Bild: Privat
Norditalien ist viel näher, als man denkt.

Viele behaupten, meine jetzige Heimatstadt Hamburg sei die schönste Stadt der Welt. Beinahe stimmt das auch, doch an einem wird es hier immer fehlen: an Bergen. Und mit der Bergluft ist es so wie mit einem Lieblingessen von der Oma – ab und zu muss man zurück und sein Verlangen stillen.

Vom Gipfel aus hinunter ins Tal blicken, über dir der blaue Himmel, unter dir die bunte Blumenwiese oder eine dicke Schneeschicht:

Für mich ist die schönste Region für einen Bergurlaub Südtirol – im Sommer und im Winter.

Nur leider sind es von Hamburg bis in die Landeshauptstadt Bozen rund 1000 Kilometer. Ein Flug wäre praktisch – aber es geht auch ohne. Dazu später mehr.

Weg ohne Dreck

Wir alle wissen, dass wir an unserem Lebensstil schrauben und die Welt besser behandeln sollten. Gleichzeitig wollen wir aber auch leben, reisen, genießen und neue Orte sehen. 

In unserer Urlaubsreihe stellen wir schöne Reiseziele vor, die auch mit wenig CO2-Ausstoß erreichbar sind.

Wer schon einmal in Südtirol war, weiß, hier kann man abschalten: Spätestens wenn man Schlutzkrapfen (die südtiroler Variante von Ravioli) in Butter geschwenkt mit viel Parmesan isst, die Sonne einem auf der Berghütte ins Gesicht scheint und der Kellner noch einen Aperol Spritz vorbeibringt, sind nervige Chefs und die Baustelle im Hausflur vergessen.

Zu jeder Jahreszeit locken die Regionen um Bozen und Meran Tausende Touristen an, trotzdem kann man hier einsame Momente erleben – auf der Wandertour zwischen haushohen Nadelbäumen, oder auf der Skipiste ganz früh morgens, wenn die Gondeln noch fast leer fahren.

(Bild: Privat)

Tipp für die wärmeren Monate: Mit der Rittner Seilbahn – etwa zehn Gehminuten vom Stadtzentrum in Bozen entfernt – geht es vom Tal auf den Hausberg hinauf. Von dort aus lohnt sich eine Fahrt mit der historischen Eisenbahn und eine Wanderung zu den beeindruckenden Erdpyramiden. Wen diese Naturwunder kalt lassen: Oben findet sich auch ein Bauernhof, auf dem Alpakas leben.

Wem am nächsten Tag eher nach einer Abkühlung ist, der findet sie zum Beispiel am großen und kleinen Montiggler See in Eppan. Vor der Bergkulisse kann man hier ins Wasser springen und die Natur genießen. In einem Hotel ganz in der Nähe hat sich auch die deutsche Männer-Fußball-Nationalmannschaft schon auf große Turniere vorbereitet. Gibt es eine bessere Werbung?

Erdpyramiden am Ritten

(Bild: Privat)

Tipp für die kalten Monate: Das Ski Center Latemar bietet super präparierte Pisten. Auch Einheimische fahren hier schnell mal in der Mittagspause auf eine Abfahrt hinauf. Apropos Mittagpause: In den Skihütten Südtirols wird das Beste der italienischen und der südtiroler Küche geboten. Für einen Glücksmoment braucht es ja oft nicht viel. Wie wäre es einfach mit Spaghetti aglio e olio?

Wer Südtirol und die Dolomiten besucht, bekommt beides geboten – Entspannung und Aktivurlaub. Die Region hat alles, was es dafür braucht: das Panorama, das sonnige Wetter, Schnee und liebevolle Gastgeber und Gastgeberinnen.

Praktische Infos zu einem Besuch in Südtirol:

Worauf sollte ich achten?

Ich liebe den März als Reisezeit, denn dann erlebt man auf den Bergen den tiefsten Winter. Wer dann aber runter ins Tal fährt, zieht die dicke Daunenjacke schnell aus. Hier wartet schon der Frühling.

Wer keine geübte Wanderin oder ein Wanderer ist, für denen lohnen sich geführte Gästetouren. Und für die Mutigen auch schon ein Klettersteigkurs.

Anreise: 

Es braucht auf jeden Fall gute Ohrstöpsel, aber dann ist die Fahrt mit dem Nachtzug eine praktische Option, um in den Süden zu reisen. Der ÖBB Nightjet der österreichischen Bahn bringt dich von Hamburg oder Düsseldorf bis nach Innsbruck. Von dort aus fahren dann Regionalbahnen weiter nach Bozen oder Meran. Wenn es mit dem Schlaf gut läuft, wacht man erst auf, wenn vor dem Fenster die Berge im Morgenlicht erstrahlen. 

Weiterer Pluspunkt: Man spart mit dem Nachtzug im Vergleich zum Flug laut CO2-Rechner von Carbon Footprint etwa 190 Kilo Kohlenstoffdioxid – pro Tour und Person. 

Unterkunft: 

Neben vielen Hotels samt Wellnessanlagen gibt es auch kleinere Ferienwohnungen oder Pensionen. Ebenso lassen sich Airbnb-Angebote in der Region finden. Beliebt ist das Kolpinghaus in Bozen. Es lohnt sich, rechtzeitig nach freien Zimmern zu schauen. 


Gerechtigkeit

"Ich glaube, dass das Recht auf Eigentum zurückstehen muss": Max ist Anwalt und will Containern legalisieren
Zwei Studentinnen und ein junger Rechtsanwalt wollen, dass Containern legal wird.

An einem Juniabend öffneten die beiden Studentinnen Franziska S., 26, und Caroline K., 28, im Schutz der Dunkelheit den Müllcontainer eines Supermarkes und fanden Schokopudding, Obst und Gemüse. Für ihre gesamte Beute hätten sie im Supermarkt 100 Euro zahlen müssen, doch ihr Eigentümer wollte sie dort nicht mehr verkaufen. 

Als die Polizei die beiden jungen Frauen im Münchner Vorort auf frischer Tat ertappte, mussten sie ihre Beute trotzdem wieder in den Müll kippen. Nach einem gerichtlichen Urteil darf man sie heute offiziell als Diebinnen bezeichnen (DER SPIEGEL).

Dagegen wollen sie sich nun vor dem Bundesverfassungsgericht wehren. Ihr Rechtsanwalt Max Malkus ist der Überzeugung: Containern sollte grundsätzlich legal sein – und das Urteil verstößt gegen das Grundgesetz.