Wir empfehlen, was dir gefällt!

Strand. Strand. Strand. Du liegst dort, schaust auf das Wasser, hast keine Lust auf ein Gespräch mit deiner Begleitung, deine Playlist schon extrem oft durchgehört – und dann fällt es dir ein, Gott sei Dank hast du es dabei: dein Sommerschmöker.

Wir helfen dir beim Packen – indem wir die Bücher empfehlen, die wir im Urlaub am liebsten gelesen haben, egal ob Klassiker oder Bestseller.

Basti: "Unterleuten" von Juli Zeh

Ein Dorf in Ostdeutschland streitet sich über Dinge, die ein ostdeutsches Dorf so bewegen: Fremdgeher, dreckige Nachbarn, überbordend bürokratischer Naturschutz, Windkraft, Stadtmenschen.

Das Besondere an der Geschichte ist der Erzählstil, in dem sie geschrieben ist. Denn mit jedem Kapitel ändert sich der Protagonist. Durch den immer neuen Blickwinkel begreift man Stück für Stück, wer wem warum böse ist, wo die alten Fehden herkommen und was die DDR damit zu tun hat. Und man erkennt selbst, das man nicht immer alles glauben sollte, was andere so erzählen.

Nike: "Ich und Emma" von Elizabeth Flock

Die Situation in der Familie ist schwierig, doch die acht Jahre alte Carrie und Emma sind Schwestern, die zusammenhalten. Wenn die Mutter ausrastet, der Stiefvater mal wieder betrunken nach Hause kommt: Immer dann beschützt Carrie ihre Emma, die ein paar Jahre jünger ist. Sie hält sie fern vom Streit der Erwachsenen – und wenn es ihr schlecht geht, redet sie lange mit ihr.

Doch als Emma den Plan hegt, von zu Hause auszureißen, gerät das Schwesternverhältnis ins Wanken – aus einem ganz besonderen und schockierenden Grund.

Wer sich durch die Geschichte der beiden Kinder arbeitet, lernt nicht nur, wie hart das Leben in einer Familienwelt sein kann, in der ein Elternteil gewalttätig ist. Jede Seite der fesselnden Erzählung verdeutlicht mehr und mehr, wie wichtig es ist, dass Eltern ihre Kinder lieben – und was passiert, wenn sie es nicht tun.

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Dilan: "Das Ende ist mein Anfang" von Tiziano Terzani

Ein Buch, das man so schnell nicht wieder vergisst. Es richtet sich an Menschen, die sich gern mit den Sinnfragen des Lebens beschäftigen. Warum sind wir hier, was hat der Tod zu bedeuten und wie finde ich zu mir selbst?

Als SPIEGEL-Korrespondent lebte Tiziano Terzani viele Jahre in Asien. Als nach einer langen Krebserkrankung sein Tod naht, lädt er seinen Sohn zu sich ein, um Abschied zu nehmen. In einem langen Zwiegespräch erzählt der Vater dem Sohn von seinem Leben zwischen Europa und Asien und von der Auseinandersetzung mit Krankheit und dem Sterben.

Das Buch ist deswegen so berührend, weil es vom Sterben und den damit verbundenen Ängsten handelt, aber auch von Hoffnung und Selbstverwirklichung. Terzani ist dabei erfrischend selbstkritisch und geht mit einer entwaffnenden Ehrlichkeit in die Tiefe.

Falco Terzani zeichnete die Gespräche mit seinem Vater kurz vor dessen Tod auf. Entstanden ist ein Buch in Dialogform.

Walter Moers ist vor allem dafür bekannt, das Kleine Arschloch und Käpt’n Blaubär erschaffen zu haben. Aus seiner Feder stammt aber noch eine weitere Figur, die eigentlich viel spannender, liebenswerter, lustiger ist: Hildegunst von Mythenmetz. Der ist selbst Schriftsteller – und eine Echse. "Die Stadt der Träumenden Bücher" beschreibt Mythenmetz' Reise in die Bücherstadt Buchhaim, wo er nach dem Autor eines geheimnisvollen Manuskripts sucht.

Was nach einem eher überschaubaren Plot klingt, wird durch die Fantasie und Sprachgewalt von Walter Moers zu einer Reise in eine Welt, in der Bücher mächtig sind, Menschen in den Wahnsinn treiben und sogar töten können. Ein Buch über Bücher also; man muss kein Fantasy-Fan sein, um diese Idee toll zu finden. Fast noch beeindruckender als der Text sind Moers’ Illustrationen, mit denen er die Stadt der Träumenden Bücher und ihre Bewohner vor dem inneren Auge des Lesers immer wieder neu formt.

Gesa: "Girl on the train" von Paula Hawkins

Wenn du dieses eine Buch suchst, das du nicht weglegen kannst, bis du die letzte Seite gelesen hast, dann hast du es jetzt gefunden: den Psychothriller "Girl on the train".

Eine junge Frau pendelt mit dem Zug nach London, jeden Tag rattert sie durch die britische Vorort-Idylle. Zwei Reihenhäuschen beobachtet sie dabei ganz genau. Das, in dem sie früher mit ihrem Ex-Mann wohnte, und das daneben: Dort lebt eine attraktive Blondine mit ihrem Partner.

So viel zur Fassade, denn natürlich ist nichts wie es scheint. Im Zug kippt die Pendlerin bereits am Vormittag vier Dosen Gin Tonic, in den Reihenhäuschen wird gelogen und betrogen und gestritten. Dann verschwindet die Blondine.

Jeder ist verdächtig in dieser Geschichte, ständig stellt man sich als Leser die Frage: Was zum Teufel stimmt hier nicht? Das treibt einen in Rekordschnelle durch 448 Seiten und auch wenn die Feuilleton-Kritiker maulten, es handele sich bei "Girl on the train" um Krimi-Fast-Food – so what!? Eine gute Sommerlektüre ist es allemal.

"Wir sind so jung. Wir sind zweiundzwanzig Jahre alt. Wir haben noch so viel Zeit." Diesen Satz schrieb Autorin Marina Keegan in ihrer Abschlussrede "Das Gegenteil von Einsamkeit" am College. Fünf Tage später starb sie bei einem Autounfall. Keegan wollte Schriftstellerin werden. Die Geschichten, die sie bis zu ihrem Tod geschrieben hatte, haben ihre Eltern in diesem Buch zusammengetragen.

Acht Essays und neun Erzählungen – und nach jeder einzelnen Geschichte ist man als Leser traurig, weil es schon wieder vorbei ist. Die Protagonisten sind alle unterschiedlich: Männlich, weiblich, alt und jung. Was sie alle miteinander verbindet, sind große oder extreme Schicksale und Gefühle: Sie haben Angst, verlieben und entlieben sich, haben große Hoffnungen und müssen lernen mit Verlusten zu leben.

Ein Buch für Menschen, die das Leben zugleich lieben und hassen. Oder nur gerne darüber lesen.

Raphael: "Warten auf Godot" von Samuel Beckett

Die beiden Landstreicher Wladimir und Estragon warten auf einen Menschen. Sie kennen diesen Menschen nicht und wissen noch nicht einmal, ob dieser Mensch existiert. Er heißt Godot. Und sie warten auf Godot. Sie warten und streiten. Sie warten und diskutieren. Sie warten und wissen nicht, warum sie warten. Und damit ist eines der absurdesten und dennoch großartigsten Bücher auch schon vollständig zusammengefasst.

Wladimir: Also? Wir gehen?
Estragon: Gehen wir!
(Sie rühren sich nicht von der Stelle.)

Absurd, kurzweilig, sinnlos und dennoch ist das Stück von Samuel Beckett eine herrliche Hommage an das Leben. Dies mögen alles Gegensätze sein, die ins sich so verworren klingen, dass es eher nach Literaturstudium denn nach perfekter Sommerlektüre klingt, aber genau in und mit diesem Zwiespalt spielt das Stück. Man kann es in ein paar Stunden durchlesen, nichts denken, einfach die Sprache und die Komik genießen und dennoch wird es einen beschäftigen: auf die unbekümmerte Art und Weise, mit der Urlaub nahtlos wieder zu Arbeit wird, Arbeit wieder zu Urlaub wird und das Leben eben manchmal einfach passiert. Wie schön.

Katharina: "Panikherz" von Benjamin von Stuckrad-Barre

Ja, ja, das Buch ging bereits rum, aber vielleicht gehörst du zu denjenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben: Dann lass dich jetzt davon überzeugen. So humorvoll, authentisch und erschreckend hat kaum jemand über die Macht der Drogen geschrieben.

Die Neunziger sind seine Zeit. Da arbeitet Benjamin von Stuckrad-Barre als Redakteur beim Rolling Stone, später als Autor bei der Harald Schmidt Show und sein erster Roman “Soloalbum” wird ein riesiger Erfolg. Nebenbei nimmt er Drogen aller Art, immer wieder versucht er, bei Klinikaufenthalten davon loszukommen – doch schafft es immer nur für kurze Zeit.

Auf seinem Weg zwischen Rockstar-Welt und körperlichen Zerfall begegnet er den Musikern Udo Lindenberg (sein großes Idol), Marius-Müller Westenhagen und Regisseur Helmut Dietel.

Die ganze Zeit begleitet den Leser die Frage: Wieso kommt der von der Sucht nicht los? Ist das Leben ohne zu langweilig? Ist es das Gefühl, nicht gut genug zu sein? Eine Frage, die am Ende wohl jeder anders beantworten wird.

Du weißt noch gar nicht, wo es hingehen soll? Dann mach unser Quiz "In welche europäische Hauptstadt solltest du reisen?"

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Ich bin mir noch nicht sicher, wohin dieses Experiment meinen Verlobten und mich führt.

Anna und ihr Verlobter leben in einer offenen Beziehung und sind zum ersten Mal auf einer Swinger-Party. Das sind ihre Erfahrungen.

Ich halte mich an meinem dritten Gin Tonic fest. Mein Vorsatz, heute Abend nüchtern zu bleiben, habe ich bereits zehn Minuten nach unserer Ankunft verworfen. Schon leicht beschickert kann ich mich nicht mehr erinnern, wohin die ersten beiden Drinks so schnell gewandert sind, egal. Wir sind schließlich hier, um Spaß zu haben und ich spüre meine Anspannung mit zunehmender Gin-Zahl schwinden.