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Fahrradtouren, Barausflüge, gemeinsames Kochen – diese Gastfreundschaft kostete früher nicht mal ein Lächeln, künftig kann das bei Airbnb teuer werden. Bald vermittelt die US-amerikanische Plattform nämlich nicht nur Ferienunterkünfte, sondern kümmert sich auch um die hippe Freizeitgestaltung vor Ort.

Vor ein paar Tagen stellte CEO Brian Chesky auf einer Konferenz in Los Angeles die neue Funktion "Trips" vor. Damit will das Unternehmen Reiseagenturen die Kunden abwerben. Auf der Webseite kann man jetzt auch Touren buchen. Bald sollen Flüge folgen.

Die wichtigste Neuerung heißt "Entdeckungen" und funktioniert so: Die Gastgeber können künftig nicht mehr nur Wohnungen und Zimmer anbieten, sondern ihre Zeit und ihr Insiderwissen. Gegen Geld.

So fordert Sarah aus Miami jetzt 217 Euro für eine Fahrradtour durch ihre Heimatstadt. Und Aiden aus London zeigt dir die besten Streetfood-Märkte, wenn du dafür 150 Euro bezahlst.

Airbnb verkauft ab sofort das Herzstück einer jeden Reise: die Hilfsbereitschaft der Menschen. Und zerstört damit sein eigenes Image.

Bisher lautete das Versprechen: echte Wohnungen, echte Menschen, echte Einblicke in das Leben der Locals. Dazu gehörte auch, sich morgens beim Frühstück erzählen zu lassen, wo der coolste Vintagemarkt der Stadt versteckt liegt. Für lau natürlich.

Noch mehr zu Airbnb:

Das wird sich jetzt wohl ändern. Warum soll man seinem Gast auch aus reiner Nettigkeit den coolsten Club der Stadt zeigen, wenn andere dafür ordentlich Kohle verlangen?

Nun besteht "Experience" nicht nur aus Stadtführungen und Bar-Touren. Für einige Angebote verlangen Anbieter zu Recht Geld. Für den dreitägigen Surfkurs in Los Angeles zum Beispiel oder für die Tanzstunde, organisiert von einem Londoner Showgirl.

Wenn junge Künstler, Studenten oder Selbständige ihre Dienstleistung einer kleinen Gruppe anbieten, dann ist das nicht per se verwerflich, nur weil man sie über Airbnb buchen kann.

Die Frage ist nur: Wie lange bleiben solche Angebote so familiär und authentisch, wie sie auf der Webseite beworben werden?

Ursprünglich verkaufte sich Airbnb ja auch als eine kostengünstige und gemütlichere Variante zu grauen Hotelblöcken. Mittlerweile haben sich viele Menschen dort ihr eigenes Business geschaffen und nehmen Studenten mitunter den Wohnraum weg.

Mit "Experience" gibt es jetzt eine weitere Möglichkeit, Reisenden möglichst viel Geld abzunehmen. Bis sich Airbnb anfühlt wie eine Woche All-Inclusiv im Robinson-Club. Mit dem Unterschied: Dort arbeiten zumindest Profis.

"Leicht und magisch" soll das Reisen mit Airbnb künftig dank der vielen neuen Angeboten werden, so steht es auf der Webseite. Und das ist eigentlich der größte Widerspruch in sich: Die besten Geschichten sind nämlich die, die ungeplant passieren. Wenn man sich auf dem Streifzug in der Stadt verläuft oder nur durch Zufall diese grandiose Bar im Hinterhof entdeckt. Und wenn einem fremde Menschen einfach ihre Hilfe anbieten – ohne dafür Geld zu verlangen.


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Dieser irische Politiker spricht aus, was viele über Donald Trump wirklich denken
Und was er sich auch von Angela Merkel gewünscht hätte.

Seit dem 9. November weiß die Welt, dass Donald Trump der nächste US-Präsident wird. Und immer noch sind sich alle unsicher: Wird es doch nicht so schlimm mit ihm? Oder steht für der Weltgemeinschaft – oder dem Umweltschutz – Schlimmes bevor?

Während sich viele Politiker um eine Einordnung drücken und auf Diplomatie setzen, redete der irische Abgeordnete Aodhan O'Riordáin nun Klartext: