Bild: Summit Entertainment/Secret Famous Places
Schon mal als "Sissi" auf Reisen gewesen?

Filme und Serien entführen uns in fremde, abenteuerliche Welten und laden uns zum Träumen ein. Das kann die mittelalterlich-schroffe Welt von "Game of Thrones" sein, die kalte Welt auf einem fremden Planeten in "Alien" oder die leicht entrückten Hollywood-Hügel von "La La Land". Aber für alle diese Orte gilt: Sie haben reale Vorbilder, irgendwann war ein Filmteam dort. 

Ein Pärchen aus Deutschland reist diesen Drehorten hinterher – und lässt mit wunderschönen Bildern die Erinnerung an die Filmszenen wieder aufleben.

Judith, 28, und Robin, 29, besuchen Orte aus berühmten Filmen und Serien, ziehen sich wie die Darstellerinnen und Darsteller im Film an – und versuchen mit einer möglichst ähnlichen Pose die Filmszenen nachzustellen.

Ihre Ergebnisse zeigen die Redakteurin und der Maschinenbauer auf Instagram unter "Secret Famous Places". Und das witzige und oft absurde Making-of ihrer Reisen auf dem gleichnamigen YouTube-Kanal.

So sieht es aus, wenn Judith und Robin unterwegs sind:

Im Berliner Untergrund – aus "Die Tribute von Panem – Mockingjay":

In Paris aus dem Audrey-Hepburn-Film "Charade":

Oder in Schottland aus dem James-Bond-Film "Skyfall":

Erst 22 Bilder haben Judith und Robin auf Instagram veröffentlicht, trotzdem folgen ihnen schon mehr als 4000 Abonnenten. Die beiden posten nur alle drei Wochen neue Fotos, sagt Judith zu bento. Denn sie können ja nur im Urlaub für Nachschub sorgen.

"Für uns ist das ein Hobby", sagt Judith. Die Orte für ihre Urlaubsreisen suchen die beiden mittlerweile nach dort gedrehten Filmen und Serien aus.

"So wie andere nach Paris fahren, um den Eiffelturm zu sehen, fahren wir halt dorthin, um eine Unterführung zu sehen.

Auf die Idee kamen beide 2014, als sie neue Reiseziele suchten. Warum nicht mal einen Ort aus einem Film wählen? Ihr erstes Ziel wurde Prag – Drehort des ersten "Mission: Impossible"-Streifen von 1996. 

Judith schlug vor, sich zu verkleiden. "Einfach eine Burg fotografieren, das kann jeder. Erst mit dem Outfit wird deutlich, das es tatsächlich der originale Drehort aus der Film-Szene ist." Judith erinnert sich noch an das erste Bild. Am Ufer neben der Karlsbrücke, wo das Bild entstand, war es an dem Abend extrem kalt – aber auch sehr witzig. So war die Idee geboren.

Mittlerweile haben Judith und Robin knapp 50 Drehorte auf der ganzen Welt besucht, von Neuseeland bis Italien.

Hier sind sie in Neuseeland und stellen eine Szene aus "Alien: Covenant" nach:

Die jüngste Reise führte beide in die USA. "Das Land platzt regelrecht vor Drehorten", sagt Judith. Für die berühmte Tanzszene aus "La La Land" waren sie schon um 5 Uhr morgens in den Hollywood Hills, um das perfekte Licht beim Sonnenaufgang zu erwischen. Für ein Foto aus "Forrest Gump" fuhren sie ins Monument Valley.

Normalerweise schauen andere Touristen verduzt, wenn sie in Kostümen irgendwo auftauchen, sagt Judith. "Keiner checkt, was wir da machen." Meist trage sie die verrückten Kostüme: Turbane oder absurde Kleider. "Robin dagegen bekommt den coolen Part", witzelt Judith. 

Bei einer "Star Wars"-Szene am Comer See war das dann auch entsprechend peinlich:

Im Monument Valley bekamen die beiden aber plötzlich Gesellschaft – von Japanerinnen und Japanern, die auch nur wegen "Forrest Gump" da waren. Da Judith und Robin sowieso ein paar Komparsen brauchten, machten die Touristen aus Japan einfach mit – und probten ewig, bis das perfekte Bild entstand.

Hier ist die deutsch-japanische Koproduktion zu "Forrest Gump":

(Bild: Secret Famous Places)

Im Netz gibt es mittlerweile eine eingeschworene Gemeinde, die Drehorten hinterherreist. Die deutsche Reisebloggerin Andrea David sammelt auf "Filmtourismus" die bekanntesten Drehorte und der Autor dieser Zeilen reist mit seiner Frau unter "HuntingBond" den Filmplätzen der James-Bond-Streifen nach.

Die Orte zu finden ist gar nicht so einfach, erzählt Judith. Zuerst wird von Zuhause aus mit Drehberichten und Interviews nach Infos gesucht, dann über Google. "Robin reist oft vorher auf Google Earth mehrere Stunden die Straßen entlang", sagt Judith.

Gute Vorbereitung ist wichtig, aber die beste Hilfe bei der Suche nach den Original-Drehorten seien die Einheimischen, sagt Judith. Die seien oft stolz, dass bei ihnen gedreht wurde. Für den Weihnachtsklassiker "Sissi" hätten beide zum Beispiel ganz Bad Ischl verrückt gemacht.

Drei Tage haben wir nach der richtigen Wiese gesucht und den lokalen Stammtisch auf Trab gehalten.

Das Ergebnis war dann dieses "Sissi"-Foto – inklusive Kostüm-Leihgabe von der örtlichen Feuerwehr:

Ihren Urlaub für dieses Jahr haben die beiden natürlich auch schon geplant – es soll nach Nordspanien und Island gehen. Beide Regionen sind als Drehorte vor allem für eines bekannt: "Game of Thrones".


Gerechtigkeit

Seit zwei Wochen auf See: Geflüchtete auf Rettungsschiffen treten in Hungerstreik
Die EU-Staaten können sich nicht über eine Rettung einigen

Seit mehr als zwei Wochen liegen die deutschen Rettungsschiffe "Sea Watch 3" und "Professor Albrecht Penck" vor Malta, weil sich die EU-Länder nicht auf eine Verteilung der 49 Geflüchteten einigen können, die die beiden Schiffe gerettet haben. Jetzt sind einige von ihnen offenbar in einen Hungerstreik getreten (SPIEGEL ONLINE).

Was ist da los?

Am 22. Dezember 2018 hatte die "Sea Watch" insgesamt 32 Geflüchtete aus Seenot gerettet. Eine Woche später konnte das ebenfalls deutsche Rettungsschiff "Professor Albrecht Penck" zusätzlich 17 Menschen vor Libyen aus dem Wasser retten (bento).

Seitdem bitten die Schiffe, in einem sicheren Hafen anlegen zu dürfen. Aufgrund des hohen Wellenganges hatte Malta ihnen erlaubt, in deren Hoheitsgewässer zu fahren. Anlegen durften sie aber nicht, da Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat "keinen Präzedenzfall schaffen will". 

Wie ist die Lage auf den Rettungsschiffen?

Zunehmend schlechter. Auf der "Professor Albrecht Penck" müsse Trinkwasser streng rationiert werden, teilte die Hilfsorganisation Sea Eye mit. Die 17 Geflüchteten an Bord schliefen seit mehr als zwei Wochen auf der Krankenstation des Schiffes. Sie litten an Seekrankheit, müssten sich eine Toilette teilen. Wechselkleidung und Matratzen gebe es nicht, so Sea Eye weiter.

Auf der "Sea Watch 3" werde die Lage ebenfalls zunehmend instabiler, berichtet der Bordarzt Frank Dörner. Mittlerweile würden sogar einige Geflüchtete die Nahrung verweigern. "Wir fürchten, dass sich ihr psychischer und gesundheitlicher Zustand deutlich verschlechtert", so Sea Watch in einem Tweet.