Bild: Imago/Entertainment Pictures

Sommerzeit heißt Badezeit. Aber was tun, wenn man nicht schwimmen kann? 

Erst kürzlich sind ein 24-jähriger afghanischer Asylbewerber im Vechtesee in Nordhorn (NDR) und eine Fünfjährige in der Regnitz bei Fürth ertrunken ("Süddeutsche Zeitung"). Keine Einzelfälle, sondern Beispiele für einen stetigen Anstieg. Im Jahr 2016 sind laut einer neuen DLRG-Studie mindestens 537 Menschen ertrunken – der höchste Stand seit zehn Jahren. 

Das steht in der Studie:

  • 52 Prozent aller Befragten sind Nichtschwimmer oder können nur schlecht schwimmen. 
  • Knapp 60 Prozent aller Zehnjährigen sind im Wasser unsicher. 
  • Nur 40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen besitzen ein Jugendschwimmabzeichen.
  • Und nur noch 36 Prozent der Schüler haben in der Grundschule Schwimmunterricht. 
Warum lernen immer weniger Kinder Schwimmen? 

"Die stetige Bäderschließung ist ein ausschlaggebender Grund", sagt Martin Holzhauser von der Lebensrettervereinigung DLRG. Alleine von 2007 bis 2015 wurden über 300 Schwimmbäder in Deutschland geschlossen. 

"In den 60er und 70er Jahren herrschte ein reger Bäderbauboom", sagt Martin. Heute seien viele diese Bäder sanierungsbedürftig – aber die Gelder dafür fehlen. Also entscheiden sich viele Kommunen, die Bäder zu schließen. 

Die Folge: Jede vierte Grundschule hat kein Schwimmbad mehr in der Nähe. "Wie soll dann noch Schwimmunterricht stattfinden?", sagt Martin, "eigentlich ist der Schwimmunterricht ja ein Pflichtbestandteil im Lehrplan. 

Ein weiterer Grund neben der Bäderknappheit sind auch die Kosten für Eintritte oder Kurse. "Der Anteil an Nichtschwimmern in sozial-benachteiligten oder geflüchteten Familien ist sehr hoch", sagt Martin. Viele dieser Familien können sich den Schwimmunterricht einfach nicht leisten.

Was sollten unsichere Schwimmer beachten? 

"Wenn man sich eh schon unsicher im Wasser fühlt, sollte man von unbekannten oder unbewachten Gewässern die Finger lassen", so Martin. Denn von außen kann man starke Strömungen oder die Tiefe nur schwer einschätzen. 

Außerdem sollte man nie alleine schwimmen gehen oder kopfüber ins Wasser springen – und mit Alkohol sowieso nicht. "Ein weiteres Problem ist, dass sich viele Menschen gerne überschätzen." Deswegen: Lieber realistisch als optimistisch die eigene Schwimmleistung beurteilen.


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Warum "The Dinner" unser Kinostart der Woche ist
Kein nerviger Blockbuster

Wir sind umgeben von großflächiger Kino-Werbung, die uns in die neuesten Kinohits des Sommers locken will. Dabei sind meist die Visual Effects und die Prominenz der Hauptdarsteller der eigentliche Mehrwert des Films. Wenn es überhaupt einen gibt. Zwischen solchen Aufmerksamkeits-Magneten gehen Filme wie "The Dinner" fast unter. Umso mehr lohnt ein genauerer Blick auf den Stoff.

Zwei ungleiche Brüder, Stan (Richard Gere) und Paul (Steve Coogan), treffen sich zusammen mit ihren Ehefrauen Claire (Laura Linney) und Katelyn (Rebecca Hall) zu einem Dinner in einem Nobelrestaurant. Der Anlass ist jedoch alles andere als fein – die Söhne der beiden Paare haben eine Obdachlose angezündet und getötet.