Bild: Susan Barth
Segelflug, Sommerrodeln und sehr viel Natur

Ich hänge den Schlitten an einen der Haken und lasse mich rückwärts den Berg hinaufziehen. Gerade bin ich bei einem Wettrennen die Sommerrodelbahn auf der Wasserkuppe heruntergesaust. Ich habe zwar verloren, aber das ist mir bei dieser Aussicht völlig egal: grüne Wiesen, Wälder, und eine hügelige Landschaft, die ich, je weiter ich nach oben fahre, immer besser sehen kann. In diesen paar Minuten gibt es nur mich auf meinem Schlitten, das Klackern des Lifts, unter mir eine Blumenwiese und über mir Segelflugzeuge und Gleitschirmflieger. Und ich weiß, dass ich gerade nirgendwo lieber bin als hier.

Das Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe gedenkt im ersten Weltkrieg gefallenen Feldpiloten

(Bild: Susan Barth)

Wer in die Rhön fährt, erlebt ein Biosphärenreservat, das sich über Teile von Bayern, Thüringen und Hessen erstreckt. Jede Menge Platz, um zu entspannen, zu wandern und die Natur zu erleben.

Selten habe ich irgendwo so schnell abschalten können wie hier. Zwischen Entspannung und Erlebnis habe ich in der Hessischen Rhön so schnell meine Balance gefunden, dass ich mich nach drei Tagen bereits fühlte, als hätte ich eine Woche Urlaub gemacht. 

Einer der schönsten Orte dort ist die Gegend rund um die Wasserkuppe. Sie ist der höchste Berg Hessens. Von dort aus genießt man einen grandiosen Ausblick über Wiesen und Wälder. Besonders schön ist aber der Blick nach oben. Die Wasserkuppe ist auch der "Geburtsort des Segelfliegens". Wer mehr darüber wissen will, besucht das Segelflugmuseum, wer mutig ist, versucht es vielleicht einmal mit einem Gleitschirm-Tandemflug. Alle, die nicht ganz so hoch hinauswollen, können dafür immerhin schnell hinunter. Die Saison in der Ski- und Rodelarena auf der Wasserkuppe beginnt im Frühjahr. Dort gibt es eine Sommerrodelbahn, eine Bobbahn – eine Art Achterbahn durch den Wald – und andere Attraktionen mitten in der Natur. Außerdem gibt es einen Kletterpark, Imbisse und Eis. Etwas Ruhe vor den vielen Familien hat man auf den umliegenden Wanderwegen.

Ist das Wetter gut, kann man überall Gleitflieger und Segelflugzeuge beobachten

(Bild: Susan Barth)

Überall Natur – und kein bisschen Langeweile: So schön ist die Rhön!

Eigentlich kann man von überall einfach draufloslaufen oder mit dem Bus auf die Wasserkuppe oder zu einem Wanderweg in der Kaskadenschlucht oder den beiden Hochmooren fahren. Wer das Rote Moor entdecken will, besucht am besten zuerst das "NABU Haus am Roten Moor", in dem man eine Öko-Limonade trinken kann und in einer Ausstellung etwas über die Moorlandschaften in Deutschland erfährt. Danach ist die Wanderung auf den Stegen durch den Wald umso beeindruckender. Wer nicht auf ein bisschen Stadt verzichten will, besucht nach dem Wandern das Barockviertel in Fulda und probiert veganes Tiramisu im Restaurant Aubergine.

Einer der schönsten Orte im Roten Moor: der Moorweiher

(Bild: Susan Barth)

Abends bietet sich in der Rhön eine weitere Aktivität an: Sterne beobachten. Das Biosphärenreservat ist einer der wenigen Orte in Deutschland, wo man noch eine natürliche Nachtlandschaft mit reduzierter Lichtverschmutzung bewundern kann. Für alle, die mehr über den Nachthimmel wissen wollen, gibt es geführte Sternenwanderungen.

Praktische Infos für die Hessische Rhön

Anreise

Egal ob man von Berlin, Hamburg, Köln oder München kommt: Bis Fulda ist man mit dem ICE immer nur zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Stunden unterwegs. Aus Frankfurt braucht man nicht einmal eine Stunde. Von Fulda fährt die Regionalbahn etwa 40 Minuten bis nach Gersfeld. Hier gibt es gute Busverbindungen bis hoch zur Wasserkuppe. Oder man leiht sich dort ein Fahrrad, um die umlegende Landschaft zu erkunden. 

Unterkunft

In der Gegend rund um die Wasserkuppe gibt es viele kleine Ferienwohnungen und Zimmer. Manche davon sind in umliegenden Städten und Gemeinden wie Poppenhausen oder Gersfeld, wo man seinen Nachmittag auch im Schlosspark verbringen kann. Andere liegen auf Höfen zwischen Wiesen, Feldern und Pferdekoppeln. Hier ist es wunderbar still. Wer lieber mehr Zeit in der Stadt verbringt, sollte sich ein Zimmer direkt in Fulda buchen. 


Fühlen

Menstruation ist auch Männersache
Unsere Autorin Lucie findet: Der Zyklus geht uns alle an.

Frauen, die menstruieren, galten lange als schmutzig. Früher war man sogar der Überzeugung, dass Lebensmittel in ihrer Anwesenheit schneller verderben. 

Ganz so wild sind die Mythen über die Periode heute zum Glück nicht mehr. Aber trotzdem herrscht unter all jenen, die selbst nicht betroffen sind, noch jede Menge Unwissen. Denn meistens tauschen sich Frauen mit anderen Frauen aus, wenn sie mal wieder Bauchschmerzen oder andere Regelbeschwerden haben. Und sollen Männer ihrer Freundin mal Tampons kaufen, legen viele die Packung doch etwas verschämt aufs Kassenband.