Bild: Natalie Junghof

Madrid, Paris, London? Kann jeder. Breslau in Polen ist dagegen ein echter Geheimtipp für Fans von Städtetrips. Neben der schönen Altstadt und einer lebendigen Studentenszene ist die Stadt bekannt für seine vielen Flüsse – und für kleine Zwerge.

2016 gibt es noch einen weiteren Grund, in Richtung Polen zu reisen, denn Breslau ist europäische Kulturhauptstadt.

Wir sagen dir, was du tun solltest, wenn du endlich in Breslau bist.
Im Café Barbara gibt's Tradition – und Moderne(Bild: Natalie Junghof)
1. Iss lecker im Café Barbara.

Das hippe Café Barbara ist ein guter Startpunkt für deinen Trip. Dort gibt es leckeren Kaffee und polnisches Essen mit einem interessanten Dreh: Jede Woche finden dort Theater- und Musik-Events statt, wie zum Beispiel Improvisationsabende oder Kopfhörer-Partys.

Originell ist auch die Gestaltung des Cafés: Die Gäste können auf 70 unterschiedlichen Stühlen Platz nehmen. Die ältesten stammen aus den 1940er Jahren. Sie stehen symbolisch für die spannende Geschichte des Cafés.

Bereits Anfang der Achtzigerjahre war es ein Treffpunkt der politischen Künstlerbewegung "Orange Alternative“. Der Name Barbara erinnert an die vor 20 Jahren betriebene Bar Barbara. Joanna Męczyńska betreibt das Café und sagt, der Name solle den Friedenskampf gegen das sozialistische Regime ausdrücken.

Die traditionellen Rezepte werden übrigens mit Zutaten und Gewürzen aus der Region aufgepeppt. Guten Appetit, beziehungsweise: Smacznego!

Die traditionelle Straßenbahn "Juliusz" führt durch die Breslauer Innenstadt.(Bild: Natalie Junghof)
2. Tucker eine Runde mit der antiken Straßenbahn.

Eine Fahrt mit der 94 Jahre alten Straßenbahn "Juliusz“ ist wie eine Zeitreise. Von der historischen Altstadt tuckert die Bahn in die modernen Stadtteile bis hin zur Jahrhunderthalle ("Hala Stulecia“).

Der Messe- und Konzertsaal ist besonders bekannt für seine riesigen Kuppeln. Hinter dem architektonischen Meisterwerk steckt der deutsche Architekt Max Berg, er hat den Saal 1911 erbaut. Mittlerweile gehört das Gebäude zum Unesco-Weltkulturerbe. Auch der Garten der Halle mit seinen beleuchteten Wasserspielen ist ein Besuch wert.

Bei einer Fahrt mit der Straßenbahn kann man nicht nur viel sehen, preiswert ist so eine Reise auch. Ein Ticket kostet umgerechnet einen Euro. Ab April fährt die Bahn täglich (ab 13 Uhr, Haltestelle "pl. Teatralny“, ab 14 Uhr Haltestelle "Hala Stulecia“).

Schaut man Richtung Boden, sieht man Zwerge in Breslau. (Bild: Natalie Junghof)
3. Mach dich auf die Suche nach den Zwergen.

Versteckt in Gassen oder auf prominenten Plätzen stehen sie als kleine Gefangene, Professoren oder Feuerwehrleute. Die aus Bronze gegossenen Zwerge ("Krasnale“) sind nur 30 Zentimeter groß und zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden.

Breslauer Studenten haben 2001 die ersten Zwerge aufgestellt, mittlerweile sind viele Kunstwerke hinzugekommen. Insgesamt 260 Zwerge können auf Zwerg-Touren oder auf Zwerg-Festivals entdeckt werden.

Die bunten Häuser am Marktplatz in Breslau(Bild: Natalie Junghof)
4. Spaziere durch die historische Altstadt.

Breslau ist umgeben von Wasser. Deshalb wird die Stadt an der Oder auch das "Venedig Polens“ genannt.

Geht man von den Fachwerkhäusern des Marktplatzes Richtung Dominsel, kann man die zahlreichen Brücken und Kanäle sehen. Eine Besonderheit ist die lange Brücke ("Most Tumski“) zur Dominsel. Daran hängen unzählige Schlösser mit Liebesbotschaften.

Symbole der Liebe auf einer Brücke in Breslau(Bild: Natalie Junghof)

Spuren der bewegten Geschichte der Stadt sind überall zu sehen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Innenstadt fast komplett zerstört und musste wieder aufgebaut werden. Bis 1945 lebten 300.000 Deutsche in Breslau. Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben, und aus Lewiw stammende Polen siedelten sich in der Stadt an.

Heute hat Breslau 631.000 Einwohner, nur noch sehr wenige sind Deutsche. "Die Geschichte der in Breslau lebenden Deutschen und Polen spielt eine zentrale Rolle im Kulturhauptstadt-Programm“, sagt Oberbürgermeister Rafał Dutkiewicz.

In vielen Vorstellungen zeigen sich die Einflüsse unterschiedlicher Kulturen. Auch internationale Künstler, unter anderem aus Deutschland, sind mit Filmen, Literaturlesungen, Theatervorstellungen und Konzerten dabei.

5. Trink dir einen in der "kommunistischen" Bar.

Wer das polnische Nachtleben kennen lernen möchte, sollte die Bars Przedwojenna und PRL besuchen. Hier lebt der Kommunismus weiter – zumindest im Stil. Die Bars sind Treffpunkte für Studenten – die freuen sich über die günstigen Preise.

Es gibt Wodka für 4 Zloty (1 Euro) und eine kleine Auswahl an Speisen, wie eine Scheibe Brot mit Schmalz und Gurke für 8 Zloty (2 Euro).

Hier gibt es günstigen Wodka: Jazzda(Bild: Natalie Junghof)
6. Feier ab in den polnischen Discos.

Viele Discos liegen in der Nähe des Marktplatzes. Für jeden ist etwas dabei: vom preiswerten Club für Studierende (Jazzda), über Tanzbars für den größeren Geldbeutel (Papa bar). Die Polen feiern oft locker und ausgelassen.

Es fällt leicht, neue Kontakte zu knüpfen – ein paar Brocken Polnisch reichen oft, um das Eis zu brechen. Besonders während des Jahres als europäische Kulturhauptstadt ist Breslau einen Besuch wert. Eine bunte Geschichte, gepaart mit Modernität, erwartet die Besucher. Es lohnen sich Besuche beim Filmfestival "Nowe Horyzonty“ und beim Europäischen Musikforum.

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