Bild: dpa/Marcio Jose Sanchez
Um ihren Vibrator kümmerte sich Claire höchstpersönlich – auf dem Rollfeld.

Wer schon mal geflogen ist, weiß: Auf dem Weg kann so einiges passieren. Betrunkene Passagiere (oder Piloten!), technische Pannen beim Flughafenbus, sonderbare Funde bei Sicherheitskontrollen – alles schon passiert.

Auf bento haben wir kürzlich von persönlichen Reise-Momenten berichtetet, die wir so schnell nicht vergessen können. Daraufhin meldeten sich zahlreiche bento-Leser bei uns – und berichteten von ihren Flughafen-Geschichten.

Wir zeigen eine Auswahl eurer Erlebnisse hier. Kommt gut an!

Claire und ihr Vibrator-Fauxpas

(Bild: Arthur Edelman / Unsplash)

Es war der Rückflug von La Gomera nach Deutschland. Mein Mann, meine kleine Tochter und ich saßen im Flieger. Es ging nicht los. Durchs Fenster sah ich, wie einige Mitarbeiter neben dem Flugzeug ratlos blickend um unseren grünen Koffer herumstanden. 

Dann kam eine Durchsage. Mein Mann wurde nach draußen zum Koffer gebeten. Ich stand auf, er hatte gerade unsere Tochter auf dem Schoß. Eine Flugbegleiterin ging mit mir aufs Rollfeld und sagte mir auf Englisch, dass es ein Problem mit unserem Koffer gebe, darin vibriere etwas. 

Ich öffnete den Koffer. Es war unser Vibrator, der sich offenbar von allein angeschaltet hatte. Ich machte ihn sofort aus. Die Stewardess blieb gelassen, doch diesen Moment werde ich nie vergessen. Auch meinem Mann ist es bis heute fürchterlich peinlich.

Jonas und sein Durchmogel-Manöver

(Bild: dpa / Boris Roessler)

Rückflug von Istanbul nach München. Wir hatten die Fahrtzeit vom Zentrum Istanbuls bis zum Flughafen völlig falsch kalkuliert und standen erst 23 Minuten vor dem Abflug am Lufthansa-Schalter. 

Dort nahm man unser Gepäck an, wies uns aber gleichzeitig darauf hin, dass wir unseren Flug ohnehin nicht mehr erreichen würden: Vor den Schaltern zur Passkontrolle standen etwa 200 Flugäste in langen Schlangen. Aussichtslos, das Flugzeug rechtzeitig besteigen zu können.

"Da müssen wir durch", stieß meine Partnerin hervor. Wir atmeten durch, vergaßen jeglichen Anstand und drängelten uns ohne Rücksicht durch bis nach vorne. Und erreichten unseren Flug – dank der wohl ein wenig verblüfften Wartenden, unter deren Armen wir durchschlüpften, an deren Gepäckstücken wir uns vorbeidrückten. 

Den geduldig wartenden 200 anderen Passagieren sind wir bis heute dankbar. 

Celina und ihre Umbuchungstortur 

(Bild: picture alliance / dpa)

Wir besuchten unseren Vater in Shreveport (Louisiana, USA) und wollten nach einem zweiwöchigen Besuch nach Brüssel zurückfliegen.

Am kleinen Flughafen in Shreveport angekommen wurde uns angezeigt, dass unser Flug zwei Stunden Verspätung hatte, wodurch wir auch leider unseren Anschlussflug in Atlanta verpassen würden.

Von einer Frau wurden wir auf einen späteren Flug umgebucht, der ebenfalls von Atlanta nach Brüssel gehen sollte. Also fuhren wir zwei Stunden später wieder zum Flughafen und checkten ein. 

Am Gate sah ich mir unseren Flugplan genauer an. Auf dem Zettel stand nicht wie versprochen Shreveport – Atlanta – Brüssel. Dort stand: Shreveport – Atlanta – New York (12 Stunden Aufenthalt + Flughafenwechsel) – Brüssel.

Ich dachte, da muss ein Missverständnis vorliegen.

Von einer nervös wirkenden Dame wurden wir kurz vor dem Boarding wieder umgebucht. Diesmal auf einen Flug mit einer anderen Fluggesellschaft nach Brüssel, aber auch über Atlanta.

Dort endlich angekommen hatten wir allerdings nur eine Umsteigezeit von 20 Minuten. Wir rannten zum Gate. Dort bekamen wir gesagt, wir seien gar nicht auf diesen Flug gebucht – und könnten deshalb nicht mitfliegen!

Das Ende der Geschichte: Wir mussten in Altanta übernachten, immerhin auf Kosten der Airline. Am nächsten Tag flogen wir nach Brüssel.

Katharina und ihr Taxi-Dilemma

Ich wollte in Indien vom Flughafen Goa nach Mumbai fliegen. Ich hatte mir am Vortag noch eine heftige Lebensmittelvergiftung eingefangen und war sehr wackelig auf den Beinen. Ein Taxi sollte mich vom Hostel zum Flughafen bringen. 

Der Fahrer fragte mich, ob es in Ordnung für mich sei, wenn er seine Cousine auf dem Weg einsammle. Es würde nur eine Viertelstunde dauern.

Der Umweg zur Cousine dauerte allerdings 90 Minuten!

Ich hetzte in den Flughafen – so schnell ich das eben mit Lebensmittelvergiftung konnte – und stellte mich am Check-In-Schalter an. Die Frau dort sagte, dass ich den Flug wahrscheinlich nicht mehr bekommen würde, er starte in wenigen Minuten.

Ich fing an zu heulen. Als die Frau das sah, rief sie einen Kollegen zu sich. Der Mann – ein kleiner, robuster Inder –  packte mich am Arm und schleuste mich so schnell es ging persönlich durch die Kontrollen. Dann brachte er mich zum Flugzeug. 

So dankbar war ich selten einem Menschen in meinem Leben.

Maik wurde Zeuge eines unangenehmen Irrtums 

(Bild: Unsplash)

Es ist schon einige Jahre her, da war ich mit meiner Frau auf einem Kurztrip im Libanon. Auf dem Hinflug nach Beirut saß ein Amerikaner neben mir. Nach zwei Stunden wurde er immer nervöser und rief nach der Stewardess: Er hatte eigentlich ein Ticket nach Bayreuth gebucht – und war versehentlich nach Beirut eingecheckt worden!

Karsten und der Mann mit dem Hammer

Ich wollte Neujahr nach San Diego fliegen. Ich saß schon auf meinem Platz, als die Stewardess einen Softdrink servierte, was ich sehr seltsam fand. Vom baldigen Start war auch noch nichts zu spüren, alle saßen rum. Bis eine Durchsage vom Kapitän kam: 

So, jetzt kommt gleich der Mann mit dem Hammer und dann dauert's nicht mehr lang und wir können los!

Das klang irgendwie witzig. Doch dann sah ich einen Mann, draußen, auf der Tragfläche, mit einem langstieligen Hammer in der Hand. Mit dem Teil klopfte er auf einer Stelle herum. Dann verschwand er wieder. 

Später erfuhren wir: Die Tanköffnung der Maschine klemmte. Daher der Hammer. Problemlos ging es für uns alle nach San Diego.

Alle Namen von der Redaktion geändert.

Was erlebt ihr auf deutschen Autobahnen?

Stau, Pause auf der Raststätte, riskante Überhol-Manöver: Auf Autobahnen passiert viel, sogar Geburten fanden schon auf Seitenstreifen statt. Verrückte Geschichte! Erzählt ihr uns eure? Schreibt uns, was ihr auf Autobahnen schon erlebt habt, an fuehlen@bento.de. Mit einer Einsendung erklärst du dich mit einer Veröffentlichung auf bento und sämtlichen anderen Medien der SPIEGEL-Gruppe einverstanden. 


Gerechtigkeit

München verbietet Werbung, die Frauen demütigt oder lächerlich macht
Schluss mit Sexismus

Die Stadt München hat am Donnerstag beschlossen, keine sexistischen Motive mehr auf städtischen Werbeflächen zuzulassen, das berichtet die "AZ". Die bayerische Hauptstadt folgt damit einem Konzept aus Bremen.

Was genau wird in München verboten?

Die Stadtwerke München und das Wirtschaftreferat dürfen künftig Motive auf Werbeflächen an öffentlichen Plätzen und Straßen ablehnen. Das bedeutet, dass Werbemotive und -Spots nicht mehr gezeigt werden dürfen, wenn sie offen frauenfeindlich sind oder andere Anforderungen nicht erfüllen. 

Hierzu gehöre Werbung,

  • die "die sexuelle Attaktivität der Frau ohne Sachzusammehang" zeige,
  • die Frauen "demütigt oder lächerlich macht",
  • die den Eindruck erwecke, dass Frauen "Waren sind oder als deren Zugabe erworben werden können",
  • oder die "zu Gewalt gegen Frauen oder Kinder" auffordere, heißt es im Antrag.

Vorbild war ein Verbot von sexistischer Werbung in Bremen. 

Alkohol- und Tabakwerbung bleibt weiter erlaubt

Einen weiteren Änderungsantrag der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) hat der Stadtrat abgelehnt: Es ging um das Verbot von Alkohol- und Tabakwerbung zum Schutz der Münchener Jugend. Die ÖDP schlug vor, den angenommenen Antrag zum Verbot der sexistischen Werbung gleich auf Alkohol- und Tabakwerbung auszuweiten. 

CSU, SPD und Grünen kam der Vorstoß aber zu überraschend, man wolle über eine solche Ausweitung zu einem "Schnaps- und Tabakverbot" schon gern erst ausführlich diskutieren.

Überhaupt laufe gerade ja noch das Oktoberfest, argumentierte SPD-Stadträtin Bettina Messinger: "Wir müssen da schon auch an die Brauereien denken."