Bild: Dominik Berchtold für Kleinwalsertal Tourismus
Das Tal in Österreich kombiniert Action und Erholung in der Natur.

Ich kann den Schnee riechen. Die kalte, klare Luft am Morgen, wenn es in der Nacht Neuschnee gab, macht mich mit einem Atemzug hellwach und glücklich. Ich trete vor die Tür und als ich den fest getrampelten Schnee unter meinen Füßen knirschen höre, weiß ich, ich bin da. Ich lasse meinen Blick nach oben schweifen und muss blinzeln: Um mich herum Berge und Tannen, bedeckt mit strahlendem Weiß.

In den 22 Jahren seitdem ich hier an einem kleinen Hügel Skifahren gelernt habe, bin ich immer wieder hierher gekommen. Und jedes Mal schafft es dieser Ort, mich mit der kalten Jahreszeit zu versöhnen – lässt mich den grauen Matsch, in den sich der Schnee in Hamburg binnen Sekunden auf den Straßen verwandelt, vergessen und hüllt mich ein in eine weiße Winterlandschaft.

Ich stehe im tiefverschneiten Kleinwalsertal in Österreich. Eingekesselt von 2000 Meter hohen Bergen, reihen sich vier Dörfer aneinander.

Den perfekten Zeitpunkt, um eines davon zu besuchen, gibt es nicht. Die Wanderungen durch die Bergwelt zwischen Deutschland und Österreich sind zu jeder Jahreszeit wunderschön. Doch ich mag vor allem den Winter. Mit dem ersten Schnee legt sich eine besondere Stimmung über das Tal. Eine Mischung aus frischer Luft und dampfendem Kaiserschmarrn, aus kalter Nasenspitze und warmen Lammfellhandschuhen.

Weg ohne Dreck

Wir alle wissen, dass wir an unserem Lebensstil schrauben und die Welt besser behandeln sollten. Gleichzeitig wollen wir aber auch leben, reisen, genießen und neue Orte sehen. 

In unserer Urlaubsreihe stellen wir schöne Reiseziele vor, die auch mit wenig CO2-Ausstoß erreichbar sind.

Riezlern ist eines der vier Dörfer. Von dort aus bringt mich eine Gondel auf die 2058 Meter hohe Kanzelwand. Über den Berg in den Allgäuer Alpen verläuft die Grenze zwischen dem deutschen Bayern und dem österreichischen Vorarlberg. Von hier kurven Skifahrer auf einer der Pisten durch einen kleinen Wald hinab ins Tal.

Auf den insgesamt über 50 Kilometer langen Winterwanderwegen geht es etwas langsamer voran, dafür hat man auf den Wegen vorbei an Bächen und über weiße Schneedünen Zeit, die Natur und die unendliche Stille zu genießen.

Die Bewegung in der Winterluft macht hungrig. In einigen der Blockhütten aus dunklem Holz, die wie Modellhäuschen an den Berghängen stehen, kommen nur regionale und saisonale Produkte auf den Teller, wie der heimische Bergkäse in den Käsespätzle oder auf selbstgebackenem Brot. Die Gastwirte und Gastwirtinnen arbeiten eng mit den Kleinwalsertaler Landwirten und Jägern zusammen. In den Hofläden unten im Tal kann man die Produkte kaufen, falls man sich in seiner Unterkunft selbst versorgt oder ein bisschen Allgäu mit nach Hause nehmen will.

Nach der Rückkehr ins Tal wird es heiß, denn Schwitzen klappt auch im Winter. In den vielen Saunen und Bädern mit Produkten, die direkt aus der Vorarlberger Natur kommen, kann man den Tag genau so beenden, wie er begonnen hat: mit Panorama-Blick auf diese wunderschöne Bergwelt.

Praktische Infos zum Kleinwalsertal:

Worauf sollte ich achten?

Den Schnee kann man nicht buchen. Es gibt immer wieder Wintermonate, in denen im Tal wenig oder sogar gar kein Schnee liegt. Manchmal fällt hingegen so viel Schnee, dass es schwierig ist, ins Tal zu kommen oder wieder abzureisen. Falls man flexibel bei den Daten ist, kann man im Internet die Schneebedingungen checken, bevor man anreist. Auch Lawinenwarnungen können einen einschränken und sollten ernst genommen werden.

Anreise:

Das Kleinwalsertal liegt in den Allgäuer Alpen in einer Sackgasse. Es gibt nur einen Weg, der in das Tal hineinführt. Mit dem Zug fährt man zunächst in das zehn Kilometer entfernte Oberstdorf. Von Hamburg braucht man dorthin etwa neun Stunden, von München nur zweieinhalb. Von Oberstdorf geht es dann in einer 15- bis 40-minütigen Busfahrt weiter ins Kleinwalsertal.

Unterkunft:

Die Unterkünfte sind vor allem zur Ferienzeit eher teuer und schnell ausgebucht. Wer schon im November oder erst im März fährt, kann etwas Geld sparen. Neben Hotels samt Wellnessanlagen gibt es auch Ferienwohnungen in kleineren Berghütten.


Streaming

Wir wurden mit Böhmermann groß – wird er jetzt erwachsen?
Er schuf die Sendung unserer Generation: einen Spagat von 1990 bis 2019, vollgestopft mit Politik und Popkultur.

In einer meiner ersten Erinnerungen an Jan Böhmermann sitzt der Moderator an der Seite von Gina-Lisa Lohfink auf zwei Pferdeattrappen und reitet zur Musik von "Bibi und Tina" vor einer Leinwand. "Janni und Gina" nennen sich die beiden, Gina-Lisa kann kaum aufhören zu lachen.

Es ist ein Gag aus der ersten Folge "Neo Magazin", damals im Oktober 2013 noch ohne das "Royale". Die Szene ist so albern wie authentisch. Und der Kern dessen, was ich an Jan Böhmermann immer gemocht habe: Der Intellektuelle aus den Zehnerjahren veräppelt ganz befreit mit einer TV-Trash-Größe aus den Nullerjahren unsere Kindheitserinnerungen aus den Neunzigern. 

Jan Böhmermann schuf mit dem "Neo Magazin" die Sendung unserer Generation: einen Spagat von 1990 bis 2019, vollgestopft mit Politik und Popkultur. 

Nun ist nach sechs Jahren und 42 Tagen Schluss. Am Donnerstagabend lief die 167. Ausgabe vom "Neo Magazin Royale" auf ZDFneo. (SPIEGEL) Böhmi geht jetzt in die Sendepause, ab Oktober 2020 startet er mit einer komplett neuen Show dort, wo er immer hin wollte: im ZDF-Hauptprogramm. Wie die aussehen wird, ist noch unklar.

32 Jahre alt war Jan Böhmermann als er anfing – aber gefühlt doch erst Anfang 20. Irgendwie merkte man ihm an, dass die Studentenpartys noch nicht lange her waren. Dass er noch mitreden konnte. Er hörte die Rapper, von denen man selbst gerade erst erfuhr und hatte die Apps schon wieder gelöscht, die man selbst gerade erst installiert hatte. Die lustige Blaulicht-Meldung, aus den Web.de-News, hatte er schon wieder in einen Metagag verwandelt.