Tag erwacht! Helene Fischer knallt aus den Boxen. Dazu: Viele Männer um die 50, die beharrlich versuchen, mit Luftgewehren einen künstlichen Vogel abzuschießen. 

Das ganze Dorf trinkt Bier, der Holzboden ächzt, die Zeltwände wanken – Willkommen beim Schützenfest. Hier jobbe ich, um mir was dazu zu verdienen.