Ein Mix aus Schanzenviertel, Kreuzberg und Schwabing – so könnte man das 11. Arrondissement in Paris beschreiben. Seit den Anschlägen von Paris hat es traurige Berühmtheit erlangt.

Wo liegt das Viertel?

Das 11. Arrondissement liegt im Osten von Paris, zwischen dem Place de la République im Norden, dem Place de la Nation im Osten und dem Place de la Bastille im Süden. Mit dem Fahrrad fährt man drei Minuten von der Seine bis zum Place de la Bastille. Hier fängt das Viertel auf der rechten Seite des Flusses an. Auch der Canal Saint-Martin durchfließt das Viertel – allerdings die meiste Zeit unter dem Boulevard Richard Lenoir.

Wer wohnt hier?

Das 11. Arrondissement ist eines der am dichtesten bewohnten Viertel von Paris. Franzosen mischen sich mit Familien aus Tunesien, Algerien, Marokko und vielen anderen Nationalitäten. In anderen Pariser Vierteln, wie zum Beispiel im asiatischen 14. Arrondissement im Süden der Stadt, fehlt diese Durchmischung.

Im gleichen Haus können Studenten, Architekten, Opernsängerinnen und ehemalige Feuerwehrmänner wohnen: unten, in den Wohnungen mit Stuckdecken, die Besserverdienenden, oben unter dem Dach, in den sogenannten „chambres de bonne“ (Dienstmädchenzimmern), die Studenten. Mit durchschnittschlich 28 Euro pro Quadratmeter sind die Mieten recht günstig. Eine kleine Einzimmerwohnung findet man für 500 Euro.

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In dem ehemaligen Arbeiterviertel haben früher in den langestreckten Hinterhöfen Schuster und Tischler ihre Ateliers gehabt. Erhascht man heute einen Blick durch die Tore eines solchen Hinterhofs sieht man hier meist schöne Wohnungen, Designstudios, Architekturbüros.

(Bild: Hanna Gieffers)
Was macht man hier?

Als Tourist kommt man erst bei seinem dritten oder vierten Besuch hierher. Das Viertel ist kein typisches Touristenviertel. Der Eiffelturm ist weit weg, die beliebten Geschäfte der Rue de Rivoli auch. Es ist ein Viertel der Pariser. Ein Viertel, wo man sich Sonntagsmorgens zum Brunchen trifft. Eine Gegend, wo man morgens am Kanal joggt. Boutiquen wechseln sich ab mit Cafés und Restaurants. An anderen Ecken sind ganze Straßen in Hand von asiatischen Klamottenläden. In diesem Viertel liegt außerdem eine der beliebtesten Pariser Demonstrations-Strecken zwischen dem Place de la République und dem Place de la Bastille.

Vor allem ist es ein Viertel der jungen Pariser: Gegen Abend wird die Gegend lebendig: Besonders in der Rue Oberkampf und seinen Seitengassen reiht sich eine Bar an die andere. Das Viertel ist "branché", angesagt. Bis um 2 Uhr morgens haben Bars wie "Place verte" oder "L’international" geöffnet. Ab 2 Uhr wird man aufgefordert, sein Getränk in einen Plastikbecher zu gießen und weiterzuziehen. Zum Beispiel zu einem der vielen Clubs im Viertel. Oder man lässt den Abend am Canal Saint-Martin ausklingen.