Die Elbphilharmonie in Hamburg, der Fernsehturm in Berlin und Christian Wulff in Hannover: Jede deutsche Stadt hat so ihre Wahrzeichen, an denen man sie sofort erkennt.

Aber wie gut kennst du dich wirklich in Deutschland aus? Erkennst du die Städte auch, wenn nun nicht gerade ihr weltbekanntestes Merkmal zu sehen ist?

Das kannst du in unserem Quiz herausfinden.


Gerechtigkeit

Robin war eigentlich nur Zeuge – dann saß er plötzlich in U-Haft
Seine Familie spricht von einem Justizskandal.

An einem trüben Februar-Dienstag vor einer Woche steigt Robin F. in Kiel in einen Zug und kommt einfach nicht wieder. Der 23-jährige Azubi soll vor dem Landgericht Bamberg über eine Schlägerei vor zwei Jahren aussagen. Robin war nur Zeuge, alles sollte ganz schnell gehen. "Abends wollte er zurück sein, am nächsten Tag waren wir zum Valentinstags-Essen verabredet", erzählt seine Freundin Ebba bento am Telefon.

Doch es kam anders. Vor Gericht wird Robin plötzlich vom Zeugen zum Beschuldigten. Der Staatsanwalt lässt ihn noch im Saal festnehmen - wegen des Verdachts der Falschaussage. Über eine Woche sitzt Robin in U-Haft, bevor er wieder freikommt, obwohl er immer noch verdächtigt wird. Seine Familie spricht von einem Justizskandal.

Um zu verstehen, wie es soweit kommen konnte, muss man fast zwei Jahre zurückgehen: In einer Nacht im Juli 2017 geraten in der Sandstraße, der bekannten Kneipenstraße in Bambergs verwinkelter Altstadt, vier junge Männer aneinander. Es war eine warme Sommernacht, alle Beteiligten hatten getrunken – genau wie die vielen herumstehenden Menschen. Der Streit zwischen den vier jungen Männern eskaliert. Und am Ende ist einer von ihnen fast tot. Trotz der vielen Zeugen ist der Fall bis heute nicht aufgeklärt. Die Staatsanwaltschaft behauptet: wegen ihnen. 

Sie nimmt im Laufe des Prozesses Robin und vier weitere Zeugen fest und spricht von einer "einzigartigen Mauer des Schweigens". Robin wirft sie vor, bewusst falsche Angaben gemacht und sich möglicherweise mit anderen Zeugen abgesprochen zu haben. Deshalb musste er in U-Haft. Es ist die Rede von Verdunkelungsgefahr, Robin könne außerdem untertauchen. 

Seine Familie und Freunde in Kiel sagen, diese Behauptung sei unsinnig. Robin sei damals zum allerersten Mal in Bamberg gewesen, habe keinen der Beteiligten gekannt und sich später freiwillig als Zeuge gemeldet. 

Robin ist fast fertig mit seiner Ausbildung zum Koch, er macht Musik, hört gerne Rap, seit zwei Wochen besitzen er und seine Freundin Ebba, 22, einen kleinen Schrebergarten. Warum sollte so einer jetzt lügen oder abhauen?

Für Robins Umfeld ist die Geschichte deshalb ein Justizskandal. Tagelang versuchen Freunde und Familie, auf den Fall aufmerksam zu machen. Bald hatten sie sich abgesprochen:

  • Robins Mutter kümmert sich um klassische Medien, 
  • sein Bruder betreibt eine Facebookseite, 
  • Robins Freundin Ebba trommelt auf Instagram für seine Freilassung. Hashtag #freerob. 
  • Die WG des 23-Jährigen organisierte am Dienstag eine spontane Kundgebung in Kiel. 

In der Zwischenzeit hatte sich sogar Schleswig-Holsteins ehemaliger Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) in den Fall eingeschaltet. Auch er wollte Robin helfen. Genau wie die örtliche Antifa, für die er zum Symbol der angeblichen Willkür in Bayern geworden ist. 

Der vorläufige Höhepunkt ist erreicht, als Robins Anwalt in der Lokalpresse von "Deniz-Yücel-Verhältnissen" spricht. Bald berichten auch der Bayerische Rundfunk und das Sat-1-Frühstücksfernsehen. Seine Mutter vergleicht den Fall mit einer Entführung, Boulevardzeitungen schalten sich ein.