Bild: Blablacar
Bei mitfahrgelegenheit.de ging das schon mal schief
Was ist passiert?

BlaBlaCar will Mitfahrer für die Vermittlung über seine Mitfahrplattform bezahlen lassen. Das kündigte BlaBlaCar-Deutschlandchef Olivier Bremer in der Berliner Zeitung an. Schon im Januar 2016 soll ein Online-Bezahlsystem auf der größten Mitfahrzentrale Deutschlands eingeführt werden.

Zu Beginn bleibt die Vermittlung noch kostenlos. Allerdings ändert sich, dass Fahrten auf bestimmten Strecken dann nicht mehr bar, sondern online per Kreditkarte oder Paypal bezahlt werden müssen. Wenn im Laufe des Jahres dann die gesamte Plattform auf Online-Bezahlung umgestellt ist, sollen zusätzlich zum Benzingeld, das Mitfahrer an die Fahrer zahlen, will Blablacar auch die Vermittlungsgebühr verlangen.

Wie hoch wird die sein?

Die Gebühren sollen von der Länge der Strecke abhängen. Für die Strecke Hamburg – Köln ist von zwei bis drei Euro die Rede.

Zahlen für Mitfahrgelegenheiten? War da nicht was?

Als die damals populärste Mitfahrplattform mitfahrgelegenheit.de eine Registrierung und Gebühren von seinen Nutzern verlangte, regte sich massiver Protest (Zeit Online). Die Plattform fiel so sehr in Ungnade, dass sie ihre Spitzenstellung in Deutschland verlor und später aufgekauft wurde – von Blablacar.

Blablacar-Manager Bremer will die Neuerungen seinen Nutzern natürlich schmackhaft machen: Er sagt, das Online-Bezahlsystem führe zu mehr Zuverlässigkeit.

Bei kurzfristigen Absagen - weniger als 24 Stunden vorher - müssen Nutzer dann die Hälfte des Fahrpreises zahlen. Und weil sie das Geld nicht mehr persönlich übergeben müssen, kommen die geprellten Fahrer auch tatsächlich an ihr Geld. In anderen Ländern sei die Zahl der kurzfristigen Absagen seit der Einführung der Online-Zahlungen rapide gesunken.

Also alles im Dienste der Fahrer?

Natürlich ist das nicht der einzige Grund: Blablacar ist nicht einfach die nette Fahrtenvermittlung von nebenan, sondern eines der größten europäischen Start-Ups. Das französische Unternehmen soll einen Wert von 1,4 Milliarden Euro haben, Investoren haben bisher 310 Millionen Euro in Blablacar gesteckt. Geld, das sie irgendwann wiedersehen wollen.

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