Der dunkle, kalte Januar ist der perfekte Monat, um den Jahresurlaub zu planen. Wo soll's bei dir in diesem Jahr hingehen? Willst du in Europa bleiben, oder lieber richtig weit weg fliegen? Die bento-Redaktion empfiehlt Länder und Regionen, die definitiv eine Reise wert sind (nicht nur 2017).

Miriam: Nordirland – weil es mehr ist als Unruheprovinz

(Bild: bento/Miriam Dahlinger)
Warum?

Nordirland wird als Urlaubsort viel zu oft übersehen. In den meisten Irland-Reiseführern liest man in einem kurzen Kapitel etwas über Nordirland als ehemalige Unruheprovinz – dabei ist der Nordosten der irischen Insel so viel mehr.

Loslegen sollte man am besten in Belfast. Im Titanic Quarter wird man in die Zeit zurückversetzt, als das berühmte Unglücksschiff eine ganze Industrie nach Belfast brachte. In Belfast erzählt außerdem die Peacewall von den "troubles", dem Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken. Abends trifft man sich auf ein Pint in der Crown Bar, einem der ältesten Pubs der Insel.

Die Reise sollte aber nicht in Belfast enden: Am besten mietet man ein Auto und folgt der Coastal Route, vorbei an verwunschenen Ruinen, kleinen Hafenorten, Steilküsten und Straßenzügen, die nicht ohne Grund an Szenen aus der Serie Game of Thrones erinnern.

Wie komme ich hin?

Von Berlin aus gibt es für 20 Euro Billigflüge nach Belfast.

Wo wohne ich?

In Belfast solltet ihr unbedingt im jungen vibrierenden University Quarter schlafen, zum Beispiel im Vagabonds Hostel.

So schön ist Nordirland
1/12

Katharina: Georgien – weil man hinfahren muss, solange es noch so schön unbekannt ist

(Bild: bento/Katharina Schmidt)
Warum?

Wegen der Geschichte: In Georgien wurden die ältesten menschlichen Überreste außerhalb Afrikas gefunden, hier kann man auf den Spuren von Jasons Argonauten wandeln und ein sehr skurriles, vor Propaganda strotzendes Stalin-Museum besuchen – in Gori, dem Geburtsort des Diktators. Darüberhinaus gibt es unzählige Kirchen und Klöster zu besichtigen – Georgien ist eins der religiösesten Länder der ehemaligen Sowjetunion.

Wegen der Natur: Berge! Und was für welche: In den Regionen Svaneti oder Kasbegi, beide Teil des Kaukasus südlich der russischen Grenze, kann man sich die Seele aus dem Leib wandern: Tagestouren oder mehrtägige Trekkingtrips über Gletscher zu Fuß oder Pferd – einfach die Ortsbewohner fragen, die immer gerne mit Infos und Kontakten weiterhelfen.

Wegen des Essens: schwer auszusprechen, auch in Hinsicht der Kalorienzahl nicht unbedingt leicht, aber köstlich. Die Highlights: Chatschapuri, mit Käse gefüllte Teigfladen, schwierig zu essende Teigtaschen Chinkali und dazu eine große Auswahl an verschiedenen Sorten lokalem Bier. Zum Schluss gibt’s einen Tschatscha – einen meist privat gebrannten Traubenschnaps.

Wie komme ich hin?

Mit dem Flieger nach Tiflis, innerhalb des Landes kommt man mit Bussen überall easy – wenn auch nicht unbedingt bequem – hin. Außer in die Konfliktzonen Abchasien und Südossetien, in die kann man nicht so einfach reisen.

Wo wohne ich?

Viele Familien vermieten in ihren Häusern einzelne Zimmer unter und kümmern sich liebevoll um die Verpflegung – meistens warten sie schon am Busbahnhof auf potenzielle Gäste. In den größeren Städten wie Tiflis oder Batumi gibt es auch schöne Hostels.

Korrektur: Wir haben Chinkali versehentlich als Riesenknödel bezeichnet. Das tut uns leid.

So schön ist Georgien

1/12

Jan: Israel und Palästina – weil man das ganze Land ohne Auto durchqueren kann

(Bild: bento/Jan Petter)
Warum?

Drei Weltreligionen, Wüste, Meer, Berge, Oasen – kaum eine Region der Erde ist so vielfältig. In Israel treffen westlicher Hedonismus und orientalische Tradition aufeinander. Fast jeder Stein hat eine eigene, oft Jahrtausende alte Geschichte. Außerdem ist das Land so überschaubar, dass man es bequem mit dem Rucksack und Fernbussen durchqueren kann.

Als Europäer ist man in Israel und im Westjordanland in der Regel sehr sicher. Die Menschen sind gastfreundlich und offen, selbst Trampen funktioniert hier noch. Wer sich nicht für Geschichte interessiert, für den gibt es wunderschöne Natur, zum Beispiel in der Oase Wadi Arugot am Toten Meer. Spätestens auf den Basaren und in den Restaurants von Jerusalem und Ramallah verliebt sich jeder in diese Region.

Wie komme ich hin?

Israel hat genau einen wichtigen Flughafen – den in Tel Aviv. Direktflüge dorthin gibt es zum Beispiel ab München oder Berlin. Im Land kommt man am besten mit Bussen voran, sie sind günstig und fahren praktisch überall hin. Mietautos gehen auch, sind aber nicht wirklich notwendig und haben oft eine hohe Kaution.

Wo wohne ich?

Das Land ist gerade einmal so groß wie Hessen und sehr urban. In fast allen Städten gibt es bezahlbare Hostels und Airbnb-Unterkünfte. Viele Israelis bieten auch Couchsurfing an und sind interessiert an Gästen aus Europa. Für einen Tagestrip ins Westjordanland empfehlen sich Hostels in Jerusalem, es gibt aber zum Beispiel auch in Ramallah (sichere und günstigere) Unterkünfte.

So schön sind Israel und Palästina
1/12

Annika: Namibia – weil die Natur dort fantastisch ist

(Bild: Linus Rudolph)
Warum?

Felsformationen verwandeln sich in karges Nichts das zu roter Wüste wird. Nachts ein scheinbar immer klarer Sternenhimmel. Ein Zebra am Straßenrand, eine Elefantenherde am Wasserloch, Giraffen hinter Bäumen. Die Landschaft und Tierwelt Namibias sind beeindruckend!

Eine Tour durch das Land startet man am besten am Orange River, der die Grenze zu Südafrika bildet. Nach einer zweistündigen Fahrt ins Inland erreicht man den Fish River Canyon, nach dem Grand Canyon der größte Canyon der Welt. Hier kann man einfach die Aussicht genießen oder an einer mehrtägigen Wanderung teilnehmen.

Die immer windige Küste Namibias ist deutlich kälter als das Landesinnere. Doch auch wenn sie sich nicht für einen Strandurlaub eignet, ein Abstecher lohnt sich: Auf der Suche nach Diamanten haben Deutsche im Jahr 1905 die kleine Stadt Kolmanskop erbaut, die heute als Geisterstadt bekannt ist.

So schön ist Namibia:
1/12

Westlich der Hauptstadt Windhoek liegt das wohl beliebteste Fotomotiv Namibias: Die in der Namib-Wüste liegenden Salz-Ton-Pfannen Sossusvlei und Dead Vlei. Die Fahrt geht weiter in den Norden Namibias. Falls man bis dahin nicht schon genug wilde Tiere am Straßenrand entdeckt hat, wird man spätestens im Etosha-Nationalpark fündig.

Wie komme ich hin?

Air Namibia bietet Direktflüge (10 Stunden) von Frankfurt nach Windhoek an, ab 550 Euro. Eine weitere Möglichkeit: Man fliegt nach Kapstadt und fährt von dort mit dem Auto nach Namibia. Die Strecke führt eigentlich nur geradeaus – und so kann man auch noch die Felsformationen der Cederberge mitnehmen.

Wo wohne ich?

Die günstigste Alternative: Campen. Am besten mietet man ein Auto, in dem man schlafen kann. Da die Straßenbedingungen vor allem an der Küste problematisch werden können, ist ein Geländewagen zu empfehlen. Ganz wichtig: Campingkocher, Wasser- und Bezinkanister, ein dicker Schlafsack, Taschenlampen, Powerbank und Essensvorräte. Supermärkte und günstige Hostels sind außerhalb der wenigen größeren Städte selten.

Ole: Island im Winter - kalt, karg, einsam

1/12
Warum?

"Island versinkt in den Touristenmassen", schreibt die Süddeutsche Zeitung. Kein Wunder: Die Vulkaninsel am Rand des nördlichen Polarkreises hat eine krasse Landschaft. Fast keine Bäume, viele dramatisch gezackte Berge, heiße Quellen und aktive Vulkane. Dazu Gletscher, Eishöhlen, Nordlichter, Wale und jede Menge kleine Pferde. Und das alles ohne großen Touristenkitsch.

Um den vielen Besuchern aus dem Weg zu gehen, fährt man im besten im Winter, wenn die Sonne erst gegen 10 Uhr aufgeht und es um 17 Uhr schon wieder komplett dunkel ist. Mit etwas Pech regnet oder schneit es auch noch – aber wenn nicht, hat man die Natur stundenlang für sich alleine. Dank des Golfstroms wird es auch nicht so wahnsinnig kalt.

Die Hauptstadt Reykjavík ist okay, aber eigentlich möchte man mit einem Auto um die Insel fahren. Eine Woche sollte man sich dafür mindestens Zeit nehmen. Leider ist Island wahnsinnig teuer. Teurer als die Schweiz und Norwegen zusammen. Selbst Nudeln und ein bisschen Gemüse im Supermarkt kosten schnell zehn Euro.

Wie komme ich hin?

Direkt mit dem Flugzeug aus großen deutschen Städten mit Icelandair, der isländischen Billigfluglinie Wow, Lufthansa oder AirBerlin. Zum Beispiel von Berlin für 266 Euro Hin- und Rückflug. Oder mit der Fähre von Dänemark aus, von Hirtshals nach Seydisfjordur. Zum Beispiel für 519 Euro hin und zurück ohne Auto.

Wo wohne ich?

AirBnB und Gästehäuser. Im Auto schlafen ist im Winter wirklich nicht zu empfehlen.


Haha

Zwei Engländerinnen fliegen für ein Treffen nach Malaga – weil das billiger ist

Vielleicht kennst du die Situation auch: Du willst dich mit einer Freundin treffen, die drei Stunden entfernt wohnt. So viel kann das Bahnticket ja nicht kosten, denkst du dir.

So ging es auch Lucy Walker, 27, aus Newcastle. Sie wollte ihre Uni-Freundin Zara Quli, 26, in Birmingham besuchen. Dann bemerkte sie den Preis der Bahntickets: 105 Pfund, umgerechnet 120 Euro sollten Hin- und Rückfahrt kosten.