Wir haben mit Jonathan gesprochen.

Jonathan Quiñonez, 27, Model, lebt gerade den Traum eines jeden Büromenschen: Einfach alles hinschmeißen, nur das Nötigste zusammenpacken, in den nächsten Flieger steigen und um die Welt reisen. Jonathan hat genau das getan. Er entschied sich, seinen Job als Berater in Brüssel zu kündigen. Der Belgier setzte seinen WhatsApp-Status auf "Wanderlust" und flog als erstes nach Kuba.

Im Sozialismus war es zwar schön warm, aber das Internet funktionierte nicht. Und weil Jonathans Mutter Mexikanerin ist, hatte er ein Problem: "Sie macht sich dauernd Sorgen um mich", sagt Jonathan. "Sie entspricht total dem Klischee der besorgten Latino-Mutter." Lange Skype-Gespräche konnte er aber mit ihr nicht führen. Also versuchte er seiner Mutter auf andere Weise zu zeigen, dass es ihm gut geht.

Fotos: Jonathans Traum
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Seit dem ersten Foto macht Jonathan bei jeder Station seiner Weltreise ein solches Bild und lädt es auf Instagram hoch. Immer dabei: sein Schild mit der Aufschrift: "Mom, I'm fine".

Seine Mutter ist offenbar weniger besorgt und dankt es ihm mit Likes. Aber nicht nur sie findet die Idee gut: Jonathans Instagram-Account hat mittlerweile über 18.000 Abonnenten. Mit seiner Idee hat er es ins Fernsehen geschafft und Hotels laden ihn mittlerweile ein, umsonst bei ihnen zu übernachten, wenn er als Gegenleistung ein Foto im Hotel veröffentlicht.

"Zu Beginn habe ich die Bilder nur für meine Mutter gemacht. Dann für meine Freunde, die die Idee toll fanden. Und jetzt schreiben mir wildfremde Menschen und fragen, wie sie es auch schaffen können, ihren Job hinzuschmeißen und durch die Welt zu reisen", erzählt er.

Am Donnerstagabend ist Jonathan nach Peru geflogen. Er war, außer auf Kuba, schon in Mexiko, Costa Rica und Kolumbien. Doch die Reise könnte bald vorbei sein: Ihm geht das Geld aus. "Ich suche jetzt nach einem Sponsor", sagt er. Wenn er bis zum Sommer keinen Geldgeber findet, muss er sein Abenteuer wohl abbrechen.

Damit es weitergeht, will er @momimfine zur Marke ausbauen und so seinen Lebensunterhalt verdienen – im Prinzip der Traum vieler Nachwuchs-Instagrammer. "Vielleicht interessiert sich ja eine Fluggesellschaft für den Account", hofft er. Nach Brüssel will er jedenfalls so schnell nicht zurück. "Höchstens, um meine Mutter zu besuchen."

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