Bild: Rainer Jensen/dpa
Der Städtetrip im Herbst muss nicht immer mit einem langen Flug verbunden sein.

Meistens passiert es Ende Oktober. Der warme Hauch des Spätsommers verschwindet abrupt und wird vom nassen und kalten Husten des Herbstes abgelöst.

Ein wirksames Rezept gegen dunkle Gedanken ist ein Städtetrip. Wer neue Eindrücke sammelt, hat schließlich keine Zeit für Wetterfrust oder Sinnfragen.

Für einen schönen Trip muss man nicht in Europas Metropolen mit ihren Endloslisten berühmter Persönlichkeiten, ihren Sackbahnhöfen oder Großflughäfen reisen. Es gibt auch Städte, die große Köpfe hervorgebracht haben, aber nicht die Hektik einer überfüllten Großstadt versprühen. Orte, an denen du den Kopf frei bekommst, um Kraft für die letzten Monate im Jahr zu tanken – und gleichzeitig Neues entdecken kannst.

Weg ohne Dreck

Wir alle wissen, dass wir an unserem Lebensstil schrauben und die Welt besser behandeln sollten. Gleichzeitig wollen wir aber auch leben, reisen, genießen und neue Orte sehen. 

In unserer Urlaubsreihe stellen wir schöne Reiseziele vor, die auch mit wenig CO2-Ausstoß erreichbar sind.

Lübeck ist einer dieser Orte.

Zwischen alten Hansekontoren, den Läufen von Trave und Wakenitz und den etlichen Fahrradfahrern fühlt man sich wie in einem entspannteren, kleineren und weniger anonymen Amsterdam.

Die klassische Städtetrip-Angst, eine Attraktion oder Sehenswürdigkeit zu verpassen, verfliegt schnell. An den bunten Ufern der Stadtflüsse vergisst man bald, was man eigentlich noch so vorhatte. Besuche im Willy-Brandt-, Günther-Grass-, oder Buddenbrookhaus (die sich auf jeden Fall lohnen!) können dann warten. Das Leben läuft hier langsamer, norddeutsch-gediegen. 

Wem die Strömung von Trave und Wakenitz nicht ausreicht, den bringt der Zug für 3,20 Euro an die Travemünder Ostsee. Wo sich im Sommer Körper an Körper auf dem weißen Sand reihen, beschert der Herbst einen klaren Blick über die Bucht und die Strandpromenade. Und jeder, der schon einmal da war, weiß: Nichts pustet den Kopf so schnell durch wie eine Ostseebrise.

Auch abends ist Lübeck keinesfalls tot. Auch, weil in der Stadt etwa 10.000 Studierende leben, gibt es ein kleines, aber sehr lebendiges Kneipenleben. In der Clemensstraße, die direkt vom Trave-Ufer abzweigt, findet man in einer der drei Kneipen eigentlich immer jemanden, der sich bei einem Rhabarber-Shot über Gott und die Welt unterhalten möchte.

Praktische Infos zu Lübeck:

Worauf sollte ich achten?

Wer ein Faible für Süßigkeiten hat, kann im Café Niederegger in der Breiten Straße in ein riesiges Marzipan-Wunderland eintauchen. Alternativ gibt es zwei Straßen weiter das Brauberger, wo du im Keller selbstgebrautes Bier verkosten kannst. Besonders empfehlenswert: Freitag und Samstag gibt es hier von 17 bis 19 Uhr eine Bier-Happy-Hour, bei der ein großes Bier nur 2,50 Euro kostet.

Am letzten Novemberwochenende eröffnen in Lübeck die vielen verschiedenen Weihnachtsmärkte. Besonders schön ist der Maritime Weihnachtsmarkt am Koberg, der vor beeindruckender Kulisse an die lange Seefahrer-Tradition der Stadt erinnert. Ein Geheimtipp ist der Estländische Glühweinstand, bei dem es leckeren Beerenglühwein gibt.

Anreise: 

Lübeck liegt knapp 70 Kilometer nördlich von Hamburg. Die Regionalbahn vom Hamburger Hauptbahnhof fährt an Werktagen halbstündlich und erreicht Lübeck in 45 Minuten. Da der Lübecker Hauptbahnhof sehr zentral liegt, kann man von da aus ohne Probleme zu Fuß die Stadt erkunden – überhaupt ein weiterer Vorzug dieser Stadt.

Unterkunft: 

Je nach Jahreszeit und persönlichen Plänen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Möchte man sich auf die Spuren von Thomas Mann, Willy Brandt und Günther Grass begeben, empfiehlt sich ein Zimmer oder eine Wohnung auf der Altstadt-Insel. Falls lange Herbstspaziergänge in der Travemünder Bucht geplant sind, sollte die Unterkunft nicht zu weit vom Bahnhof entfernt liegen.


Future

Du findest Raucherpausen unfair? Mach doch einfach selbst mal ‘ne Pause!
Ein Kommentar von Maximilian Senff

Egal ob am Wochenende beim Feiern oder während der Woche bei der Arbeit – es ist immer das Gleiche: Die Coolen stehen draußen beim Rauchen – so das Klischee. Im Club macht das niemand etwas aus. Gehen Kolleginnen und Kollegen während der Arbeitszeit für eine Raucherpause vor die Tür, finden das allerdings viele unfair. Die Nichtraucher sitzen schließlich weiter tapfer am Schreibtisch und machen vermeintlich die ganze Arbeit.

Dabei sind kleine Unterbrechungen während eines Arbeitstages sogar sinnvoll. Warum Nichtraucher also selbst mal eine Pause einlegen sollten, erklären wir oben im Video.