Los Angeles ist die Autostadt schlechthin. Es gibt einfach unglaublich viele Autos. Wir wussten das eigentlich alles schon und waren dennoch immer wieder erstaunt: Viele Wohnstraßen sind so breit wie Hauptverkehrsstraßen in Deutschland, und die normalen Straßen haben drei bis vier Spuren. Viele Freeways haben fünf oder sechs Spuren – pro Richtung. In der Rush Hour morgens und abends sind sie fast immer voll belegt. Die gigantischen Straßen führen mitten durch L.A., an vielen Orten ist die Stadt von Verkehrsadern geradezu durchschnitten.

Auf unserem Weg liegen Schluchten, Wüsten und Gebirge – wer das schaffen will, sollte auch durch den Feierabendverkehr in Los Angeles kommen.

Das hat auch Folgen für die Umwelt: Ungefähr ein Drittel des Jahres verschwindet L.A. unter einer Smog-Glocke. Eine wichtige Ursache dafür: Der enorme Verkehr.

Das alles klingt natürlich so, als sollte man diese Stadt bloß nicht mit dem Fahrrad erkunden. 

Doch wir hatten Lust darauf und wollten konsequent sein: Unser Plan ist es, mit dem Rad durch Kalifornien und bis nach Mexiko zu fahren. Später wollen wir noch weiter. Auf unserem Weg liegen Schluchten, Wüsten und Gebirge – wer das schaffen will, sollte auch durch den Feierabendverkehr in Los Angeles kommen. Deshalb war für uns klar, dass wir auch L.A. mit dem Rad erkunden.

Dabei waren wir am Anfang tatsächlich positiv überrascht: Entlang einiger Straßen gibt es eigene Bike Lanes, immer wieder sieht man radbegeisterte US-Amerikaner fröhlich durch die Stadt fahren. 

Felix vor dem Fahrradladen "Revenge Fantasy" in Echo Park, in dem die beiden ihre Ausrüstung abholten.

(Bild: bento)

Auch viele autofahrende Amerikaner interessierten sich sofort für unsere Räder. Vor allem die dicken Reifen unserer Reise-Mountainbikes sorgten in L.A. für viele Nachfragen und neugierige Blicke.

Wir haben die Fahrräder bei unserem Stop in L.A. nie allein gelassen.

Oft wurde einer von uns vor dem Supermarkt angesprochen, während der andere einkaufen war. Das kam öfter vor, denn wir hatten ausgemacht, die Fahrräder bei unserem Stop in L.A. nie allein zu lassen. Die Räder waren einfach zu wichtig für uns und die geplante Reise – und im Notfall hätten wir sie nicht einfach so ersetzen können. Von den Leuten im Fahrradladen hörten wir auch, dass Diebstähle öfter vorkommen. Das haben wir zum Glück nicht erlebt.

Was uns aber vor sofort auffiel: Die Autos fuhren langsamer und rücksichtsvoller als in Deutschland, besonders an den Kreuzungen. Allerdings war es dennoch anstrengend, zwischen so vielen (und großen) Autos auf der Straße zu fahren. Nach einer Woche in der Stadt freuten wir uns richtig darauf, wieder in der Natur mit dem Rad unterwegs zu sein.

Los Angeles bei Nacht: Ein Schachbrett voller Einkaufszentren und Fast-Food-Läden.


(Bild: Christina Boemio/Unsplash)

Gefährliche Situationen haben wir während unserer Zeit in L.A. nicht erlebt. Viel mehr Probleme hatten wir mit den enormen Distanzen: Was auf der Karte nach wenigen Blocks aussah, konnten in Wirklichkeit schnell mehrere Kilometer entfernt sein. Von unserer Unterkunft in Echo Park in der Nähe des Stadtzentrums waren es 20 Meilen, also 35 Kilometer, bis zum Meer. Dazwischen: Ein gleichförmiges Schachbrettmuster mit den immer gleichen Fastfood-Ketten und Malls.

Für längere Distanzen nutzten wir die Metro

Für längere Distanzen nutzten wir deshalb die Metro, in der man Fahrräder mitnehmen kann. Auch zum Startpunkt unserer Tour in San Bernadino fuhren wir mit dem Zug. Man benötigt kein extra Fahrradticket.

Durch die Berge nach Hollywood

Los Angeles ist umgeben von Bergen. Doch auch in der Stadt gibt es oft Steigungen, die manchmal unerwartet steil sein können. Dennoch haben wir einige tolle Fahrradstrecken entdeckt, zum Beispiel entlang des Mulholland Drives.

Die kurvigen Straßen in den Hollywood Hills sind eine Qual für Autofahrer – aber perfekt, um beim Radeln auf die Stadt zu schauen.

(Bild: Bart Jaillet/Unsplash)

Dieser führt von Norden durch die Berge bis nach Hollywood hinein und bietet einen tollen Ausblick auf die Stadt. Der Radweg dazu fängt als Dirt Road, also als Schotterpiste, an und schlängelt sich dann langsam nach L.A. Super war das Radfahren auch am berühmten Venice Beach. Dort gibt es über mehrere Kilometer einen breiten Radweg am Meer entlang und das bunte Treiben am Muscle Beach sorgt für eine abwechslungsreiche Fahrt.

Linda mit ihrem Mountainbike im Cheeseboro Canyon bei Los Angeles.

(Bild: bento)

Im nahegelegenen Cheeseboro Canyon konnten wir unsere Räder zum ersten Mal auf verschiedenen Mountainbike-Trails testen und erhielten so einen ersten Vorgeschmack auf die Wüste – unser nächstes Ziel auf der Fahrt. Auch das Griffith Observatory, von dem aus man einen tollen Blick auf das Hollywood Sign hat, kann man aus der Innestadt gut mit dem Rad erreichen. Unterm Strich ist das Autoland USA also durchaus besser als sein Ruf – selbst in der Smog-Metropole L.A.

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