Lonely Planet hat sein Ranking für 2019 veröffentlicht.

Jedes Jahr kürt der Reiseführer Lonely Planet die angesagtesten Orte der Welt. Wer 2019 ein hipper Traveller sein möchte, sollte die Backpackroute also entsprechend planen. Doch die Lonely-Planet-Hitliste bedeutet nicht nur schöne Orte – sondern vor allem auch viele Touristen. Wer darauf so gar nicht steht, sollte folgende Länder im kommenden Jahr also meiden.

Bei einem Land wird dies jedoch sehr schwierig.

Beginnen wir mit dem absoluten Spitzenreiter: Das ist dieses Mal Sri Lanka. Herzlichen Glückwunsch zum Status des hipsten Landes der Erde. Es löst damit Chile ab, das Hype-Land 2018 – künftig aber offenbar wieder sehr mittelmäßig.

Aber zurück zur Liste. Denn Achtung: Auf dem zweiten Rang folgt...Deutschland!

Whaaat? Ja! Dass Deutschland 2019 so angesagt sein soll, liegt an dem 100. Jahrestag der Gründung von Bauhaus. Okay...

"Ein Jahr lang wird das Jubiläum dieser Geburtshelferin der Moderne – gegründet in Weimar 1919 und nach einer Blütezeit in Dessau von den Nazis 1933 in Berlin faktisch verboten – gefeiert", heißt es in der Begründung von Lonely Planet. Glanzvolle neue Museen eröffneten deshalb im kommenden Jahr in den drei Städten, dazu gebe es jede Menge begleitende Events und Ausstellungen im ganzen Land. 

Sri Lanka hat seine Angesagtheit vor allen Dingen der gestiegenen Sicherheit zu verdanken. Nach dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg sei das Land auferstanden und mittlerweile locke auch der Norden und der Osten des Landes mit neuen Eindrücken, findet Lonely Planet.

Das sind laut Lonely Planet die zehn angesagtesten Länder 2019:

  1. Sri Lanka
  2. Deutschland
  3. Simbabwe
  4. Panama
  5. Kirgistan
  6. Jordanien
  7. Indonesien
  8. Weißrussland
  9. Sao Tomé & Príncipe
  10. Belize

Wenn du eine Hipster-Phobie hast und in Deutschland lebst, wird es wohl schwierig, die Lonely-Planet-Reisenden komplett zu meiden. Denn das Unternehmen gibt selbst zu: Länder und Städte, die es auf ihre Liste schaffen, laufen damit Gefahr, schnell von Touristen überlaufen zu werden. So rät der Reiseführer im Bezug auf Belize, das Land schnellstmöglich zu besuchen – "bevor die unvermeidlichen Massen kommen". Womit die Massen vermutlich nur noch schneller kommen.

(Bild: Giphy )

Mit Material von dpa


Future

Düsseldorf hat jetzt ein städtisches Azubi-Wohnheim. So sieht's in anderen Städten aus

Studentenwohnheime kennt jeder, Azubi-Wohnheime sind dagegen seltener. Dabei brauchen Auszubildende mindestens genau so sehr bezahlbaren Wohnraum wie ihre studentischen Altersgenossen. 

Die Stadt Düsseldorf hat das Problem erkannt und ihr erstes städtisches Wohnheim für Azubis eröffnet. Aber sind sie damit wirklich Vorreiter? Wie sieht es in anderen Städten aus? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum ist günstiger Wohnraum für Azubis wichtig?

Auszubildende bekommen zwar im Vergleich zu Studierenden ein Gehalt – allerdings ist dies meist sehr niedrig. So verdienten Azubis in Deutschland 2017 im Schnitt zwischen 750 und 1000 Euro brutto im Monat, je nach Standort und Lehrjahr (Statista). 

Wenn man davon noch Steuern und Sozialabgaben abzieht, bleibt nicht viel übrig. Vor allem, wenn die Ausbildung nicht in der Heimat absolviert wird, wo man noch bei den Eltern wohnen könnte. In teuren Großstädten ist bei dem wenigen Geld oft nicht mal ein WG-Zimmer drin. Das ist ein Problem und mit ein Grund, warum sich junge Menschen gegen eine Ausbildung entscheiden. Für die Industrie bedeutet das den oft beklagten Fachkräftemangel.

Wie hat die Stadt Düsseldorf auf das Problem reagiert?

Zunächst mit vielen Gesprächen. Die finanziellen Schwierigkeiten der Azubis sind seit Langem bekannt. Während es für Studierende in Düsseldorf rund 1000 Wohnungen gab, betrag die Zahl derer für Azubis genau: null (NRZ). Vor zwei Jahren gründete die Stadt daher einen Beirat, der Lösungen finden sollte (DGB). 

Am 1. August wurde dann das erste städtische Wohnheim nur für Auszubildende eröffnet. Ein Gebäude des Jugendamtes wurde extra dafür umgebaut. Dort können nun zwölf – bald 16 – Auszubildende zwischen 18 und 25 Jahren leben und zahlen für die zwölf bis 16 Quadratmeter großen Wohnungen plus Gemeinschaftsräumen 250 Euro monatlich. (Stadt Düsseldorf)

Verglichen mit dem restlichen Mietmarkt in Düsseldorf ein top Angebot – deshalb waren die Plätze auch sofort belegt. 

In den kommenden Jahren will die Stadt Düsseldorf insgesamt bis zu 200 Wohnungen für Azubis schaffen. Denn: "Düsseldorf ist eine attraktive Stadt, aber der Arbeitsmarkt ist derzeit größer als die Nachfrage", sagt Jugendamtsleiter Johannes Horn. "Man muss also auf der Suche nach Arbeitskräften auch im Umland schauen und die Stadt für diese Menschen attraktiver machen". Dafür sei nun zumindest ein Schritt gemacht.

Die Stadt ist sehr stolz auf ihre Azubi-Wohnungen und nennt es schon das "Düsseldorfer Modell" (NRZ). Doch ist es wirklich ein Alleinstellungsmerkmal?