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Die Deutsche Bahn will die Verbindungen einstellen.

Die Deutsche Bahn will auf ihre Nachtzüge verzichten. Warum nur?

Wir haben acht Punkte zusammengetragen, warum jeder gestrichene Nachtzug einer zu viel ist.

Beginnen wir mit den ganz persönlichen Gründen: Wer Nachtzug fährt, spart CO2

Keine Frage, mit dem Zug reist man grüner – und zwar deutlich. Laut co2online entstehen bei einem Flug von Hamburg nach München etwa 310 Kilogramm CO2 pro Kopf, auf der gleichen Strecke im Zug nur 57 Kilogramm. Außerdem fährt man als Besitzer einer Bahn Card bei der Deutschen Bahn ausschließlich mit Ökostrom. Wer also klimafreundlicher reisen möchte, der sollte zum Hauptbahnhof und nicht zum Flughafen.

Die Nachtzugpläne der Bahn

Die Deutsche Bahn will ihre elf Nachtzugverbindungen mit Schlafwagons im Dezember einstellen. Ein Nischengeschäft, heißt es bei der Bahn: Im vergangenen Jahr hätten sie 31 Millionen Euro Minus gemacht. (SPIEGEL ONLINE)

Zwar möchten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) einige der sogenannten City Night Liner übernehmen, mindestens fünf Routen dürften aber ersatzlos wegfallen. Darunter nach Informationen der taz auch die Verbindung Köln-Warschau oder Zürich-Amsterdam.

Und er spart Geld

Abends in den Zug, nachts im Abteil schlafen und morgens ausgeruht in den ersten Urlaubstag starten – und dabei auch noch Geld sparen. Denn im Liegewagen gibt es die Nachtfahrt schon für 39 Euro innerhalb Deutschlands, 49 Euro kosten die günstigsten internationalen Verbindungen. Auch möglich: Noch am letzten Arbeitstag in den Urlaub starten – mit dem Zug über Nacht ist das kein Problem.

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Wer den Nachtzug nimmt, reist nie allein

In den Liegewagen teilt man sich üblicherweise ein Abteil mit vier anderen Mitfahrern. Ja, wenig Privatsphäre. Aber: Es ist auch eine tolle Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. Was gibt es Besseres, als von München nach Amsterdam zu fahren und im Zugabteil schon die ersten Geheimtipps von Einheimischen zu bekommen?

(Bild: Redd Angelo )
Dafür immer entspannt

Eine Alternative zum Nachtzug bleibt natürlich die Autobahn. Entweder steuert man selbst durch die Nacht oder man nimmt den Nachtbus. Nur: Selbstfahren ist deutlich anstrengender, Fernbusfahren nicht sonderlich bequem. Wer schon mal mit dem Bus durch die Nacht gefahren ist, weiß wie schlecht man meist schläft – und wie oft man auf den Schultern des Sitznachbarn landet. Das kann im Nachtzug nicht passieren: Hier hat jeder seine eigene Koje. Wer zur Seite rutscht, fällt höchstens aus dem Bett.

Und er frühstückt (fast) wie im Hostel

Die City Night Liner haben teilweise sogar ein Bordbistro. Gerade aufgewacht, kann man hier schnell einen warmen Kaffee oder sogar ein kleines Frühstück bekommen. Zugegebenermaßen ist das Angebot nicht mit dem großen Frühstücksbüfett im Speisesaal zu vergleichen. Aber immerhin: Mit einer Autobahnraststätte kann es mithalten. Und es gibt Schlimmeres, als sich die Landschaft anzuschauen, während man den Kaffee schlürft.

Und jetzt, liebe Deutsche Bahn, zu dir: Du nimmst uns ein Stück Abenteuer

Die Liege- und Schlafwagen der Deutschen Bahn sind in der Tat nicht mehr die neusten Modelle. Und trotzdem haben die kleinen Fünfer-Abteile etwas Heimeliges und Familiäres. Außerdem sind die schmalen Betten ein echtes Erlebnis: Mit ihren 1,90 Metern Länge und knapp 60 Zentimetern Breite sind sie gerade eben groß genug. Wer doch Schwierigkeiten hat einzuschlafen, den wiegt spätestens nach ein paar Minuten das Rattern und Ruckeln des Zuges in den Schlaf. Es ist eine Reise, wie man sie in den Tagen von abgedämpften Airbussen und neuen ICEs nur noch selten erlebt – und gerade deswegen so spannend!

Du rollst dich ins Abseits

Es müssen gar nicht mal die echten Klassiker wie der Orientexpress sein – Nachtzüge mit Schlafwaggons gibt es in nahezu jedem Land. Ob von Adelaide über Alice Springs nach Darwin in Australien. Oder in Thailand von Surat Thani im Süden rauf nach Bangkok – Züge mit Liegemöglichkeit gehören einfach dazu. Nur bei der Deutschen Bahn nicht mehr? Das wäre nicht nur schade, das wäre peinlich.

Du machst Interrail kaputt

Auch in Europa gehören diese Verbindungen zum Reisen dazu (Interrail). Der Hellas Express von Griechenland über Mazedonien nach Serbien zum Beispiel. Oder die Trenhotel-Verbindung, die von Südfrankreich durch Spanien bis Lissabon in Portugal führt. Diese Züge sind auch und gerade für Interrailer wichtig. Gerade mit einem Interrailpass nutzt man Nachtfahrten gerne, um keine Zeit zu verlieren.

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