Bild: Tobias Hase/dpa

Herbst in München? Oktoberfest, Bier, Riesenrad, klar! Aber was tun, wenn die zwei Wochen Wiesn vorbei sind? Dann ist immer noch ganz schön lange Herbst – und in München wird es wunderschön.

Diese Dinge kannst du im Herbst nur in München erleben:
1. Kunst entdecken.

Wenn es so kalt wird, dass du das Gefühl hast, auf dem Fahrradsattel festzufrieren, ist es Zeit, auf die U-Bahn umzusteigen. Aber das muss nicht langweilig sein, wenn du einen Blick auf die Wände der Münchner U-Bahn-Stationen wirfst. Die sind nämlich Kunst pur! Am Georg-Brauchle-Ring gibt es Fotos von Berlin oder New York auf bunten Platten, in Lehel antike Wandreliefs und am Goetheplatz klassische Musik zum Aufwärmen.

Auch hübsch: Die Street Art Galleries, bei denen man stundenlang eine Wand angucken könnte, unter der Brudermühlbrücke oder im Alten Viehhof. Und abends sollte man unter die Donnersberger Brücke klettern und die verrückten Fantasiefiguren anschauen.

So schön ist der Herbst in Minga:
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2. Joggen gehen auf den Olympiaberg.

Fitnessstudio im Herbst kann ja jeder. Dabei ist es draußen jetzt richtig schön. Wer sich auspowern will, joggt morgens die etwa sechs Kilometer lange Strecke um den Olympiapark und nimmt sich zum Abschluss den Olympiaberg vor. Als Belohnung für die Schufterei erwartet dich ein wunderschöner Blick auf den dunklen See und das Olympiastadion, mit dem noch verschlafenen München im Hintergrund.

3. Wie früher: Hirsche und Wildschweine beobachten im Forstenrieder Park.

Nur ein paar Stationen mit der S-Bahn Richtung Wolfratshausen, und du erreichst den Forstenrieder Park. Der hektische Marienplatz mit knipsenden Touris liegt schon beim Aussteigen gefühlt tausend Kilometer entfernt, und beim Spazierengehen durch die großen Eichenalleen und den grün-roten Herbstwald vergisst man die Stadt komplett. Sogar Wildschweine und Hirsche kann man an einigen Wegstellen bei der Fütterung beobachten, wenn alles ganz still ist. Und wer seine Pilze nicht auf dem Viktualienmarkt kaufen will, kann hier nach bayerischen "Schwammerln" suchen.

4. Selbstgemachte Torten durchprobieren im Neuen Kubitschek.

Nach einem Herbstspaziergang kann der Weg eigentlich nur zu einem Café führen. Zum Beispiel zum „Das Neue Kubitschek“ in der Nähe der Theresienwiese, das ein sehr sympathisches Motto hat: "Fuck the Backmischung". Jeden Tag werden dort hausgemachte Kuchen serviert, auf kleinen Tellern mit Goldrand, mit Kaffee in pastellfarbenen Porzellantassen und Zuckerdosen, die aussehen, als hätten sie Marie Antoinette gehört. Am besten schmeckt die Schokocremetorte mit Schokostreuseln (weil man von Schokolade ja nie genug haben kann). Wer ein Stück haben möchte, muss sich beeilen: Das kleine Café ist oft schon vormittags komplett voll.

5. Den Surfern im Eisbach zusehen.

Ja, ganz richtig gehört – das geht auch ganz fantastisch im Herbst! Im Eisbach im Englischen Garten lassen sich die Surfer nicht von Regen und Kälte aufhalten. Grund genug, eingepackt im Wintermantel zuzusehen und fröstelnd auszuprobieren, wie kalt das Wasser wirklich ist. Wenn du dich danach mit einem heißen Kaffee oder einer warmen Kartoffelsuppe aufwärmen willst, am besten am Eisbach-Kiosk "Fräulein Grüneis". Das hat einfach so lange auf, bis es dunkel wird.

6. Nostalgisch schwimmen im Müllerschen Volksbad.

Wer jetzt selbst Lust auf Schwimmen bekommen hat, geht am besten ins Müllersche Volksbad. Das gilt als eines der schönsten Schwimmbäder Europas. Das Bad, das es schon seit mehr als hundert Jahren gibt, passt mit seinen hohen Decken, Statuen und goldenen Lampen perfekt zur Münchner Schickeria. Um sich noch ein bisschen mehr zu fühlen wie die Badegäste um 1900, können Frauen jeden Dienstag zum Frauenbadetag gehen. Da ist eines der Becken, ganz wie früher, nur für Frauen geöffnet. Also Retro-Badeanzug einpacken und los.

7. Den besten Blick auf die Zugspitze suchen.

Wenn die Luft ganz eisig ist, kannst man von München bis zur Zugspitze schauen. Zum Glück gibt es solche kalten, klaren Herbsttage bei uns ziemlich oft und kein nordisches Schmuddelwetter. Besonders gut für den perfekten Blick: Der "Alte Peter" zum Beispiel, aber auch hohe Häuser mit freier Sicht nach Süden. Jeder Münchner hat da so seinen eigenen Lieblingsplatz. Meiner ist das Parkhaus neben dem Olympia-Einkaufszentrum.

8. Ein bisschen Melancholie.

Herbst ist die Zeit, in der wir in München ein bisschen melancholisch werden und verträumte Gitarrensongs und Live-Musik statt Electro-Dance-Pop brauchen. Wer in einer coolen Location beim Poetry Slam oder Sounds von (noch) unbekannten Bands ein Bierchen trinken möchte, geht in die Münchner Glockenbachwerkstatt, und dazu gibt’s ein bisschen Kino und ein bisschen Kunst. Eine neue Lieblingsband à la Jesper Munk findet man in Clubs wie dem Import/Export oder dem Mixed Munich Arts.

9. Neue Schätze finden.

Pasing-Arkaden, Kaufingerstraße, jaja, alles schon geshoppt. Aber in München kommen nicht nur Mädels auf ihre Kosten: Bei "The second Gerdismann“ gibt es schicke Vintage-Teile für Männer. Dort gibt hübsche Retro-Fliegen und gebrauchte Taschen von Marc Jacobs und Prada. In Läden wie Recycle Art oder dem Antikpalast findest du liebevoll restaurierte Secondhand-Möbel, wie sie auch beim Münchner Märchenkönig Ludwig ll. stehen könnten. Vielleicht steht dort auch ein neuer Schnäppchen-Lieblingssessel für kuschelige Herbstabende.

Alternativ: In München gibt es viele junge Designer, die man mit dem Kauf eines neuen Lieblingspullis unterstützen kann. Solche Läden findet man in den Stadtteilen Schwabing und Maxvorstadt, so wie im "Cheers from Downtown", einem Fairtrade-Label, bei dem junge Leute aus München ihren eigenen Street Style feiern und verkaufen.

10. Kastanien sammeln an der Isar.

Dank der Isar und den vielen Bäumen und Parks an ihren Ufern ist München auch im Herbst nicht grau und langweilig. An vielen Stellen in der Stadtmitte, zum Beispiel in der Nähe der Museumsinsel, wachsen riesige Kastanienbäume. Zu zweit Kastanien sammeln macht noch mehr Spaß, wenn man sich danach bei einem Maroni-Verkäufer mit heißen Esskastanien aufwärmt.


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