Bild: Screenshot/Airbnb

Die Auswahl wird geringer: Airbnb hat zahlreichen Anbietern von Wohnungen gekündigt. Doch das macht das Unternehmen nicht ganz freiwillig. Der Berliner Senat will stärker gegen Anbieter von illegalen Ferienwohnungen vorgehen. Das setzt nun Airbnb unter Druck.

Worum geht es?

Ab dem 1. Mai müssen Berliner ihrem Bezirksamt melden, wenn sie ihre Wohnung an Touristen vermieten. Grundlage dafür ist das sogenannte Zweckentfremdungsverbot, das der Berliner Senat vor zwei Jahren eingeführt hat.

In dieser Woche endet eine Übergangsfrist des Verbots – es greift jetzt endgültig. Wer also ab Mai seine Wohnung trotzdem an Touristen vermietet, muss mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro rechnen. (rbb)

Wie begründet der Senat sein Vorgehen?

Der Berliner Senat und die Bezirksregierungen wollen damit offiziell gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten vorgehen. Denn nach Schätzungen gibt es zwischen 23.000 bis 29.000 Wohnungen, die heimlich als Ferienwohnungen vermietet werden – und so auf dem offiziellen Mietmarkt fehlen. ("Tagesspiegel")

Außerdem sollen Anbieter ihre Ferienwohnungen offiziell anmelden – und so auch entsprechende Steuern zahlen müssen. Bei Airbnb hingegen behalten die Vermieter das gezahlte Geld komplett ein. Das verzerrt den Wettbewerb mit Hotels und offiziellen Ferienwohnungen.

Wie reagiert Airbnb?

Airbnb hat jetzt mit zahlreichen Anbietern die Zusammenarbeit beendet, wie Recherchen der "Zeit" zeigen. Die Zahl komplett vermieteter Wohnungen sank demnach von 11.000 im Februar auf 6700 im März. Die Zahl von vermutlich kommerziellen Betreibern, die mehr als nur eine Wohnung anbieten, halbierte sich von 2000 auf weniger als 1000.

Airbnb hat das nicht näher kommentiert. Laut "Zeit" spricht das Unternehmen von einer Entscheidung "automatisierter Systeme". Es handle sich um "Initiativen zur Qualitätssicherung".

In einem offiziellen Hinweis auf seiner Seite warnt Airbnb seine Vermieter: "Einige der Gesetze, die dich betreffen können, sind kompliziert." Airbnb sieht also seine Nutzer in alleiniger Verantwortung.

Wie verhalten sich Konkurrenten?

Neben Airbnb vermitteln auch Seiten wie 9flats oder Wimdu Privatwohnungen an Urlauber.

Wimdu hat vor dem Berliner Verwaltungsgericht gegen das Zweckentfremdungsverbot Klage eingereicht. So lange die Verhandlung nicht stattfindet, will die Seite ihr Angebot noch nicht bereinigen. Geschäftsführer Arne Kahlke sieht den Berliner Kampf gegen seine und ähnliche Plattformen als Augenwischerei: "Für uns ist es ein Fakt, dass sich die Wohnungslage in Berlin nicht durch die Suche nach Sündenböcken entspannen wird." (Wimdu)

9flat hat sich hingegen aus Berlin zurückgezogen und erklärt, seine Marke nach Singapur verkaufen zu wollen (rbb).


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