Wenn Afghanistan in den Medien auftaucht, geht es meist um Krieg und Terror. Der 19-jährige Student Aryan Musleh will das ändern und startete vor einem Jahr den Instagram Account @everydayafg. Inspiriert von @everydayafrica und @everydayiran möchte der Kabuler Student "die ungesehene Seite, die ungesehenen Bilder von Afghanistan" zeigen - die Schönheit des Landes, das alltägliche Leben der Menschen.

#land und #stadt

Ein Sonnenaufgang über Kabul, der Blick auf die gelben Berge von Baghlan und in ein Tal der Panjshir Provinz.

Unter dem Hashtag #everydayafg laden Afghanen und Afghaninnen ihre Fotos hoch, die anschließend von Aryan und seinem Team ausgewählt werden. Das Ziel: eine Plattform für junge Fotografen zu schaffen, die mit ihren Fotos das vorherrschende Bild Afghanistans in den sozialen Medien nachhaltig verändern.
#arbeitsalltag

Sie verkaufen Grillfleisch oder Musik-CDs, bemalen eine Mädchenschule gelb, führen Karawanen, pflücken Safran oder arbeiten schon als Kinder auf dem Bau - Ausschnitte aus dem Leben afghanischer Arbeiter und Arbeiterinnen.

#freizeit

Jungs messen sich beim beliebten "Eierkämpfen", jagen Drachen hinterher oder schwimmen im Pool. Männer plauschen beim Tee, Afghaninnen proben im Jugendorchester und ein Mann schlendert über den Vogelmarkt in Kabul.

#sport

Eine einzige Frau läuft beim diesjährigen Marathon, Rollstuhl-Basketballer und das Frauennationalteam der Radrennfaher trainieren für den nächsten Wettkampf, Kinder skaten oder spielen Cricket und ältere Herren üben sich im "Outdoorgym": Afghanistan, sportlich gesehen.

#kunst und #kultur

Schauspielerinnen bereiten sich auf eine Aufführung von Shakespeare vor, Männer tanzen beim Silk-Road-Festival und Graffiti-Künstler verschönern die Straßen von Kabul.

"Nicht politisch" sei der Account, sagt Aryan. Dennoch nehmen die Bilder auch auf politische Ereignisse und gesellschaftliche Missstände Bezug: die Marathonläuferin musste im Garten ihres Hauses trainieren, da joggende Frauen in der afghanischen Öffentlichkeit nicht zur Normalität gehören.

Und die Graffiti-Sprayer wollen mit ihrer Kunst nicht nur die Straßen verschönern, sondern auch die grassierende Korruption in ihrem Land anprangern. Es geht Aryan und seinem Team also nicht darum, mit viel Filter eine geschönte Version Afghanistans auf Instagram zu entwerfen, sondern ihr Land zu zeigen, wie es ist.

Noch mehr Instagram: Einblicke in den iranischen Alltag.