Bild: Credit: Ian McAllister/Pacific Wild

Du suchst das wilde, echte, berauschend raue Kanada? Dann ist British Columbia genau das Richtige. Eine Reise in den Norden der Provinz wartet mit einzigartigen und magischen Naturmomenten auf.

(Bild: Ian McAllister/Pacific Wild)
(Bild: Destination Canada)

Wir liegen auf der Lauer – mit angehaltenem Atem und knipsbereiten Kameras. Natur-Guide Tim hält sich den Zeigefinger vor den Mund. Und tatsächlich: Die dichten Büsche vor uns bewegen sich und heraus tritt ein wuchtiger Schwarzbär. Scheinbar ohne uns überhaupt wahrzunehmen, tapst er über die steinige Bucht, wartet kurz, greift zielgenau ins Wasser und zieht einen zappelnden Lachs heraus. Mit der Beute im Maul dreht uns der Bär seinen Hintern zu und verschwindet wieder im Dickicht. 

(Bild: Ian McAllister/Pacific Wild)

Kleine Begeisterungsgluckser bei allen Bootsinsassen. Nur Tim zuckt mit den Schultern. Denn eigentlich hofft er, dass sich ein ganz besonderen Bär zeigt: der Kermode, ein seltener Schwarzbär mit weißem Fell. Weder Albino- noch Eisbär, ist er laut Tim ein spektakulärer Anblick – wenn er sich denn tatsächlich zeigt. Dabei stehen die Chancen hier, im Great Bear Rainforest an der Nordwest-Küste der Provinz British Columbia, besser also irgendwo sonst: Etwa zehn Prozent der Bären, die in dieser rauen Wildnis geboren werden, haben das rezessive Gen, das für einen hellen Pelz sorgt. Außerdem ist es Herbst und damit die beste Zeit, um Kanadas Tierwelt zu beobachten. Trotzdem bleibt der sogenannte „Spirit Bear“ eine Seltenheit und ist in der Kultur der hier lebenden Gitga seit Jahrhunderten ein spirituelles Symbol. 

(Bild: Destination BC/Grant Harder)

Eine Mischung aus „Hobbit“- und „Game of Thrones“-Szenerie

Auf der Suche nach dem Kermode wird die Natur des Great Bear Regenwalds mit jeder Minute magischer: Dichtes Moos bedeckt die über 1000 Jahre alten Fichten und Zedern, Seen und Flüsse durchziehen die hügelige Landschaft. Der gemäßigte Regenwald erstreckt sich über rund 400 Kilometer an der Westküste. Überhaupt verfügt die Region über eine ganze Sammlung an atemberaubenden Naturspektakeln: Northern British Columbia ist größer als Kalifornien und grenzt an den Yukon und Alaska. Ausgedehnte Gletscher-Täler, vulkanische Felsformationen, hohe Gebirgszüge, nebelverhangene Küstenzüge und weite, unberührte Natur kreieren eine Mischung aus „Hobbit“-Atmosphäre und „Game of Thrones“-Szenerie. Während der Süden British Columbias mit Orten wie Vancouver oder Whistler ziemlich dicht besiedelt ist, findet man hier endlose Weiten. 

(Bild: Destination British Columbia)
(Bild: Destination British Columbia)

An kaum einem anderen Ort kommt einem Kanada wilder vor die Linse: Grizzlies, Schwarzbären, Wölfe, aber auch Buckelwale kann man hier in dramatisch rauer Natur live erleben. Höhepunkte sind der Tatshenshini-Alsek Provincial Park mit seinem gigantischen Bergpanorama und perfekten Rafting-Bedingungen, sowie das märchenhafte Haida Gwaii-Archipel – mit einem der letzten authentischen, indigenen Küstendörfer.

(Bild: Destination BC/Mike Seehagel)

Den Dinos auf der Spur

Auf der nordöstlichen Seite haben wir bereits Tumbler Ridge erkundet, eine abgelegene Ortschaft in den Bergen: Nachdem zwei Jungen dort im Jahr 2000 durch Zufall Dinosaurier-Spuren entdeckt hatten, wurde Tumbler Ridge 2014 zum UNESCO Global Geopark erklärt. Heute wandert man auf mehreren Trails an den 97 Millionen Jahre alten Abdrücken und Dino-Fossilien vorbei. Gigantisch sind aber auch die Wasserfälle und Felsformationen der Region: Die Kinuseo-Fälle im Monkman Provincial Park beispielsweise sind mit ihren 70 Metern höher als die Niagara-Fälle.

(Bild: Brooke Arnold)

In Tumbler Ridge hatte uns Geologe Steven vom Kermode erzählt und gleich ein paar Reisetipps mitgegeben: Als Startpunkt für ausgedehnte Touren in den Regenwald und die Suche nach dem Spirit Bear eignen sich die Städtchen Port Hardy und Bella Coola, einem kleinen Fischerort am Ende eines 150 Kilometer langen Fjords, am besten. Wie man am coolsten in den Norden reist? Definitiv mit einer Mini-Kreuz-, ähm, Fährfahrt! Die Discovery Coast Passage gilt als eine der schönsten Wasserstrecken Kanadas. Los geht es in Port Hardy auf Vancouver Island, wo die riesigen Fähren von BC Ferries starten.

(Bild: Brooke Arnold)

Traumausblicke auf der Discovery Passage

Gemeinsam mit Truckern, Touris, Backpackern und Einheimischen stehen wir dann auf dem Deck und staunen über die Szenerie, die unser gesamtes Blickfeld einnimmt wie ein IMAX-Film. Besonders atemberaubend ist die Landschaft zwischen Bella Bella und Bella Coola – in fast greifbarer Nähe fahren wir an wuchtigen Felsformationen vorbei durch den engen Burke-Kanal. Während der Reise springen gleich zwei Mal Orcas neben der Fähre aus dem dunkelblauen Wasser, ein Delphin-Schwarm begleitet uns gut zwanzig Minuten lang. Und der Kermode? Wir liegen lange auf der Lauer, haben aber letztendlich kein Glück. Der Spirit Bear bleibt für uns ein Mythos – bis zum nächsten Trip nach Northern British Columbia.

 

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