"Es macht mich traurig und sauer, dass Leute das immer noch nicht begreifen!"

Die Liste der begehrten Fotomotive, mit denen man seinen Backpacking-Trip oder Cluburlaub unvergesslich macht, ist lang: auf Elefanten reiten, mit Haien und Delfinen schwimmen und mit Tigern kuscheln sind nur einige Beispiele. 

Aber was für Menschen eine schöne Urlaubserinnerung ist, bedeutet für tausende Tiere jedes Jahr Folter und Tod

bento-Redakteur Sebastian Maas ärgert sich, dass viele Touristen sich darüber keine Gedanken machen. Denn gerade die Anwesenheit und der Geldbeutel der Reisenden machen die Tierattraktionen lukrativ – und damit auch die Tierquälerei. Die schönen Fotos auf Instagram sind kostenlose Werbung, die sogar immer mehr Touristen anlockt. 

So schlecht geht es den Tieren

Tiger sind gefährliche Raubtiere, die auch Menschen töten könnten. Damit sie es nicht tun, werden sie für die Touristen unter Drogen gesetzt, mit Felsbrocken beworfen oder zur Demütigung mit Urin bespritzt. (SPIEGEL ONLINE)

Am Ende ihres Käfiglebens werden die Großkatzen dann nicht selten als "Medizin" nach China verkauft. Erst 2016 wurde der Tiger-Tempel, eine riesige Touristenattraktion in Thailand, von den Behörden deswegen geschlossen. (SPIEGEL ONLINE)

Nach einer Razzia im thailändischen Tiger Tempel stellten die Beamten 20 tote Tigerbabys sicher. Die Betreiber des Touristenmagneten hatten nebenbei mit Körperteilen und Tieren gehandelt.(Bild: EPA/NARONG SANGNAK)

Besser als den Tigern geht es auch den Elefanten nicht, die in vielen asiatischen und immer mehr afrikanischen Ländern geritten werden können – oder Zirkustricks aufführen. Die Tiere werden in einer "The Crush" genannten Methode psychisch gebrochen, indem sie tagelang mit Bambus fixiert und ohne Wasser und Futter mit Schlägen malträtiert werden. Bis sie aufgeben und sich dem Menschen unterordnen. (BBC)

So sieht das aus: 

Viele weitere Tiere, von Primaten über Reptilien bis zu Vögeln, leiden unter solchen Praktiken. Das Problem: Weil viele der beliebten Arten sich in Gefangenschaft nicht fortpflanzen, müssen jedes Jahr immer wieder neue aus dem Dschungel oder Meer eingefangen werden. Am besten geht das mit Jungtieren – wenn sich deren Muttertiere wehren, werden sie umgebracht. 

So sorgt Tourismus mit dafür, dass Arten ausgerottet werden.

Eine Besuchs-Alternative sind Auffangstationen, die gequälte Tiere wieder gesund pflegen und im Idealfall wieder auswildern. Oder Trips, die von Tierschutzorganisationen empfohlen werden. Solche Angebote haben mehrfache Vorteile: Neben glücklichen, wild lebenden Tieren wird hier Aufklärung für den Naturschutz betrieben und damit ein langfristiger Erhalt der Arten gesichert – und damit auch die Einnahmequellen "grüner" Reisen.

Den ganzen Kommentar gibt es oben im Video.


Grün

Australischer Supermarkt macht Plastiktüten kostenpflichtig – Kundschaft rastet aus
Zwei Fragen zu den absurden Vorfällen.

Plastik ist schlecht für die Umwelt – darüber gibt es nichts zu diskutieren. Es braucht 450 Jahre, bis es zersetzt ist, jedes Jahr landen Millionen Tonnen an Folien, Verpackungen, Kleinstteilchen im Müll. Daher gibt es etliche Versuche, die Plastikflut zu verringern. 

Seit einigen Jahren kosten Plastiktüten in Deutschland deshalb auch Geld (bento). Und es funktioniert: Es werden tatsächlich weniger verbraucht. 

Ein Supermarkt in Australien wollte nun auch an der Kasse eine Gebühr für die Plastiktüten verlangen. Doch die Kundinnen und Kunden waren so sauer darüber, dass das Unternehmen zunächst einen Rückzieher machte.