Bild: bento/Sophia Schirmer

Nordseeinsel, Wanderurlaub, Wellnesshotel – was haben diese drei Begriffe gemeinsam? Richtig, sie klingen nach Rentner-Reise oder bestenfalls Familienurlaub. Spießig und langweilig jedenfalls, das genaue Gegenteil von Roadtrip, Backpacking und Weltreise.

Nichts für junge Leute also.

Oder? Wir finden: Ein richtig schöner Oma-Urlaub kann super entspannend sein – und langweilig muss er auch nicht werden, im Gegenteil. Wir haben fünf Reisen gesammelt, die du jetzt schon machen solltest.

Bevor es irgendwann zu spät ist.

Sophia empfiehlt: Ein Wochenende auf Föhr

(Bild: bento/Sophia Schirmer)
Warum?

Wenn man in Dagebüll auf die Fähre steigt und die 50 Minuten nach Wyk tuckert, stellt sich sofort Insel-Urlaubsfeeling ein. Vom Hafen kann man direkt zur Strandpromenade laufen, dort steuert man am besten gleich die Milchbar an und bestellt den ersten Friesentee (besonders zu empfehlen: Föhrer Wölkchen). Dazu gibt's Friesentorte oder Windbeutel mit Früchten und Sahne.

Überhaupt eignet sich Föhr wunderbar für einen Futter-Urlaub: Dank der vielen Touristen gibt es Dutzende Cafés und Restaurants. Besonders zu empfehlen ist das Störtebeker. In dem ehemaligen Kinderheim gibt es Fisch und Fleisch, vegetarische und vegane Gerichte. Danach trinkt man Manhattan, das Föhrer Nationalgetränk, oder Tote Tante, heißen Kakao mit Schuss.

Wer zwischen all dem Essen ein bisschen Bewegung braucht, leiht am besten ein Fahrrad aus und radelt damit quer über die Insel. Besonders schön: das Dorf Nieblum mit seinen Kopfsteinpflaster-Straßen und reetgedeckten Häusern. Auch in Nieblum gibt es natürlich Kuchen, den besten bekommt man in der Kerzenscheune. Danach geht's weiter an den Strand: Dort kann man im Strandkorb sitzen, Muscheln suchen und Steine flitschen. Wer's aktiver mag, probiert Wind- oder Kitesurfing.

Wie komme ich hin?

Föhr erreicht man problemlos ohne Auto: Mit dem Schleswig-Holstein-Ticket kann man bis zum Fähranleger fahren, in der Bimmelbahn zwischen Niebüll und Dagebüll werden auch Tickets für die Fähre verkauft.

Wo wohne ich?

AirBnB haben die Föhrer noch nicht wirklich für sich entdeckt, ein paar Angebote gibt es aber. Alternativ sucht man eine Ferienwohnung über Vermieterseiten wie Eberlein oder Nordland Appartements

Basti empfiehlt: Das "1. Deutsche Kartoffelhotel Lüneburger Heide"

(Bild: bento/Sebastian Maas)
Warum?

Weil man hier als deutsche Kartoffel mal so richtig anständig durchgefüttert wird. Das fängt im Restaurant an: Auf der Karte stehen zahllose Kartoffelgerichte von klassischen Bratkartoffeln (auch vegetarisch!) bis hin zu Kartoffelkuchen. Es wird gegrillt, es gibt üppige Buffets und seltene Kartoffelsorten, alles ist gemütlich rustikal eingerichtet. 

Im Wellnessbereich entspannt man sich bei Kartoffelpackungen und Ölmassagen, danach geht man in die Sauna, um die Kohlehydrate wieder auszuschwitzen. Zur Happy-Hour gönnt man sich dann keinen Cocktail, sondern einen Kartoffelschnaps – aus einer ausgehölten (ihr ahnt es) Kartoffel. 

Das Kartoffelhotel liegt in einem sogenannten Rundlingsdorf. So wird eine alte Bauweise bezeichnet, in der alle Häuser kreisförmig um einen zentralen Punkt gebaut wurden. Überall sieht man Fachwerk, Holz und alte landwirtschaftliche Geräte.

Das Allerbesonderste aber? Hier hat man quasi keinen Handyempfang. Man kann daher als digital abhängiger Mensch mal richtig schön entgiften und Facebook & Co. ignorieren, während man sich noch eine Kartoffel eingießt. Prost!

(Bild: bento/Sebastian Maas)
Wie komme ich hin?

Am besten mit dem Auto, weil das Dorf mit dem schönen Namen Küsten schon sehr abgelegen liegt. Aus dem Norden fährt man auf der A39 von Hamburg Richtung Lüneburg, danach auf der B4 Richtung Uelzen. 

Wer aus dem Süden kommt reist über die A7 bis Salzgitter, danach auf der Stadtautobahn weiter Richtung Lüneburg. 

Alternativ kann man auch mit der Bahn bis Salzwedel fahren und dann mit Bus oder Taxi weiter. Eine genaue Navigation gibt es hier.

Julia empfiehlt: Wandern in Garmisch-Partenkirchen

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Warum?

Der Urlaub beginnt, wenn die Regionalbahn München hinter sich lässt und langsam in Richtung Berge zuckelt. Auf dem Weg durchquert man mehrere Orte, die irgendwie auf -ingen enden, und landet schließlich in Garmisch-Partenkirchen. 

Der verschlafene Alpen-Ort ist der perfekte Ausgangspunkt für Wander-Einsteiger: Rund um Garmisch gibt es viele Wanderwege und Berge, die man sowohl mit der Seilbahn als auch zu Fuß erklimmen kann. Besonders schön: Wank oder Eckbauer

Das Wichtigste bei jeder Wanderung: die Pause auf der Alm. Dort gibt es – immer, egal auf welcher – Kaffee und Kuchen oder auch Pommes und Wurst. Je nach Rentner-Laune. 

Wer gar nicht wandern mag, kann mit der Zahnradbahn auf die Zugspitze fahren. Ganz gesittet und entspannt, vollkommen stressfrei

Wie komme ich hin?

Am einfachsten mit dem Zug. Bis München fahren ICEs und danach geht es mit der Regionalbahn weiter. Wer kein Gewissen hat, kann auch bequem fliegen: Vom Flughafen München ist man in circa eineinhalb bis zwei Stunden in Garmisch-Partenkirchen. 

Wo wohne ich?

Am günstigsten wohnt es sich, vor allem mit mehreren Personen, in Ferienwohnungen oder kleineren Pensionen. Für ein Hotelzimmer müssen Urlauber rund 100 Euro einplanen. Ähnliche Preisklasse, aber mal was anderes: Kleine Berghütten auf Campingplätzen.

Marlene empfiehlt: Wellness in Waren an der Müritz

Warum?

Wellness, das klingt nach gackernden Frauen, die mit Gurkenscheiben auf dem Gesicht im Liegestuhl liegen, um was für ihre Schönheit und innere Ausgeglichenheit zu tun. Wenn man an Wellness an der Mecklenburger Seenplatte denkt, tauchen im Kopfkino vielleicht noch ein paar runzlige Männerbeine auf, die in den Pool steigen und dort dann schnaufend ihre Bahnen ziehen.

Das ist schade. Denn ein Wellness-Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte ist wirklich schön. ECHT JETZT.

An einigen Stellen kann man – wenn man sich denn traut – nach der Sauna einfach nackig bis zum Steg laufen und direkt in die Müritz springen. Wer ein bisschen mehr Budget hat, gönnt sich noch eine Massage. Ansonsten: Öl einpacken und selbst draufloskneten.

Wer genug geschwitzt hat, schwingt sich aufs Rad, fährt durch dichte Wälder, immer am Wasser entlang, macht Pausen direkt am Ufer und schaut auf grünes Schilf – auch das entspannt den Geist (und gibt super Insta-Bilder).

Abends kann man in Waren am Hafen Fisch essen oder sich durch verschiedene Tapas probieren (hier zum Beispiel). Um dann wenig später (viel zu früh, aber komplett relaxed) ins Bett zu fallen.

Wo wohne ich?

Es gibt wunderschöne Hotels, die etwas außerhalb von Waren und direkt am See liegen. Die haben oft auch Wellnessangebote sowie Sauna und Spa. Die etwas billigere Variante: Man mietet eine Ferienwohnug und kauft Tagestickets für den Spa (zum Beispiel im Hotel Amsee).

Wie komme ich hin?

Man kommt ohne Probleme mit der Bahn nach Waren. Von Hamburg aus dauert es etwa drei Stunden. Mit dem Auto geht es – je nach Stau – ähnlich schnell.

Basti (ja, der von oben!) hat noch eine Idee: eine feine Ostseekreuzfahrt

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Warum?

Wer viele neue Städte auf einmal kennenlernen, aber nicht die ganze Zeit im Auto sitzen will, sollte eine Kreuzfahrt machen. Denn da übernimmt das Rumfahren dein schwimmendes Hotel, während du schläfst, isst oder mit deiner Begleitung versuchst, im 2,5-Quadratmeter-Bad Sex zu haben. 

Auf einer Ostseekreuzfahrt erkundet man skandinavische, baltische und russische Metropolen wie St. Petersburg, Tallinn oder Kopenhagen. Immer gerade lange genug, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu begutachten, sich den Bauch vollzuschlagen und ein paar Fotos zu machen – dann geht es zurück aufs Schiff und weiter.

An Bord locken Bars, Buffets mit bis zu sechs Mahlzeiten am Tag, Wellness, Fitnesscenter und Abendshows – für Individual- und Erlebnistouristen also eher ungeeignet, um mal eine Woche abzuschalten aber genau richtig. Vorsicht: Als Pärchen kann es, je nach Beziehungsstatus, schnell eng in der Kabine werden. Nehmt euch was zu lesen mit. Oder Massageöl. 

Ostseekreuzfahrten werden unter anderem angeboten von "Aida", "Mein Schiff" oder "Costa".

Wie komme ich hin?

Am besten startet man in Kiel, dorthin kommt man easy mit dem Zug. Von Hamburg dauert es etwa eineinhalb Stunden, von Berlin dreieinhalb. Am Bahnhof wird man als Schiffsgast natürlich abgeholt und zum Hafen gefahren. Transfers und Bahnreisen sind oft in den Ticketpreisen fürs Schiff inbegriffen, es lohnt sich aber, online oder im Reisebüro danach zu fragen. 

Du willst wissen, wie durchschnittlich dein Reiseverhalten ist? Mit unserem Quiz findest du es heraus.


Musik

New Horizons Festival: Gewinne Tickets für die Riesen-Party am Nürburgring

Der Nürburgring ist bereits sehr partyerprobt – und jetzt bekommt er ein weiteres Riesen-Festival: Vom 25. bis 26. August steigt zum ersten Mal das New Horizons Festival. Es wirbt mit einem gigantischen DJ-Lineup und sieben verschiedenen Traumwelten.