Bild: ZUMA Press/imago images
So schön wie Prag, nur weniger Junggesellenabschiede.

Kalter Wind wirbelt zarte Schneeflocken umher. Sie tanzen durch die Luft, vorbei an bunten barocken Häuserfassaden, als wüssten sie noch nicht genau, wo sie zu Boden fallen möchten. Ich stehe mittendrin in dieser sanften Schneebrise. Meinen Schal habe ich mir um Mund und Ohren gewickelt, meinen Mantel bis oben hin zugeknöpft und in meinen Stiefel extra noch dicke Socken angezogen.

Was hier um mich herum wie in einem VHS-Kassetten-Weihnachtsfilm wirkt, ist die tschechische Stadt Budweis. Genauer: eine der vielen Kopfsteinpflaster-Gassen im Zentrum.

Weg ohne Dreck

Wir alle wissen, dass wir an unserem Lebensstil schrauben und die Welt besser behandeln sollten. Gleichzeitig wollen wir aber auch leben, reisen, genießen und neue Orte sehen. 

In unserer Urlaubsreihe stellen wir schöne Reiseziele vor, die auch mit wenig CO2-Ausstoß erreichbar sind.

Beim Rundgang durch die Innenstadt schielt zwischen den Häuserdächern immer wieder der im 16. Jahrhundert errichtete Schwarze Turm hervor. Früher diente er unter anderem als Wachturm. Heute kann man das 72 Meter hohe Bauwerk besichtigen, 225 Stufen führen bis unter die Spitze. Von oben aus kann man seinen Blick über das historische Stadtzentrum schweifen lassen.

Den Kern der Altstadt bildet der Marktplatz. Im Sommer plätschert in seiner Mitte der Samsonbrunnen, ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Im Winter stehen dort Buden, in denen man böhmisches Kunsthandwerk kaufen kann. Außerdem wird eine große Eislauffläche aufgebaut. Auch das Budweiser Rathaus mit seinen drei Zwiebeltürmen grenzt an den Platz.

Über die Grenzen Tschechiens hinaus ist Budweis vor allem für seine lange Brauereitradition bekannt.

In der Altstadt gibt es zahlreiche Gasthäuser, die mit ihrer Wärme und der tschechischen Gastfreundschaft einladen. Auf der Karte stehen vor allem gutbürgerliche, herzhafte Gerichte. Die böhmische Küche ist für ihre Fleisch- und Süßspeisen bekannt – wer aber auf der Karte nach einer vegetarischen oder veganen Alternative sucht, findet sie meist auch.

Zu einem ordentlichen böhmischen Essen gehört außerdem ein Bier. Das "Budweiser"-Emblem ist in Getränkeregalen in Supermärkten rund um die Welt zu finden. Nicht zu verwechseln übrigens mit der aus den USA bekannten Marke "Bud": Seit mehr als 100 Jahren streiten sich die beiden Brauereien an Gerichten, wer die älteren Rechte an der Marke hält. Bisher entschied die tschechische Brauerei die Mehrzahl der Verfahren für sich.

(Bild: CHROMORANGE/imago images)

Die bierselige Laune macht es für Fremde leicht, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Budweis mag auf den ersten Blick etwas verschlafen wirken, doch der Schein trügt. Die Südböhmische Universität zieht viele junge Leute in die Stadt. Sie sorgen für ein abwechslungsreiches Nachtleben. Tagsüber sind sie oft an den Flüssen Moldau und Maltsch, die in der Stadt zusammenfließen, zu finden.

Wer gerne Ausflüge macht, kann Budweis zudem gut als Ausgangspunkt nutzen. Mit der Bahn ist man beispielsweise innerhalb einer halben Stunde in Krumau. Die dortige Altstadt steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Praktische Infos für Budweis:

Worauf sollte ich achten?

Über das Jahr verteilt gibt es in Budweis verschiedene Feste. Von der letzten Novemberwoche bis zum 6. Januar läuft der Budweiser Advent, ein liebevoll gestalteter Weihnachtsmarkt. Auch das Internationale Bierfest ist einen Besuch wert, das 2020 vom 13. bis 15. Februar stattfindet.

Anreise:

Budweis ist entspannt mit der Bahn zu erreichen. Aus Dresden dauert die Reise etwa viereinhalb Stunden. Die meisten Züge fahren über Prag. Ein Zwischenstopp in der tschechischen Hauptstadt bietet sich also an. 

Unterkunft:

Mit etwas Glück kann man in Budweis ein Hotelzimmer zum Schnäppchenpreis ergattern. Am Wochenende gibt es Doppelzimmer in zentral gelegenen Hotels für um die 50 pro Euro pro Übernachtung. Das Angebot an Ferienwohnungen in der Stadt ist groß. Es lohnt sich, auf den einschlägigen Buchungsseiten nach schönen Apartemens zu suchen. In der Nähe des Marktplatzes Náměstí Přemysla Otakara II ist alles fußläufig erreichbar.


Uni und Arbeit

Nimm dir mal 'ne Auszeit: Vier Aussteiger erzählen von ihrem Sabbatical
Wie Jacqueline, Hanna, Ben und Mareike ihr Sabbatical genutzt und finanziert haben. Und wie es danach weiterging.

Zum Jahresende kann die Arbeit ziemlich schlauchen. In Deutschland hat jeder Zehnte schon mal für einige Monate eine Pause vom Berufsleben eingelegt und jeder Fünfte denkt darüber nach. Das zeigt eine Umfrage des Karrierenetzwerks Xing, für die insgesamt 1.493 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer online befragt wurden. 

Am beliebtesten ist demnach ein Sabbatical bei jungen Leuten. Gut 14 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben bereits eine Jobpause genommen und rund 29 Prozent haben dies noch vor. Zum Vergleich: Unter den 50- bis 59-Jährigen haben sich nur knapp sieben Prozent eine Auszeit gegönnt, etwa 16 Prozent wollen dies noch tun. (Xing)

Für die meisten Befragten ist das Ziel eines Sabbatjahres die Erholung, gefolgt von Reisen und persönlicher Weiterbildung. Manchmal ist auch die Pflege von Angehörigen oder Kindererziehung ein Grund. Rund ein Sechstel gab an, dass es im eigenen Unternehmen schlichtweg nicht möglich sei, eine Auszeit zu nehmen. Oft stehen sich die Mitarbeiter aber selbst im Weg: Knapp 60 Prozent haben den Wunsch bisher nicht geäußert. Vielleicht auch, weil sie finanzielle Bedenken haben. Die Studie zeigt nämlich, dass eine berufliche Auszeit vor allem eine Frage des Geldes ist. Menschen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen ab 5000 Euro haben öfter angegeben, ein Sabbatical gemacht zu haben, als andere mit einem geringeren Einkommen.

Deshalb haben wir vier Aussteigerinnen und Aussteiger gefragt: Wie habt ihr das Sabbatical erlebt und finanziert? Was hat sich dadurch verändert?

Jacqueline Knopp, 28, ist gerade mit dem Van in Neuseeland unterwegs.