Bild: Unsplash/Alicia Steels

Die coolste Bar, der beste Food Market oder die schönste Aussicht – viele Reisende sprechen uns Stewardessen im Flugzeug an und fragen nach Tipps. Schließlich wollen sie bei ihrem Wochenend-Ausflug etwas besonderes erleben.

Klar: Ich komme als Flugbegleiterin jedes Jahr in ungefähr 50 Städte. Manchmal bin aber auch ich überfragt. Für solche Fälle hat mein Arbeitgeber eine interne App, von der die meisten Fluggäste vermutlich nichts wissen. In ihr können alle Kolleginnen und Kollegen ihre Tipps für Restaurants, Bars, Wellness-, und Sportmöglichkeiten posten und die Tipps von anderen bewerten. Und wer sollte sich mit Kurztrips besser auskennen als Pilotinnen und Flugbegleiter?

Corinna (28) arbeitet seit 2 Jahren als Stewardess bei einer bekannten europäischen Airline. Auch in ihrer Freizeit sitzt sie oft im Flugzeug: Wann immer es klappt, nutzt sie die Zeit, um mehr von der Welt zu sehen. Zuletzt war sie an der indischen Westküste, als nächstes will Corinna nach Süd- und Mittelamerika oder Südafrika reisen. Zwischendrin ist sie aber oft auch in Europa unterwegs.

In London bin ich besonders gern. Neben den bekannten Spots gibt es viele Orte, die Pauschalurlauber vermutlich nie sehen würden. Doch auch an den bekannten Spots gibt es oft Dinge, die man schnell übersieht.

Das sind sechs meiner Lieblingsplätze für ein Wochenende in London – garantiert ohne Big Ben, Tower Bridge und London Eye.  

1 Das Dishoom

Das Dishoom ist gerade extrem angesagt. Mit ihren vielfältigen indischen Tapas wollen die Macher das Beste aus verschiedenen Kulturen zusammenbringen, die Einrichtung ist an alte Caféhäuser in Indien angelehnt und ganz anders als in den typischen indischen Restaurants.

Die Atmosphäre ist toll, der Service sehr aufmerksam und das Essen gigantisch gut. Neben Naan, Samosas oder Chicken-Curry gibt es auch sehr leckeres Frühstück – und abends tolle Cocktails. Wenn ich mit Gruppen im Dishoom bin, bestellen wir immer mehrere Gerichte und teilen sie uns, sodass alle alles probieren können.

Weil sich das Konzept herumgesprochen hat und es keine Möglichkeit zum Reservieren gibt, sollte man für den Besuch lieber etwas Zeit mitbringen – oder mit einem Getränk an der Bar warten. Das Dishoom läuft so gut, dass die Betreiber inzwischen gleich mehrere Ableger in ganz London eröffnet haben.

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2 Die Cahoots-Bar

Das Cahoots in Soho ist meine Lieblingsbar in London. Das gesamte Ambiente und die Musik sind an die Vierziger- und Fünfzigerjahre angelehnt, der Raum ähnelt einer alten U-Bahn-Station. Das Cahoots liegt etwas versteckt im Kingly Court Einkaufszentrum. Vom "Ticketschalter", über die Menükarte im Zeitungsformat bis hin zu Sitzecken im Stile von Waggons ist hier alles stimmig eingerichtet. Wer einfach nur Ruhe will, kann sich in einen der U-Bahn-Wagen zurückziehen.

Vor allem an den Wochenenden spielen aber auch verschiedene DJs und Bands. Der Eingang zum Cahoots liegt etwas versteckt in der Upper John Street, einer kleinen Nebenstraße zwischen Restaurants und kleinen Läden. Die Preise sind leider soho-typisch, für einen Cocktail sollte man mit neun bis zwölf Pfund rechnen.

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3 Die Aussichtsplattform im Tate Modern 

Viele Kritiker bezeichnen das Tate Modern als Kapitol der internationalen modernen Kunst. Das in einem ehemaligen Kraftwerk eröffnete Kunstmuseum am Ufer der Themse ist inzwischen weltbekannt. Von Picasso über Matisse bis hin zu modernen raumhohen Installationen ist hier alles zu finden – und das gratis, denn ein Besuch der Tate ist kostenlos.

Doch auch wer das Museum schon kennt, kann im Tate immer wieder neues erleben. Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Besucherinnen und Besucher in das Museum gehen, ohne den Ausblick zu nutzen. Denn von der Aussichtsplattform im 10. Stock hat man einen gigantischen Blick über die Stadt. Fast immer, wenn ich dort bin, hat sich etwas verändert. Seit kurzem steht in unmittelbarer Nachbarschaft “The Shard”, der mit Abstand größte Wolkenkratzer Westeuropas. Wenn man wieder draußen ist, empfehle ich den Weg über die futuristisch anmutende Millennium Bridge, von der aus man einen direkten Blick auf die berühmte St Paul's Cathedral hat.

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4 Nomadic Community Garden

Viele Sehenswürdigkeiten in London sind teuer, überlaufen oder auf eine unangenehme Art luxuriös. Der Nomadic Community Garden ist anders. Der kleine, mit allen möglichen Pflanzen überwucherte Stadtgarten ist eine Oase für ungeplante Abenteuer. Immer, wenn ich in London bin und es mir in der Innenstadt zu voll wird, komme ich mit meinen Freundinnen hierher.

Die Bezeichnung Garten ist eigentlich eine ziemliche Untertreibung. Denn der Nomadic Community Garden ist auch ein Ort für spontane Konzerte, entspannte Nachmittage in der Hängematte und Spaziergänge entlang der zahlreichen mit Street Art verzierten Mauern. Wer in der Gegend zwischen Shoreditch und der Brick Lane Street unterwegs ist, sollte unbedingt hierher kommen.

5 Dumplings auf dem Spitalfields Market

Ich bin sehr großer Dumpling-Fan, deshalb schaue ich in fast jeder Stadt, die ich bereise, wo es die besten Teigtaschen gibt. Vom "Dumpling Shack" am Old Spitalfields Market im Osten Londons bin ich besonders begeistert.

Die chinesischen Teigtaschen werden hier in schweren, gusseisernen Pfannen direkt vor den Gästen zubereitet und mit Sesam bestreut in vielen verschiedenen Varianten serviert. Außerdem gibt es auch einige einfache chinesische Nudelgerichte und Beilagen wie angedünsten Gurkensalat. Mein Favorit sind aber soup dumplings aus Shanghai. Die Gerichte kosten zwischen drei und zehn Pfund.

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6 Die Shops in der Pollen Street

Klar, der Piccadilly Circus ist typisch London und mit den riesigen Werbetafeln und der nahegelegenden Regent Street sicherlich einer der berühmtesten Plätze Europas. Noch schöner sind allerdings die nordwestlich gelegenen kleinen Gassen abseits des Trubels: die Heddon Street, Vine Street oder auch die Pollen Street.

Hier findet man überall kleine Cafés, Bäckereien und Galerien, die sehr typisch britisch aussehen und – angesichts der Preise – zumindest zum Window-Shopping einladen. Besonders sehenswert finde ich die kleine Kunstgalerie Blain Southern, die in einer kleinen Straße beim Oxford Circus zu finden ist. Die wechselnden Ausstellungen sind eine gute Alternative zu den großen Museen und fast immer sehenswert.

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Warum "Family Guy" in Zukunft auf Schwulenwitze verzichten möchte
Spoiler: Donald Trump hat damit zu tun

Der Humor der Animationsserie "Family Guy" ist nichts für Jeden, denn die Serie übertritt bewusst Grenzen und möchte provozieren. Stewie, das Baby der Familie, wünscht seiner Mutter den Tod, Brian, der Hund der Familie, hat regelmäßig Affären mit menschlichen Frauen, der alte, pädophile Nachbar Mr. Herbert ist scharf auf Familiensohn Chris... 

Aber mit den Schulenwitzen will Seth MacFarlane in "Family Guy" jetzt aufhören!

Und warum? Weil sich die Zeiten nun einmal ändern.

In der aktuelle Episode "Family Guy", die am Sonntagabend in den USA lief, trifft Peter auf den US-Präsidenten Donald Trump.

Donald Trump sagt zu Peter: "Du bist Peter Griffin aus 'Family Guy'. Meine Kindern haben in den letzten Jahren ihre Lieblingswitze über Juden, Schwarze und Schwule in deiner Sendung gelernt." Worauf Peter antwortet: "Um fair zu sein: Wir versuchen gerade, das schwule Zeug stufenweise herunterzufahren." (Entertainment Weekly)

Executive Producer Alec Sulkin und Co-Serienschöpfer Rich Appelin haben dazu in einem Interview mit "TV Line" erklärt, dass "Family Guy" und die Macher hinter der Serie sich im Laufe der Jahre verändert hätten.

Sulkin: "Wenn du dir eine Show aus den Jahren 2005 oder 2006 ansiehst und sie mit einer Show aus den Jahren 2018 oder 2019 vergleichst, wirst du einige Unterschiede bemerken. Bei einigen der Dinge, über die wir uns damals mit einem guten Gefühl lustig gemacht haben, ist es heute nicht mehr akzeptabel, darüber Witze zu machen."

Und als würde er schon ahnen, dass jemand behaupten könnte, jemand würde die Serienmacher zu diesem Entschluss zwingen, fügt Rich Appelin hinzu: "Wenn eine Show seit 20 Jahren läuft, verändert sich die Kultur. Und wir reagieren darauf und denken dabei nicht: 'Sie lassen uns bestimmte Dinge nicht [sagen].' Nein, wir haben uns auch verändert. Das Klima ist anders, die Kultur ist anders und unsere Ansichten sind anders. Sie sind von der Realität um uns herum geprägt, also denke ich, dass sich die Show auf viele verschiedene Arten verändern muss."

"Family Guy" wurde schon wegen homophober Witze und dem Anstacheln von Vorurteilen kritisiert. 

Allerdings eher wegen vereinzelter Witze. In einer Episode guckt sich die Familie eine Dracula-Verfilmung an, in der Graf Dracula Angst hat, einen blonden Mann zu beißen, weil er HIV haben könnte. In einer anderen Episode schläft Brian mit einer transsexuellen Frau. Nachdem er herausbekommt, dass sie transsexuell ist, übergibt er sich 30 Sekunden lang. Auf die Kritik an dieser sequenz angesprochen, sagte Serienschöpfer Seth MacFarlane, er verstehe den Ärger nicht: "Wenn ich herausgefunden hätte, dass ich mit einer Transsexuellen geschlafen habe, hätte ich mich möglicherweise auch übergeben – auf die selbe Art, wie wenn ein schwuler Mann eine Vagina anschaut und sagt: 'Oh mein Gott, das ist ekelerregend.'"(Queer.de)

Gleichzeitig wird in zahlreichen Episoden immer wieder eine unterdrückte Homosexualität von Baby Stewie angedeutet. Es soll sogar eine Coming-Out-Episode für Stewie gegeben haben. Seth MacFarlane hat sie geschrieben, aber nie produziert – weil die Serie zwischenzeitlich abgesetzt war. Als "Family Guy" wieder produziert wurde, hat man sich dagegen entschieden, die Episode zu bringen – denn Stewie ist immerhin erst ein Jahr alt. (Independent

Die Episode mit Donald Trump erregt noch aus einem anderen Grund besonderes Aufsehen: 

Denn wer "Family Guy" kennt, kann sich schon denken, was passiert: Trump und Peter werden sich prügeln. Lange. Ausführlich. Und brutal.