Bild: dpa/Britta Pedersen

Festivals bedeuten: feiern mit Freunden, gute Musik hören, unterm Sternenhimmel tanzen, im Zelt kuscheln. Und: fünf Tage Dosenravioli, matschiger Boden, ungemütliche Isomatten, zu viel Alkohol.

Nach einem Festival wünschen sich viele erst mal eine lange Dusche, gesundes Essen und Schlaf – aber vor allem möchten viele am liebsten gleich einen Urlaub buchen, um sich Festivalstrapazen zu erholen. Nur: Wer hat dafür schon Zeit oder Geld?

Kaum jemand. Deswegen zeigen wir euch sechs Festivals, die eine Party und ein Urlaub sind. Festivals mit Entspannungsworkshops, schönen Stränden und Yogakursen.
Surfana (22. bis 25. Juni in Bloemendaal, Niederlande)
  • Warum? Auf diesem Festival findest du dich selbst. Hier geht es nicht darum, die Nächte durchzuzechen, sondern in einer Gemeinschaft Freiheit und Surfkultur zu zelebrieren.

    In den Dünen und im Wald finden Yoga-, Kräuter- und Meditationskurse statt. Der Campingplatz liegt direkt am Meer, hier gibt es Surfunterricht – für alle, denen der riesige Whirlpool auf dem Festivalgelände noch nicht reicht. Niederländische Familien tanzen hier mit Surfer-Hippies in den Sonnenuntergang. 
Was beschäftigt Leute auf Festivals? Wir haben nachgefragt – auf dem "Melt":
Julia, 21: "Es ist mein erstes Mal hier. Ich bin so geflasht. Hier gibt es so viel Liebe und Frieden."
Jan, 22: "Mein Ziel für heute: nüchtern werden."
Kasia, 29, und Domenica, 28: "Mit unserem Schwan wollen wir gleich zum See. Ein bisschen paddeln und dösen."
Dennis, 26: "Das hier ist ein Bananenkrokodil. Das gabs zum Frühstück. Wir haben auch schon Yoga gemacht. Seitdem sind die Kopfschmerzen weg."
Anna, 19, und Molly, 20: "Wir lieben den Style des Geländes. Die industrielle Atmosphäre."
Johannes, 25: "Heute wird es schwierig, Schatten zu finden."
Lukas, 31: "Ich bin das vierte Mal hier und liebe elektronische Musik. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei."
Amel, 28: "Am besten waren Acid Arab, die waren einfach geil."
Claudia, 25, und John, 25: "Wir wollen auf jeden Fall noch an den See."
Alex, 22, und Annika, 23: "Kommen gerade vom Festival-Friseur, bei Alex muss die Farbe noch trocknen."
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  • Was läuft? Gipsy Balkan Beats und Reggae, zwischendurch sind auch mal afrikanische Trommeln zu hören, später am Abend dann DJs, die Elektro auflegen. Der australische Surfer und Umweltaktivist Ziggy Alberts ist dieses Jahr Headliner.
  • Was muss mit? Ein warmer Hoodie, falls der Wind vom Meer mal kühler weht. Dazu ein kariertes Flanellhemd – und eine Mütze!
  • Kostet? Tagestickets gibt es ab 35 Euro, das ganze Wochenende kostet 110 Euro. Wer campen will, muss weitere 30 Euro drauflegen.
  • Wie komm ich hin? Von Nord- und Westdeutschland mit dem Auto in Richtung Amsterdam, von dort sind es ca. 30 Minuten bis Bloemendaal. Mit dem Zug in Richtung Haarlem CS oder Zandvoort aan Zee und dann mit dem Bus 81 nach De Lakens.
Soundwave Festival (1. bis 4. Juni, Kroatien)
  • Warum? Schwitzen und Abkühlen im Wechsel – direkt und der südeuropäischen Sonne. Die Partys sind Ibiza-Style, Erholung verspricht, wann immer du magst, die wunderschöne kroatische Landschaft. Besonders beliebt: Bootsfahrten zum Wasserfall und Wasserpistolenduelle! 
  • Was läuft? Musik von "The Pharcyde", "Roy Ayers" und "GoGo Penguin". Viel Soul, HipHop, Reagge, ein wenig Jazz und Elektro.
  • Was muss mit? Schnorchel, Taucherbrille, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Wasserflaschen zum Auffüllen und eine Bauchtasche für Badehose oder Bikini. 
  • Kostet? Umgerechnet 170 Euro – Camping nicht inklusive. Statt in einem eigenen Zelt zu schlafen, kannst du ab 40 Euro pro Nacht auch in einem Airbnb schlafen. 
  • Wie komm ich hin? Mit dem Flugzeug nach Split oder Zadar und dann mit dem Festivalshuttle zum Gelände.
Pangea Festival (24. bis 27. August, Pütnitz an der See, Deutschland)
  • Warum? Hier, direkt an der Ostsee, herrscht sportliche Atmosphäre. Die Funsport-Szene feiert sich und tauscht sich bei guter Musik über die neuesten Achsen und Finnen aus. Überall sind Hängematten, es gibt einen Surfboard-Selbstbauer-Workshop, eine im Wasser schwimmende Halfpipe, einen riesigen Sprungturm und ein Bälleparadies für Erwachsene.
  • Was läuft? HipHop, Indierock und Elektronisches von "Moop Mama", "Megaloh", Marek Hemmann, "Trettmann" und "FM Belfast".
  • Was muss mit? Fahrrad und Skateboard, deine kaputtesten Sneaker.
  • Kostet? 90 bis 105 Euro.
  • Wie komme ich hin? Das Gelände liegt in der Nähe von Rostock an einem See. Per Flug nach Hamburg und von dort weiter – oder gleich mit dem Zug nach Rostock und von dort mit dem Regionalzug nach Ribnitz-Damgarten West. Von dort aus fährt ein Shuttelbus.
Plötzlich am Meer (25. bis 27. August, Kolobrzeg, Polen)
  • Warum? Während die meisten Tänzer und Besucher im Wasser stehen, erklingen minimale Beats und bester Schranz. Der Campingplatz liegt mitten im Wald. Durch den Abstand von Bühne und Camping lässt sich im Zelt entspannen.
  • Was läuft? Ist noch nicht klar. Wahrscheinlich bekanntere DJs, wie im letzten Jahr "Rampue" – und noch unbekannte Plattendreher, die irgendwas zwischen minimalem Sound und Techno präsentieren. 
  • Was muss mit? Ganz viel Glitzer, Bodypainting-Farben, ein schwimmendes aufblasbares Tier, eine Stirnlampe für den Weg zurück zum Campingplatz.
  • Kostet? Inzwischen gibt es leider nur noch die "Späte Möwe"-Tickets für 110 Euro, Besucher mit Auto zahlen 20 Euro extra.
  • Wie komme ich hin? Mit dem Zug nach Stettin und dann mit dem Sonderzug in Richtung Kolobrzeg.
Auch das "Sziget" in Budapest lohnt sich – die tollsten Bilder:
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Sea Sessions (22. bis 25. Juni, Bundoran, Irland)
  • Warum? Die irische Küste ist rau und schön, die Strände sind einsam. Und so bietet es sich an, den dicksten Neoprenanzug einzupacken und diese einzigartige Erfahrung der ungestümen irischen See und den wilden Wellen mit dem Surfbrett zu erkunden. Wer sich nach dem Festival noch ein wenig mehr Auszeit gönnen möchte, dem sei geraten sich ein Auto zu mieten und an den irischen Klippen entlang der Einsamkeit zu frönen.
  • Was läuft? Elektro, Rock. Headliner in diesem Jahr ist DJ Sigma.
  • Was muss mit? Ein warmer Schlafsack und ein großer Schirm – falls der irische Regen dich überrascht.
  • Kostet? Tagestickets gibt es nur noch für Freitag, sie kosten 50 Euro. Das gesamte Wochenende gibt es ohne Camping für 99 Euro und mit Camping für 125 Euro.
  • Wie komme ich hin? Mit dem Flugzeug nach Dublin, dann mit "Eireann Lines"-Bussen nach Bundoran. Oder gleich den Shuttle Bus aus Dublin zum Festival nehmen.
Sea Dance Festival (13. bis 15. Juli, Budva, Montenegro)
  • Warum? Montenegro ist eines der kleinsten Länder Ex-Jugoslawiens, das seine Natur schützt. Dieses Festival bedeutet: An der Adria-Küste sowohl zu elektronischen Beats tanzen und durch die wunderschönen Berge wandern oder zwischen Klippen das klare und saubere Wasser genießen. In Festivalnähe liegt auch ein Strand.
  • Was läuft? Bekannte und unbekannte DJs aus dem elektronischen Bereich – und Sean Paul. Ansonsten sind John Newman und Fatboy Slim Headliner.
  • Kostet? Das Festivalticket, das Camping und der Flughafentransfer kosten insgesamt 99 Euro.
  • Wie komme ich hin? Entweder mit dem Flugzeug nach Tivat oder nach Dubrovnic. Von beiden Flughäfen fahren Shuttlebusse zum Festivalgelände.

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US-Regierung bereitet Klage gegen Julian Assange vor

Julian Assange fürchtet seit Jahren, dass die USA ihn wegen WikiLeaks ins Gefängnis stecken wollen. In den vergangenen Wochen sollen Staatsanwälte nun eine Anklage vorbereitet haben: Assange und WikiLeaks-Mitarbeiter könnten wegen Verschwörung, Diebstahl von Regierungseigentum und Verstößen gegen das Spionagegesetz angeklagt werden. (Washington Post, CNN)