(Und du trotzdem mal hin solltest.)

Moldau, die ehemalige Sowjetrepublik am Rande Europas: wenig wahrgenommen, kaum bekannt, eingeschlossen zwischen Rumänien und der Ukraine. Seit seiner Unabhängigkeit 1991 ist in dem Land auf den ersten Blick nicht viel passiert. Zu sehen gibt es – vor allem in der Hauptstadt Chisinau – graue Plattenbauten, kaputte Bürgersteige und das vermutlich unspektakulärste Wahrzeichen einer Hauptstadt: einen kleinen Torbogen.

Blogs zeichnen für Chisinau und Moldau aus der Ferne ein blasses Bild: kaum Sehenswürdigkeiten, keine einschlägigen Ausflugstipps oder hippe Quartiere, die man sehen muss. Wer an der Grenze "Tourismus" als Reisegrund angibt, wird milde belächelt. Und dann hat sich auch noch der Ostteil Moldaus für unabhängig erklärt. Wer hier hinreist – nach Transnistrien – befindet sich quasi im diplomatischen Niemandsland.

Kein Wunder, dass da keiner hin will. Gerade mal 11.000 Touristen besuchten Moldau im Jahr 2014. Zumindest nach einer Datenanalyse von Priconomics.

Die Analysten haben die offiziell von der Worldbank erhobenen Touristenzahlen aller Länder genommen – und mit den Einwohnerzahlen ins Verhältnis gesetzt (Worldbank, Zahlen 2014). Auf Moldau kommt ein Tourist auf 323 Einheimische, in Traumzielen wie den Bahamas oder Aruba gibt es hingegen vier- oder gar zehnmal so viele Touristen wie Einwohner.

Das sind die fünf am wenigsten touristischen Länder der Welt:
  1. Bangladesch - 125.000 Touristen auf 160 Millionen (Schnitt: 1:1273)
  2. Guinea - 33.000 Touristen auf 12 Millionen Einwohner (1:372)
  3. Moldau - 11.000 Touristen auf 3,5 Millionen Einwohner (1:323)
  4. Indien - 7,7 Millionen Touristen auf 1,3 Milliarden Einwohner (1:169)
  5. Sierre Leone - 44.000 Touristen auf 6,3 Millionen Einwohner (1:144)

Da die Zahlen nur das Verhältnis Tourist : Einheimischer beschreiben, geben sie keine Auskunft darüber, wie touristisch – also "überlaufen" – ein Land tatsächlich ist. Indien ist mit knapp acht Millionen Touristen eines der beliebtesten Reiseziele der Welt, allerdings wirken die Besucher bei der Masse an Menschen im Land verschwindend gering.

Überlaufen ist es trotzdem: Vielleicht weniger an einem Mittwochnachmittag in Kochi, aber auf jeden Fall an einem Sonntagssonnenaufgang am Taj Mahal.

In der Fotostrecke: So schön ist Indien
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Ein weiteres Manko der Erhebung: Aktuelle Krisenregionen wie Syrien, Afghanistan oder der Südsudan werden nicht mehr erhoben.

Und an Beispielen wie Indien zeigt sich, dass das Verhältnis nichts über die Beliebtheit eines Landes aussagen muss. Aufgeschlüsselt nach absoluten Besucherzahlen sind vor allem schwer erreichbare Inselstaaten Tuvalu, Mikronesien oder die Salomon-Inseln weit unten in der Liste. Allerdings auch hier trauriger zweitletzter Platz – und das, ganz ohne eine schwer erreichbare Insel zu sein: Moldau.

Ist Moldau wirklich so schlimm?

Natürlich nicht. Tatsächlich ist es sogar ein großes Abenteuer in so ein vom Tourismus unberührtes Land zu reisen: Wer den Landweg wählt, kann mal wieder lange Stunden in Grenzkontrollen verbringen oder – wenn der Fahrer es zulässt – im Bus rauchen. Unterkünfte sind immer schnell gefunden, die Menschen alle offenherzig.

Die Moldauer sind besonders stolz auf ihren Wein und Cognac, bereits im russischen Zarenreich waren sie die größten Weinproduzenten. Die Landschaft, gezeichnet von Weinbergen und Wäldern, zeigt sich besonders im Sommer von ihrer besten Seite.

Fragst du dich in Paris oder Berlin manchmal, wo hier eigentlich die Pariser oder Berliner sind, so bist du in Moldau als Tourist schon fast ein Exot. Freundlich, ja fast überschwänglich, werden Fragen nach Restaurants oder zu Sehenswürdigkeiten beantwortet.

Das hilft vor allem beim Feiern: In Chisinau zeigt sich das junge Moldau von seiner ausgelassensten Seite. Balkanbeats mischen sich mit den europäischen Clubcharts und wer auf Englisch oder in gebrochenem Rumänisch nach einem Feuerzeug oder dem besten Bier fragt, knüpft schnell neue Bekanntschaften.

Der bequeme Tourismus, wie er in einschlägigen europäischen Hauptstädten normal geworden ist, von dem ist Moldau noch weit entfernt. Ausgeklügelte Stadtspaziergänge vorbei an unendlichen Aneinanderreihungen von pittoresken Gebäuden sucht man hier vergeblich. Aber genau das hat ja auch seinen Charme.

(Bild: inyucho )


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Barfuß und mit Bier: Facebook-Chef Mark Zuckerberg 2005 im Interview

Im Jahr 2005 war Facebook noch TheFacebook.com und auf College-Campusse ausgerichtet – und Mark Zuckerberg ein sehr entspannter Start-up-Typ, der Interviews barfuß auf seinem Sofa gab und ab und an ein Schlückchen Bier aus einem gewöhnlichen Plastikbecher trank. (Beer Pong lässt grüßen!)

Das ist erst knapp zehn Jahre her, aber damals liefen die Dinge ganz anders als heute: Zuckerberg hatte noch keine Visionen von Drohnen, automatisierten Bots oder davon, die Welt zu vernetzen. TheFacebook war lediglich ein Adressbuch für College-Studenten; ein Platz für Leute, um Informationen über Freunde zu erfahren und herauszufinden, wer wen kennt.

"Viele Menschen konzentrieren sich zum Beispiel darauf, die Weltherrschaft zu übernehmen, die größte Sache der Welt zu erschaffen, die meisten User zu bekommen", sagte der junge Zuckerberg damals in einem Interview. "Ich denke, um etwas zu bewegen, sich zu unterscheiden und etwas wirklich Cooles zu machen, muss man sich wirklich intensiv damit beschäftigen."